Im September verbuchten wir es noch unter "Gerüchte", aber die Nachricht stimmt offenbar: Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi steigt in den Automobilbau ein. Die Firma wird nun ein Auto-Werk in Peking bauen, das 300.000 Elektroautos pro Jahr fertigen kann. Das meldet Reuters unter Berufung auf chinesische Behörden.

Neben dem Werk soll auch der Hauptsitz der neuen Autosparte von Xiaomi nach Peking kommen, genauso wie die Entwicklung. Die offizielle Wirtschaftsförderungsagentur Beijing E-Town teilte per WeChat mit, dass die Serienproduktion im Jahr 2024 beginnen werde. Dieses Ziel hatte Xiaomi-Chef Lei Jun im Oktober angekündigt.

Welche Art von Elektroauto Xiaomi plant, ist noch nicht bekannt. Cnevpost meldet allerdings, dass Xiaomi und Konkurrent Huawei nun zusammen 500 Millionen Yuan (ca. 69 Millionen Euro) in den Festkörperakku-Spezialisten Solid State Lion (alias Welion) investieren wollen. Möglicherweise machen sich die beiden Handyhersteller Hoffnungen, die Technologie von Welion in eigenen E-Autos einsetzen zu können.

Welion ist nach dem Cnevpost-Bericht auch der Lieferant für die 150-kWh-Festkörperbatterie, die Nio angekündigt hat. Die ersten Batterien sollen 2022 ausgeliefert werden, zuerst kleinere mit 70 und 100 kWh, und Ende 2022 dann die große 150-kWh-Akku, der dem Nio ET7 zu einer Reichweite von 1.000 Kilometern verhelfen soll.

Nach den Gerüchten vom September plant Xiaomi, ab 2024 jedes Jahr ein neues Elektroauto-Modell auf den Markt zu bringen und insgesamt 900.000 Autos verkaufen. Die Gerüchte basierten auf Indiskretionen bei einem Zulieferer.

Xiaomi will in den nächsten zehn Jahren zehn Milliarden Dollar in die neue Elektroauto-Sparte investieren. Allerdings rechnet Xiaomi zunächst mit Verlusten von zehn Prozent, weil sich Hersteller wie Geely, GAC, Nio oder Xpeng schon gut auf dem chinesischen Markt etabliert haben. Xiaomi rechnet sich aber offenbar einen Vorteil durch seine Smartphone-Geschäfte in China aus. Diese sollen künftig auch den Verkauf der Elektroautos vermitteln.