Im März 2020 stellte General Motors seine Ultium-Plattform vor, auf der die künftigen E-Autos des US-Riesens basieren sollen. Erst anderthalb Jahre später präsentiert der Konzern nun die dazugehörigen Elektromotoren. Sie werden unter anderem auch den GMC Hummer EV antreiben.

GM-Präsident Mark Reuss persönlich stellte die drei E-Maschinen am heutigen Dienstagabend europäischer Zeit auf Mackinac Island vor, einer Insel im Lake Huron, ganz im Norden von Michigan.

Es handelt sich um:

  • eine 180-kW-Maschine für den Frontantrieb
  • eine 255-kW-Maschine für Front oder Heck
  • eine 62-kW-Maschine, die einen Zweiradantrieb zum Allradantrieb macht

Alle drei Motoren wurden von General Motors selbst entwickelt. Bei den Motoren mit 180 und 255 kW handelt es sich um Permanentmagnet-Motoren, die jedoch wenig Seltene Erden enthalten sollen. Die 62-kW-Maschine dagegen ist ein Induktionsmotor. Alle sollen viel Drehmoment und eine hohe Leistungsdichte bieten.

GM-UltiumDrive-003-255-kW-EVmotor
Das 255-kW-Aggregat
GM-UltiumDrive-001-PowerElectronics
Die Leistungselektronik

Die E-Motoren werden ein breites Spektrum von Elektroautos antreiben, von Hochleistungsfahrzeugen bis hin zu Trucks (also wohl vor allem Pick-ups). Bis 2025 will der GM-Konzern weltweit über 30 neue Elektroautos einführen, angefangen mit dem Cadillac Lyriq. Dessen Basisversion ist ein 255 kW starker Hecktriebler – jetzt wissen wir, warum. 

Die Ultium-Plattform erlaubt bis zu drei Elektromotoren für ein Elektroauto. So erhält die Topvariante des GMC Hummer EV drei 255-kW-Motoren, was zusammen etwa 1.000 hp (745 kW) ergibt. Das entspricht der bei der Vorstellung des Hummer EV im Oktober 2020 genannten Leistung.

Die Leistung der SUV-Version des Hummer EV ist offenbar geringer. Bei der Präsentation im April 2021 hieß es, die dreimotorigen EV3X-Varianten sollten 619 kW haben, die zweimotorigen EV2X-Versionen 466 kW. Vielleicht wird die Leistung hier per Software verringert. Das würde erklären, warum GM in der aktuellen Pressemitteilung die Rolle der Software so stark betont.

2022 GMC Hummer EV - Ultium battery pack
Die Batterie des Hummer EV basiert auf Pouch-Zellen. Die Plattform unterstützt bis zu 200 kWh.

Die Motorsteuerungs-Software wurde von Ingenieurinnen und Ingenieuren am GM Technical Center in Warren (Michigan), bei Global Propulsion Systems in Pontiac (Michigan) und am Milford Proving Ground (ebenfalls Michigan) entwickelt, so GM. Sie gehören zu den fast 11.000 Software-Spezialisten des Konzerns. Diese Zahl wird voraussichtlich noch steigen, da Software eine entscheidende Säule für die elektrische Zukunft von GM ist, so die Pressemitteilung.

GM entwickelte auch die Software für wichtige Komponenten der Leistungselektronik wie den Wechselrichter, der die Gleichspannung aus der Batterie in Wechselspannung für die E-Motoren umwandelt.

Der Wechselrichter, der Bordlader und andere Elektronik-Komponenten befinden sich bei den aktuellen Elektroautos von GM außerhalb der Antriebseinheiten. In den Ultium-Fahrzeugen dagegen werden diese direkt in die Ultium Drive Units integriert, was die Kosten senkt und die Komplexität bei der Fertigung reduziert. Einige der neuen Elektronikkomponenten sollen bis zu 50 Prozent weniger wiegen und nur halb so groß sein wie bei heutigen GM-Elektroautos, und das bei bis zu 25 Prozent mehr Leistung.

Die neuen Elektromotoren mitsamt der verbesserten Leistungselektronik, die in den Ultium-Drive-Units enthalten ist, werden noch dieses Jahr im GMC Hummer EV debütieren.

Bildergalerie: GMC Hummer EV (2022)