Es ist ziemlich interessant, dass ein Auto, das vor etwas mehr als neun Jahren vorgestellt wurde, einen neuen Rundenrekord für das schnellste viertürige Serien-Elektrofahrzeug auf dem Nürburgring anpeilt, oder?

Zugegeben, dieses Model S ist weit davon entfernt, die ursprüngliche Version der vollelektrischen Tesla-Limousine aus dem Jahr 2012 zu sein, denn wir haben es mit dem Hochleistungs-Modell namens Plaid zu tun, dessen Auslieferung an Kunden erst vor wenigen Wochen begann.

Dieses scheinbar serienmäßige Model S Plaid auf den optionalen 21-Zoll-Arachnid-Rädern wurde von unseren Erlkönigfotografen auf dem Weg in die Grüne Hölle gesichtet. Wir können nicht genau erkennen, was im Inneren der Kabine vor sich geht, aber aus einigen Blickwinkeln haben wir den Eindruck, dass das Exemplar einen Überrollkäfig hatte. Das ist ganz normal für Prototypen, die im Nordschleifen-Fitnessstudio am Ring ihre Muskeln trainieren.

Bildergalerie: Tesla Model S Plaid (2021): Erlkönig am Nürburgring

Es ist erwähnenswert, dass derselbe Prototyp bereits im September 2019 mit einem identischen "BIT 0679"-Kennzeichen gefilmt wurde. Er fuhr auf anderen Rädern und hatte einen provisorischen Heckspoiler zusammen mit dem Vor-Facelift-Styling des Model S. Laut unseren vertrauenswürdigen Kontaktpersonen vor Ort läuft das Testfahrzeug jetzt auf klebrigen Michelin-Reifen, was sicherlich helfen wird, die Rundenzeit zu verbessern. Falls Tesla tatsächlich einen neuen Rekordversuch anstrebt ...

Im Februar 2021 trat Tesla-Chef Elon Musk im Joe Rogan Experience-Podcast auf und verriet, dass er plant, auf den Nürburgring zurückzukehren und eine Rundenzeit von unter sieben Minuten zu erreichen. Er sagte weiter, dass das Model S Plaid mit "weiteren Verbesserungen die Sieben-Minuten-Marke auf dem Nürburgring knacken könnte, was für sich genommen schon eine ziemlich abgefahrene Nummer wäre."

Eine inoffizielle Rundenzeit von 7 Minuten und 13 Sekunden wurde angeblich im November 2019 aufgezeichnet, also gibt es Gründe zu glauben, dass das Model S Plaid den Porsche Taycan (7:42) als schnellstes viertüriges EV am Ring entthronen kann. Wir sind uns jedoch sicher, dass sich die Zuffenhausener nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, zumal der aktuelle Rekord mit dem Turbo und nicht mit dem Flaggschiff Turbo S erzielt wurde. Der zuständige Porsche-Produktmanager, Lukas Kramer, hat zu Protokoll gegeben, dass Porsches erstes EV sogar noch schneller um die berühmte Strecke fahren könnte.

Mit den von AMG vorbereiteten scharfen Versionen des EQS und der kleineren (vermutlich leichteren) EQE-Limousine wird der Kampf um das schnellste viertürige Auto ohne Verbrennungsmotor auf der Nordschleife immer hitziger. Ob diese Rekorde am Ende des Tages tatsächlich zählen, ist aber eine völlig andere Geschichte.