Topmodell soll schon auf der "Neuen Klasse" basieren, die primär auf den Elektroantrieb ausgelegt ist

BMW will die neue Generation des 7er im September auf der IAA in München präsentieren. Die Studie wird bereits die Optik des neuen Flaggschiffs zeigen, das als erster BMW auf der Neuen Klasse basieren wird, wie Automotive News Europe (ANE) nun unter Berufung auf einen Insider berichtet. 

Von der Neuen Klasse war erstmals bei einem BMW-Event im März die Rede gewesen. Damals wurde nicht ganz klar, ob es sich um eine dedizierte Elektroplattform handeln wird. Nun schreibt ANE, die Plattform wäre primär auf den Elektroantrieb ausgerichtet, würde aber auch Plug-in-Hybride und Verbrenner zulassen. Das passt zur Strategie der Münchner Marke, die nach wie vor auf Flexibilität bei den Antrieben setzt.

Dass der neue 7er bereits auf der Neuen Klasse basieren soll, überrascht auf den ersten Blick. Denn diese Plattform soll erst ab 2025 verwendet werden, und die Elektroversion des 7ers soll schon 2022 auf den Markt kommen. Die diesbezüglichen Gerüchte sind glaubhaft, da bereits Erlkönige herumfahren.

Bildergalerie: BMW i7: Erlkönigbilder vom September 2020

Diesen Widerspruch können wir derzeit nicht wirklich erklären. Eine Möglichkeit wäre, dass der 2022 startende Elektro-7er noch auf der aktuellen Generation basiert. Diese wurde allerdings schon 2015 eingeführt, so dass es fraglich ist, ob diese Basis noch 2022 (also sieben Jahre später) eine Elektroversion erhalten wird. Eine andere Erklärung wäre, dass der Elektro-7er nur erste Elemente der Neuen Klasse integriert.

Die Neue Klasse soll laut ANE aerodynamischere Designs und mehr Innenraum ermöglichen. Die Architektur wird serienmäßig Hinterradantrieb und optional Allradantrieb bieten. Ab 2025 soll die neue Plattform die beiden derzeitigen BMW-Plattformen ersetzen:

  • die UKL-Plattform mit Front- und Allradantrieb (unter anderem Mini, BMW 2er Active Tourer, X1 und X2)
  • die größere CLAR-Plattform mit Hinterrad- und Allradantrieb (unter anderem 3er bis 7er und X3 bis X7)

Diese Plattformen wurden für Verbrenner entwickelt, erhielten aber laut ANE nachträglich einen Doppelboden, so dass nun auch Akkus für Elektroantriebe untergebracht werden können. Das zeigt unter anderem der iX3 (auf Basis des X3) und der i4 (auf Basis des 4er Gran Coupé). Laut ANE beruht auch der iX auf CLAR.

BMW selbst schrieb dazu bei der iX-Vorstellung: "Das von Beginn an für reine Elektromobilität konzipierte Modell basiert zudem auf einem neuen Zukunftsbaukasten (...)." Auch dass das Auto iX heißt und nicht iX5, deutet auf eine gewisse Sonderstellung hin. Oder zumindest darauf, dass BMW das Auto als etwas Besonderes hinstellen möchte. Wir werden versuchen, beim bevorstehenden iX-Fahrtermin Näheres in Erfahrung zu bringen.