Porsches erstes Elektroauto ist eine Limousine (der Taycan), das zweite ein Kombi (Taycan Cross Turismo) und das dritte soll offenbar ein SUV sein (der Macan). Und was ist mit Sportwagen, Porsches ureigener Domäne? Offenbar überlegt der Hersteller, den 718 Boxster und 718 Cayman in der nächsten Generation auf Elektroantrieb umzustellen. Darüber berichtet nun Auto Express.

Die aktuelle Generation des 718 – die einheitliche Benennung ergibt Sinn, denn Boxster und Cayman sind technisch eng verwandt – startete im Jahr 2016. Damit stünde eine neue Generation etwa im Jahr 2023 an. Sie könnte rein elektrisch werden.

Im Herbst 2019 hatte Porsche-Chef Oliver Blume gegenüber Auto Express gesagt, er werde in den nächsten 12 Monaten über die Elektrifizierung der 718er-Baureihe entscheiden. Damit ist die Entscheidung nun überfällig. Doch Blume sagte nun, es werde noch "ein paar Monate" dauern bis zu der Entscheidung. Sie werde aber vor dem Sommer fallen.

Nach der Bilanzpressekonferenz von Porsche sagte Blume: "Es besteht die Möglichkeit, dass wir den Elektro-718 machen, aber wir befinden uns noch in einer Konzeptphase, in der wir uns noch nicht entschieden haben. Um ihn elektrisch zu machen, brauchen wir eine zukünftige Batterieentwicklung." Ist die Energiedichte der aktuellen Akkus nicht groß genug, oder es liegt an der Leistungsabgabe? Oder an den Kosten? Der Akku fällt bei einem Elektro-Cayman natürlich stärker ins Gewicht als bei einem Elektro-Panamera (als den man den Taycan vielleicht betrachten kann).

Blume will noch ein paar Monate warten, bevor er sich für ein "Konzept" entscheidet – möglicherweise gibt es also schon Designstudien eines Verbrenner- und eines Elektromodells. Jedenfalls sollen der Boxster und Cayman mit Sicherheit Nachfolger bekommen: "Wir werden mit der Modellpalette des 718 fortfahren", so Blume.

Auf welcher Plattform der Elektro-718 basieren könnte, wird in dem Auto-Express-Artikel nicht diskutiert. Zur Wahl stünden wohl J1 (die Basis von Taycan & Co) sowie PPE (als neue Mittelklasse-Plattform).

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Ja, warum sollte Porsche eigentlich keinen Elektro-Sportwagen bringen? Hier sind Argumente pro und contra:

  • Hohes Gewicht durch die Batterie: Spricht gegen E-Sportwagen, weil es das Auto träge macht.
  • Beengte Platzverhältnisse in einem Sportler: Erschweren die Unterbringung der Batterie.
  • Sound: Der fehlende Motorsound kann durch Soundgeneratoren nur unzureichend ersetzt werden.
  • Performance: Den Tempo-100-Sprint absolvieren viele Elektroautos schneller als fossil angetriebene Sportwagen.
  • Niedriger Schwerpunkt: Durch den unten eingebauten Akku ergibt sich ein niedriger Schwerpunkt, der hohe Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht und das Auto sozusagen auf den Asphalt nagelt.
  • Reichweite: Bei Sportwagen kommt es weniger auf eine große Reichweite an, da niemand damit Langstrecken fährt.

Taycan, Taycan Cross Turismo, Macan, Cayman und Boxster: Auch wenn Porsche bald fünf Elektroautos haben könnte, werden auch Verbrenner weiter eine Rolle spielen: "Ich denke, wir brauchen beides für die nächsten Jahre", sagte Blume. "Daher haben wir die Flexibilität in unserer Produktpalette, um beim 911 mit Verbrennungsmotoren fortzufahren, bei anderen Autos mit Verbrennungsmotoren fortzufahren, und Hybride mit mehr elektrischer Reichweite zu bauen, und Hybride vom 911 einzuführen; es gibt noch viele Optionen für Verbrennungsmotoren."