BYD bringt drei Elektromodelle nach Europa: die Limousine Han, das Siebensitzer-SUV Tang und das Kompakt-SUV Atto 3. Diese Modelle sollen im Herbst in den wichtigsten europäischen Märkten starten. Nun gab der chinesische Autohersteller auch die Basispreise bekannt.

Danach soll der Atto 3 ab 38.000 Euro zu haben sein, der  Han und der Tang kosten beide 72.000 Euro. Dabei handelt es sich um Vorverkaufspreise, wie BYD mitteilt – möglicherweise sollen die Preise also später angehoben werden. Die drei Modelle sind zunächst in Norwegen, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Deutschland erhältlich. Noch vor Jahresende folgen Frankreich und Großbritannien.

Zu den Eigenschaften der drei Modelle zeigte BYD schon im August folgende Tabelle. Sie legt nahe, dass es pro Modell zunächst nur eine Motorisierung geben wird:

Der BYD Han wird als Limousine der oberen Mittelklasse (E-Segment) beschrieben. Mit ziemlich genau fünf Metern Länge tritt sie gegen das Tesla Model S, den Mercedes EQE und den Porsche Taycan an. Bei uns wird offenbar ein 380 kW starker Allradler angeboten, der in nur 3,9 Sekunden auf Tempo 100 sprinten soll. Damit ist der Wagen etwa so schnell wie der Taycan GTS (ab rund 134.000 Euro) oder der Kia EV6 GT (rund 70.000 Euro). Die Reichweite von 520 km nach WLTP kann sich sehen lassen.

Bildergalerie: BYD Han (2022)

Die gleiche Leistung von 380 kW und Allradantrieb hat auch das zweite Modell im Bunde, das 4,87 Meter lange SUV namens Tang. Der Standardsprint dauert hier 4,6 Sekunden. Zum Vergleich: Das kleinere Tesla Model Y Long Range braucht 5,0 Sekunden und kostet rund 63.000 Euro, der Audi e-tron S für etwa 94.000 Euro schafft den Sprint in 4,5 Sekunden. In Norwegen ist der Tang bereits seit August auf dem Markt; dort kostet er 619.000 Kronen, also etwa 64.000 Euro, bewegt sich also auf dem Niveau des Model Y.

Bildergalerie: BYD Tang (2022)

Der BYD Atto 3 schließlich ist das erste SUV, das auf BYDs neuer e-Platform 3.0 basiert. Das SUV ist mit 4,46 Meter Länge so groß wie ein Mercedes EQA, doch zu den Hauptrivalen dürfte eher der VW ID.4 zählen. Der Atto 3 hat einen 150 kW starken Frontantrieb. 

Bildergalerie: BYD Atto 3 (Bilder von 08/22)

Wie bereits seit Anfang August bekannt, werden Distribution, Verkauf und Kundendienst in Deutschland von der Hedin Mobility Group übernommen. Die Firma ist laut BYD eine der größten privaten Autohausgruppen in Europa, betreibt über 230 Autohäuser in acht Ländern, darunter auch Deutschland und Skandinavien. Im Jahr 2021 hat die Gruppe mehr als 125.000 Fahrzeuge verkauft.

BYD nimmt am Pariser Autosalon (17. bis 23. Oktober) teil und zeigt dort seine drei Europamodelle. Ab Oktober wird man sich die BYD-Modelle auch im ersten deutschen Showroom anschauen können. Wo das sein wird, gab BYD allerdings noch nicht bekannt. Die deutsche Kundenwebsite bydauto.de wurde bereits eingerichtet; dort sind bereits etliche Bilder von den drei Erstlingen zu sehen. Die Auslieferungen sollen schon im vierten Quartal beginnen.

Mit den ersten europäischen Ländern tut BYD den nächsten Schritt in Sachen Internationalisierung. Im Februar war der Markteintritt in Australien erfolgt, im Juli folgte Japan.

Unser Titelbild zeigt neben den drei Modellen die Blade-Batterie des Konzerns.