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EU-Emissionsziele sollen 55 Prozent E-Autos im Jahr 2030 bedeuten

Damit müsste sich der Elektroauto-Anteil an den Verkäufen versechsfachen

Emissionsziele der EU bedeuten angeblich 55 Prozent Elektroautos im Jahr 2030

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

16. Jul. 2021 um 08:10 Uhr

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Am Mittwoch hat die EU-Kommission ihre Vorschläge für die Reduktion der CO2-Emissionen bekannt gegeben. Danach sollen die Flottenemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem heutigen Niveau sinken, bevor sie 2035 auf null reduziert werden. Was das Ziel für 2030 für die Produktpolitik der Autohersteller bedeuten würde, erklären nun von Automotive News Europe zitierte Analysten.

Wenn die Vorschläge der EU-Kommission durchgehen, müssen die Flottenemissionen im Jahr 2030 gegenüber heute um 55 Prozent sinken. Das würde bedeuten, dass in diesem Jahr 55 Prozent der verkauften Neuwagen Elektroautos (BEVs) sind, so die Analysten. Das entspräche einer enormen Veränderung gegenüber heute, wo der BEV-Anteil in Westeuropa bei gerade mal neun Prozent liegt.

Der heutige Flottengrenzwert liegt bei 95 Gramm pro Kilometer. Eine Reduktion um 55 Prozent würde den Grenzwert auf etwa 42 Gramm senken. Allerdings gelten diese Werte nur im Durchschnitt; jede Marke hat andere Emissionsgrenzwerte, die auf dem Durchschnittsgewicht der verkauften Autos basieren.

Das bisherige Reduktions-Ziel für 2030 lag bei 37,5 Prozent gegenüber 2021. Damit hätte sich ein Anteil von 40 Prozent rein elektrischer Autos ergeben, so das Analystenhaus IHS Markit. Eine Kürzung um 55 Prozent würde dagegen 55 Prozent Elektroautos nötig machen.

Der Rest von 45 Prozent der verkauften Neuwagen könnte weiter einen Verbrenner an Bord haben. Dabei geht IHS davon aus, dass der Anteil von Plug-in-Hybriden (PHEVs) mit 10 Prozent etwa konstant bleibt. Vollhybride sollen von 14 leicht auf 11 Prozent zurückgehen. Mildhybride würden von 34 auf 23 Prozent sinken. Nur ein winziger Bruchteil von 0,01 Prozent hätte einen komplett fossilen Verbrennungsantrieb.

Für die Autohersteller würde dies gravierende Folgen für ihre Produktpalette haben. Allerdings haben sich bereits viele Hersteller auf strenge CO2-Grenzwerte eingerichtet. So haben Jaguar, Ford, Opel, Volvo, Mini und Fiat schon einen kompletten Umstieg auf Elektroautos bis 2030 eingeplant. Auch Audi, VW und Mercedes haben schon ein Enddatum für den Verbrenner verkündet.

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Die Vorschläge der EU-Kommission gehören zu dem Green Deal, den Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Ende 2019 vorgelegt hatte. Danach soll Europa bis 2050 klimaneutral werden. Von der Leyen hatte dieses Vorhaben auch mit John F. Kennedys Zielvorgabe für die Mondlandung verglichen: "Das ist Europas Mann-auf-dem-Mond-Moment", sagte die Präsidentin damals.  

Doch die Vorschläge sind bislang nur Vorschläge. Bis alle Punkte vom EU-Parlament und vom Ministerrat abgesegnet sind, werden noch intensive Verhandlungen nötig sein. Diese sollen sich über mindestens anderthalb Jahre hinziehen, so wird erwartet.

Quelle: Automotive News Europe (Paywall)

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