Produktionskapazität wird auf 240.000 Autos pro Jahr verdoppelt

Automarken sind nicht immer auch Autohersteller. So hat zum Beispiel die chinesische Premiummarke Nio kein einziges eigenes Produktionswerk. Sämtliche Modelle werden von der Jianghuai Automobile Group (JAC) gebaut. Der entsprechende Vertrag wurde jetzt bis Mai 2024 verlängert, wie Nio meldet.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von Nio, JAC und Jianglai Advanced Manufacturing Technology, einem erst kürzlich gegründeten Joint Venture zwischen JAC und Nio.

Die Autos von Nio werden am Stammsitz von JAC in Hefei produziert. Die Stadt liegt etwa 300 Kilometer westlich von Shanghai in der Provinz Anhui. Dort können derzeit 10.000 Nio-Fahrzeuge pro Monat gefertigt werden, wie Nio-Chef William Li vor einem Monat sagte. Das entspricht nach Adam Riese einer jährlichen Produktionskapazität von 120.000 Stück.

Tatsächlich gebaut werden konnten allerdings derzeit wegen der globalen Elektronikchip-Knappheit nur 7.500 Stück pro Monat. Nio lieferte in den ersten drei Monaten des Jahres (Januar bis März 2021) rund 20.000 Autos aus, wie die Marke im April mitteilte.

Nun soll die Produktionskapazität auf 240.000 Autos pro Jahr verdoppelt werden, um "die wachsende Nachfrage nach Fahrzeugen von Nio zu befriedigen", so die Marke. Nio ist dabei aber nicht nur Auftraggeber, sondern übernimmt auch die Qualitätssicherung und das Lieferketten-Management, zudem legt Nio die Herstellungsmethoden fest.

Die Zusammenarbeit zwischen Nio und JAC wurde bei ihrem Start im Jahr 2018 von vielen Beobachtern skeptisch beobachtet. Drei Jahre später stelle das niemand mehr in Frage, so William Li.

Die aktuelle Nio-Modellpalette umfasst die Elektro-SUVs ES6 und ES8 und das Coupé-SUV EC6.  Die große Limousine ET7 soll Anfang 2022 folgen. Das Fünf-Meter-SUV ES8 und die ebenso lange Limousine ET7 will Nio auch in Norwegen anbieten, und weitere europäische Länder werden folgen.    

Gegründet wurde Nio im Jahr 2014. Zwei Jahre später wurde der Supersportwagen EP9 präsentiert. Wieder zwei Jahre später, im Jahr 2018, kam der ES8 auf den Markt, und die ersten Batteriewechselstationen gingen in Betrieb. Außerdem ist Nio seit 2018 an der New York Stock Exchange notiert. Anfang 2020 aber wäre Nio beinahe pleitegegangen und konnte nur mit Finanzhilfe von der Provinzregierung und von der Stadt Hefei gerettet werden. Zuletzt wurde im Januar 2021 der ET7 vorgestellt.