Schick und schnell: Warum gibt es dieses Auto noch nicht bei uns?

Seit Sommer 2020 ist in China der BYD Han auf dem Markt, eine Elektro-Limousine im Format des Tesla Model S. In China verkauft sich der Han offenbar ordentlich. Aber auch in Europa soll er auf den Markt kommen; das hat BYD zumindest vor einem Jahr noch gesagt.

Das Auto wurde von BYD-Chefdesigner Wolfgang Egger aus dem Allgäu entworfen, der auch für den Alfa Romeo 8C Competizione verantwortlich war. Der Han ist so schick und technisch interessant, dass wir den Wagen hier noch einmal vorstellen.

Bildergalerie: BYD Han (2020)

Den Han gibt es in China als Plug-in-Hybrid namens Han DM und als Elektroauto Han EV. Beide Antriebe kommen auch im BYD Tang zum Einsatz, einem 4,87 Meter langes Siebensitzer-SUV. Den rein elektrischen Han gibt es mit Front- und Allradantrieb. Mit einer Reichweite von über 600 Kilometer (nach NEFZ-Norm) und einer Sprintzeit von 3,9 Sekunden kommt der Wagen an die Daten des Tesla Model S Long Range heran.

  Han EV 2WD Han EV 4WD
Motor 160 kW (218 PS) 197 kW (268 PS)
Antrieb Frontantrieb Allradantrieb
NEFZ-Reichweite 605 km (NEFZ) 605 km (NEFZ)
0-100 km/h 3,9 Sek. 3,9 Sek.

Wie beim BYD Tang kommt auch im Han die so genannte Blade-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) zum Einsatz, die besonders sicher in Sachen thermisches Durchgehen sein und eine hohe Zyklenfestigkeit bieten soll. Der Akku wird von BYD selbst gefertigt, denn die Firma gehört auch zu den größten Batterieherstellern der Welt.

Die große vertikale Produktionstiefe von BYD sorgt für große Versorgungssicherheit und niedrige Preise. So ist die Topversion des Han in China schon für 279.500 Yuan oder umgerechnet etwa 36.000 Euro zu haben. Zum Vergleich: Das Tesla Model S Long Range mit 663 km Reichweite nach NEFZ kostet in China laut Konfigurator 799.990 Yuan oder umgerechnet etwa 104.000 Euro.

Dabei kann sich auch der Innenraum des Han durchaus sehen lassen:

BYD Han

Wie Teslas Modelle mit ihrem "Autopilot", so soll auch der Han teilweise autonom fahren. BYD nennt das entsprechende Assistenzsystem DiPilot. Wie bei Tesla hat das System Selbstlern-Fähigkeiten (also Künstliche Intelligenz). Zudem ist der Wagen über 5G-Mobilfunk-Technik vernetzt.

Dieses Video zeigt den Han zuerst im Stand auf einer Messe und dann bei Sprint-Tests im Vergleich zu diversen anderen Modellen:

Einen ersten Ausblick auf den Han zeigte der chinesische Hersteller BYD auf der Shanghai Auto Show im April 2019 mit dem E-Seed GT Hybrid Concept. Die Designstudie im Format des Tesla Model S (also mit etwa fünf Meter Länge) besaß noch spektakuläre Flügeltüren, aber die Silhouette des Serienmodells war schon zu erkennen.

Bildergalerie: BYD E-Seed GT Concept (2019)

Benannt ist der Han nach der gleichnamigen Dynastie, die etwa von 200 vor bis 200 nach Christus über China herrschte. Analog dazu war die Tang-Dynastie von etwa 600 bis 900 nach Christus an der Macht – nach ihr ist das erwähnte SUV benannt. Ein weiteres SUV trägt den Namen der Song-Dynastie (etwa 1000 bis 1300 n. Chr.). Zeitlich schließt sich die Yuan-Dynastie (etwa 1300 bis 1400 n. Chr.) an, nach der ebenfalls ein SUV benannt ist.

Der 1995 gegründete BYD-Konzern produzierte zunächst nur Akkus. 2003 stiegen die Chinesen ins Auto-Geschäft ein und zeigten wiederholt Elektroautos auf europäischen Messen, wie zum Beispiel den e6. Auch mit dem Denza 500 fiel BYD auf. Der Kompaktvan entstand in Kooperation mit Mercedes. Heute gehört BYD zu den größten chinesischen Autoherstellern.