Rein elektrisch will die Marke erst ab 2040 werden

Smart hat nur noch Elektroautos im Angebot, Jaguar will schon ab 2025 keine Modelle mit Verbrenner mehr anbieten, Ford Europa und Volvo steigen 2030 aus. Nicht ganz so schnell geht es bei Honda: Nach den nun bekannt gegebenen Elektrifizierungsplänen soll erst 2040 der Umstieg geschafft sein.

Die Pläne gab Hondas neuer Chef Toshihiro Mibe bekannt. Die Marke will sich auf Elektroautos (BEVs) und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge (FCVs) konzentrieren. Für 2040 soll der Anteil dieser Antriebe weltweit bei 100 Prozent liegen. Für die Zeit davor macht Honda nur Aussagen für die wichtigsten Märkte. Dazu zählen Nordamerika und China, nicht aber Europa – wahrscheinlich, weil Honda auf unserem Kontinent nur geringe Stückzahlen verkauft. Und implizit rechnet Honda sogar Japan nicht zu den wichtigen Märkten, aber dazu später mehr.  

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In den USA setzt Honda auf eine Allianz mit General Motors. Zu der Kooperation gehört, dass Honda und GM gemeinsam zwei große Elektroauto-Modelle entwickeln wollen, die die Ultium-Batterien von GM (unser Titelbild) verwenden sollen. Vermutlich werden die Autos nicht nur die Batterien, sondern die ganze Plattform von GM übernehmen, obwohl das Honda nicht explizit sagt. Eines der beiden Modelle soll als Honda und eines unter der Marke Acura auf den Markt kommen. Beide Autos sollen als Modelljahr 2024 starten. Da in den USA das Modelljahr sehr früh beginnt, heißt das, dass die Autos wohl schon 2023 auf den Markt kommen.

Außerdem plant Honda ab der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre (also ab 2025) eine Reihe von Autos auf Basis einer neuen "e:Architecture". Vermutlich handelt es sich um eine eigene Plattform, die ausschließlich für Elektroautos gedacht ist. Die Elektro-Modelle sollen zuerst in Nordamerika und dann in anderen Regionen eingeführt werden.

In China hat Honda schon Elektroautos auf dem Markt, sie werden allerdings von Joint Ventures gefertigt, sind also keine "reinen" Hondas. An diesem Ansatz will die Marke festhalten –wahrscheinlich notgedrungen, weil die chinesische Regierung keine reinen Honda-Werke erlaubt.  Die Elektrifizierung soll jedoch beschleunigt werden: In den nächsten fünf Jahren sollen zehn neue Elektroautos der Marke Honda auf den Markt kommen. Das erste soll im Frühjahr 2022 starten; das wird die Serienversion des SUV e:prototype sein. Außerdem will Honda die Kooperation mit dem chinesische Akku-Hersteller CATL verstärken.

Während die angestrebten Elektrifizierungsquoten für Nordamerika und China gleich sind, soll es im Heimatmarkt Japan langsamer gehen. Bis 2030 sind in Nordamerika und China 40 Prozent BEVs und FCVs geplant, in Japan aber nur 20 Prozent. Bis 2035 will Honda in Japan 80 Prozent erreichen (wie in Nordamerika und China), hier zählt Honda aber die Hybridmodelle hinzu. Im Jahr 2040 soll auch in Japan die Elektrifizierung abgeschlossen sein.

Im Jahr 2024 will Honda sein erstes rein elektrisch angetriebenes K-Car-Modell in Japan vorstellen. Außerdem will Honda ab Mitte der 2020er-Jahre auch eine eigene Version des autonomen Shuttlefahrzeugs Cruise Origin von General Motors einführen.

Honda will auch eigene Forschung in Sachen Festkörperbatterie betreiben. Von der Technik erwartet man sich hohe Energiedichten und niedrige Kosten für die Elektroautos der nächsten Generation, die in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre starten sollen - also wohl die Autos auf Basis der e:Architecture.

Auch das Angebot an Elektro-Rollern und Elektro-Motorrädern soll schrittweise erweitert werden. Dabei setzt Honda auf Batteriewechselstationen, die gemeinsam mit anderen japanischen Herstellern betrieben werden sollen.

Zum Thema Brennstoffzellen-Autos sagt Honda nicht viel Konkretes. Das lässt darauf schließen, dass das Hauptaugenmerk auf Elektroautos liegen wird. Doch das Angebot an FCVs (zu dem vor allem der Honda Clarity gehört) soll erweitert werden. Die Brennstoffzelle will man zudem auch für Nutzfahrzeuge und als stationäre Energiequelle einsetzen.

Die gesamte Veranstaltung können Sie sich hier ansehen (mit englischen Untertiteln):