Ein Ausstiegsdatum aus dem Verbrennungsmotor gibt es aber nicht

Audi will bis 2033 weitestgehend den Verbrennungsmotor abschaffen. Skoda hat es anscheinend nicht so eilig. Gestern hat man dort die neue "Next Level – Skoda Strategy 2030" vorgestellt. Hinterlegt sind ambitionierte Ziele in den Bereichen Internationalisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung. So soll sich der tschechische Automobilhersteller bis 2030 zu den fünf absatzstärksten Marken Europas entwickeln.

Die neue Unternehmensstrategie baut auf den Erfolgen der bisherigen Strategie 2025 auf. Sie konzentriert sich auf drei Prioritäten, die unter den Schlagwörtern Expand, Explore und Engage zusammengefasst sind. Das übergeordnete Ziel zur Priorität "Expand" lautet, Skoda zu einer der fünf absatzstärksten Automarken Europas zu entwickeln.

Das soll einerseits erreicht werden, indem die Position in den Einstiegssegmenten weiter gestärkt wird. Der neue Fabia gibt mit einem Einstiegspreis von unter 14.000 Euro die Richtung vor. Andererseits wird das Produktportfolio bis 2030 um mindestens drei weitere rein elektrische Modelle ausgebaut, die preislich und größentechnisch unterhalb des Enyaq iV positioniert sein werden. Skoda strebt – je nach Marktentwicklung – einen Anteil vollelektrischer Modelle in Europa von 50 bis 70 Prozent an.

Skoda Strategy 2030 - Next Level

Damit sowohl Skoda als auch Tschechien als Heimatland gestärkt aus dem Transformationsprozess hervorgehen, arbeitet das Unternehmen zusammen mit Partnern daran, das Land zu einem Elektromobilitäts-Hub zu entwickeln. Konkret sollen bis 2030 in allen drei tschechischen Werken von Skoda in Mladá Boleslav, Kvasiny und Vrchlabí E-Komponenten oder E-Fahrzeuge gefertigt werden. Aktuell werden bereits Hochvolt-Traktionsbatterien für die Plug-in-Hybrid-Modelle Superb iV und Octavia iV sowie für Modelle weiterer Konzernmarken produziert.

Anfang des nächsten Jahres startet zudem die Produktion von MEB-Batteriesystemen in Mladá Boleslav für den Enyaq iV. Zusätzlich arbeitet der tschechische Automobilhersteller gemeinsam mit Partnern am Aufbau einer stabilen Zuliefererstruktur für Elektromobilität.

Zur Priorität Explore zählt, Skoda bis 2030 zum führenden europäischen Autohersteller in den Wachstumsmärkten Indien, Russland und Nordafrika zu entwickeln. Daraus ergibt sich ein globales Absatzpotenzial von jährlich insgesamt 1,5 Millionen Einheiten. 

Die dritte Priorität Engage umfasst konkrete Ziele für die Bereiche digitales Kundenerlebnis, Nachhaltigkeit, Diversität und Aus- und Weiterbildung. So will der tschechische Autohersteller unter anderem Benchmark für eine "Simply Clever User Experience" werden. Jeder Kunde soll einen Skoda oder einen Skoda Service auf Anhieb intuitiv bedienen können.

Ein erstes Leuchtturmprojekt ist der PowerPass, der das Laden eines elektrifizierten Skoda Modells einfach und bequem macht. Er wird in über 30 Märkten verfügbar sein und lässt sich an mehr als 210.000 Ladepunkten in Europa verwenden. 

Skoda intensiviert seine Bemühungen in Sachen Nachhaltigkeit und verschärft seine Umweltziele. Das Unternehmen will seine Flottenemissionen um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu 2020 reduzieren und fertigt die Fahrzeuge ab 2030 in allen tschechischen und indischen Werken CO2-neutral. In Vrchlabí wird bereits seit Ende vergangenen Jahres CO2-neutral produziert.

Um die Ziele der "Next Level"-Strategie für 2030 zu erreichen, setzt das Unternehmen auf Effizienz und Einfachheit. So soll beispielsweise die Komplexität des Angebots mittelfristig durch die schrittweise Elektrifizierung der Modellpalette um 40 Prozent reduziert werden.

Bildergalerie: Skoda Strategy 2030 - Next Level