Elektro-SUV sollte Mitte 2021 starten, doch vor 2022 wird es wohl kaum ein Auto zu uns schaffen

Nissans Elektro-SUV Ariya startet nicht Mitte 2021 wie angekündigt, sondern erst im Winter, und dann auch nur im Heimatmarkt Japan. In Europa soll das Auto noch dieses Jahr bestellbar sein, doch die Auslieferung wird wohl erst 2022 beginnen. Das geht aus einem Artikel von Bloomberg sowie einer Pressemitteilung von Nissan Global hervor.   

Schon Anfang 2020 präsentierte Nissan das 4,59 Meter lange Kompakt-SUV als Studie auf der CES, die Serienversion wurde dann Juli 2020 vorgestellt. Damals wurde ein Marktstart Mitte 2021 angepeilt, doch wegen des globalen Chipmangels verschiebt sich der Start. 

In Japan kann man den Ariya ab sofort bestellen, die Auslieferung beginnt "diesen Winter", wie es in der Nissan-Pressemitteilung heißt. Auch dann sind aber nicht alle Modelle verfügbar, sondern nur eine Einführungsedition der Basisversion mit kleiner Batterie und Frontantrieb, die zumindest in Japan B6 heißt (für die kleinere Batterie mit 63 kWh netto). Alle anderen Versionen starten später. In Japan sollen nach der Übersicht von Nissan vier Motor-Batterie-Kombinationen angeboten werden:

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Dieselben vier Varianten waren schon im Juli 2020 für Japan angekündigt worden, während es für Deutschland fünf Varianten sind. Bei uns starten die beiden in der obigen Tabelle angeführten Fronttriebler sowie der Top-Allradler. Doch statt des Allradlers mit 250 kW wird es bei uns zwei AWD-Varianten mit 205 und 225 kW geben, wobei die schwächere Version die kleine Batterie, die andere die große Batterie bekommen sollte.

Das Ariya-Basismodell kostet in Japan rund 6,6 Millionen Yen, was knapp 50.000 Euro entspricht; dies bezieht sich aber auf die sehr gut ausgestattete Limited Edition, die Serienmodelle soll es ab 5 Millionen Yen (etwa 37.500 Euro) geben.

Als Gründe für die verschobene Markteinführung in Europa und den USA nannte Nissan gegenüber Bloomberg die Corona-Pandemie und die Chip-Krise: 

"Vor einem Jahr haben wir angekündigt, dass wir Mitte dieses Jahres anvisieren wollen, aber danach hat Covid-19 länger gedauert als wir erwartet hatten, und es gibt das Problem der Halbleiterknappheit." (Asako Hoshino, Executive Vice President von Nissan).

Nissan erwartet, dass sich die Chip-Knappheit in diesem Geschäftsjahr auf etwa eine halbe Million Nissan-Modelle auswirken wird. Dabei gibt Nissan seinen beliebtesten Modelle Priorität, so der Bloomberg-Artikel. Ford dagegen priorisiert angesichts der Chip-Knappheit die Launch-Modelle wie Bronco, Bronco Sport, F-150 Lightning und Mustang Mach-E, wie aus einem weiteren Bloomberg-Artikel hervorgeht.

So wurden nun weltweit erstmals mehr Mustang Mach-E verkauft als vom konventionellen Ford Mustang. "Wir schützen die Markteinführungen, weil sie so wichtig für unser Geschäft sind", erklärte Ford-Chef Jim Farley. Nissan dagegen verschiebt lieber die Markteinführung eines neuen Modells, auch wenn es der elektrische Hoffnungsträger Ariya ist.

Bildergalerie: Nissan Ariya: Limited Edition In Japan (2021)