Porsche Taycan Turbo GT Manthey stellt neuen Nürburgring-Rekord auf
Das Manthey-Kit erhöht die maximale Leistung im Attack Mode auf 993 PS
Der Nürburgring ist auch in diesem Jahr wieder ein besonders beliebtes Pflaster für Rekordfahrten. Ford und Chevrolet lieferten sich ein Hin und Her um die schnellste Rundenzeit eines US-Herstellers, Volkswagen fuhr gerade mit dem Golf GTI Edition 50 einen neuen Fronttriebler-Rekord ein und Porsche war mit einem 911 GT3 Manthey erfolgreich. Nun hat Zuffenhausen erneut nachgelegt – mit dem Taycan Turbo GT Manthey.
Der wild bespoilerte Luxus-Viertürer umrundete die Strecke kürzlich in 6:55,533 Minuten. Reinrassigen Sportskanonen wie Corvette ZR1X, Mustang GTD oder erwähntem 911 GT3 Manthey muss er damit zwar noch knapp den Vortritt lassen, doch in seinem Nischenfeld der „Oberklasse-Elektroautos“ ist er nun wieder der Schnellste und unterbietet den bisherigen Rekord des chinesischen Xiaomi SU7 Ultra um mehr als neun Sekunden.
Porsche-Testfahrer Lars Kern pilotierte den aufgerüsteten Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket über die Strecke und unterbot seine eigene, vorherige Bestzeit von Oktober 2023 um 12,0 Sekunden. Kern sagte:
„Das Manthey-Kit macht den Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket zum ultimativen Track-Tool. Auf der Nordschleife spürt man, wie viel mehr Stabilität und Vertrauen das Auto in schnellen Passagen und beim Bremsen vermittelt.“
Upgrades durch das Manthey-Kit für den Taycan Turbo GT
Das Performance-Kit bietet einen höheren aerodynamischen Abtrieb, einen noch stärkeren Antrieb und ein modifiziertes Fahrwerk. Die Fahrdynamiksysteme wurden neu abgestimmt und sind auf den für das Manthey Kit entwickelten Leichtbau-Radsatz mit speziellen Trackreifen (Pirelli P ZERO Trofeo RS) ausgelegt. Das neue Manthey Kit wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach und den Manthey-Ingenieuren in Meuspath entwickelt.
Für schnellere Rundenzeiten ist auf diesem Leistungsniveau eine Optimierung der Aerodynamik unabdingbar. Und meine Herren, hat Porsche in dieser Hinsicht auf den Putz gehauen. "Im Mittelpunkt der Modifikationen steht ein umfangreiches Aerodynamik-Update, das den Abtrieb im Vergleich zum Serienfahrzeug um mehr als das Dreifache erhöht", heißt es vom Sportwagenhersteller.
Bei 200 km/h steigt der Gesamtabtrieb von 95 auf 310 Kilogramm. Und bei der von 305 auf 310 km/h angehobenen Höchstgeschwindigkeit produziert der Taycan Turbo GT mit Manthey Kit rund 740 Kilogramm Gesamtabtrieb. Dies ermöglicht deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten und hilft der Fahrzeugstabilität.
Zu den wichtigsten Aerodynamik-Komponenten des Kits zählen ein neuer Heckflügel mit vergrößerten Endplatten, ein optimierter Frontdiffusor, ein leistungsfähiger Heckdiffusor mit verlängerten Finnen sowie vergrößerte Luftleitelemente am Unterboden. Ergänzend verbessern Carbon-Aerodiscs an den Hinterrädern die aerodynamische Effizienz. Über Einstellungen an Heckflügel und Frontdiffusor kann zwischen einem Setup mit wenig, beziehungsweise viel Abtrieb für die Rundstrecke gewählt werden.
Erstmals beinhaltet das Manthey Kit auch Anpassungen am Antrieb. Das ist durchaus unüblich bei einem Elektrofahrzeug. Optimierungen an Hochvoltbatterie, Steuergerät und Pulswechselrichtern erhöhen den maximalen Entladestrom während der Fahrt von 1.100 auf 1.300 Ampere.
Die Systemleistung wächst dadurch um 20 kW auf 600 kW, das maximale Drehmoment bei Nutzung der Launch Control steigt auf 1.270 Nm (plus 30 Nm). Aktiviert der Fahrer den Attack Mode, steht eine kurzzeitige Mehrleistung von bis zu 130 kW zur Verfügung. Die zehnsekündige Leistung liegt zukünftig bei 730 kW anstatt 700 kW.
Zum High-Performance-Paket gehören außerdem neu entwickelte, optimierte 21-Zoll-Aluminium- Schmiedefräsräder. Trotz größerer Dimensionen sind sie leichter als die Serienräder. Inklusive der Titan-Radschrauben, die die ungefederten Massen zusätzlich reduzieren, wiegen sie insgesamt über drei Kilogramm weniger als die bereits gewichtsoptimierten Räder des Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket.
Eine speziell entwickelte Fahrdynamik-Abstimmung für Porsche Active Ride, Vorder- und Hinterachslenkung sowie den Allradantrieb verbessert die Agilität, den Kurvengrip und die Lenkpräzision deutlich. Dazu gibt es eine neue Bremsanlage mit größeren Scheiben (440 Millimeter vorne, 410 Millimeter hinten) und Performance-Bremsbelägen.
Optisch prägen zahlreiche Anbauteile Sicht-Carbon den Motorsport-Charakter des Fahrzeugs. Dazu gehören beispielsweise die oberen und unteren Radhausentlüftungen, die Kotflügelverbreiterungen an Vorder- und Hinterachse, die verbreiterten Seitenschweller und der Heckflügel.
Das neue Manthey-Paket ist für jeden Taycan Turbo GT erhältlich, der mit dem Weissach-Paket ausgestattet ist.
Unter dem Strich
Es kommt nicht oft vor, dass ein Upgrade-Paket bei einem Elektroauto zu mehr Leistung führt – doch Manthey ist ein Sonderfall, da Porsche die Mehrheit an dem Tuning- und Motorsport-Spezialisten hält. Mehr Leistung, Aero-Updates und verbesserte Bremsen sorgten für einen Erdrutsch bei der Rundenzeit. Mal sehen, wie lange es dauert, bis man Xiaomi wieder in der Eifel sieht.
Quelle: Porsche
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