Die Nachfrage nach dem BMW i4 ist höher erwartet. Deswegen soll es künftig zusätzliche Arbeitsschichten im Werk München geben. Das berichtet nun die Automobilwoche.

Laut Vertriebsvorstand Pieter Nota gibt es in Europa gegenwärtig eine deutlich fünfstellige Zahl an Aufträgen für den i4. Hinzu kommen wohl noch Bestellungen aus Nordamerika und Asien.  Bisher werden in München aber täglich nur rund 1.000 Autos gebaut, und zwar beileibe nicht nur i4, sondern auch andere Mittelklassefahrzeuge wie den nach wie vor populären BMW 3er. Die Wartezeit für einen bestellten i4 beträgt daher angeblich schon neun Monate. 

Deswegen spricht BMW nun mit dem Betriebsrat über eine Einführung von zusätzlichen Schichten, so eine Sprecherin am gestrigen Mittwoch. Derzeit wird von Montag bis Freitag in zwei Schichten gearbeitet. Eine Möglichkeit wäre eine Ausdehnung der Produktionszeit auf den Samstag.

Theoretisch könnte der i4 auch im BMW-Werk in Mexiko gebaut werden, wo der 3er für Nordamerika vom Band läuft. Wegen der notwendigen Umbauten und der Mitarbeiterschulung sei das aber nicht so schnell machbar, so der Hersteller. Schon die Umstellung des Werks in München bei laufender Produktion war nicht einfach, hieß es beim Serienstart im Oktober. Eher möglich sei die Verlagerung eines Teils der 3er-Produktion auf andere Standorte. 

Der erste BMW i4 verließ am 22. Oktober das Produktionswerk in der Nähe des Münchner Olympiaparks. Er wird dort neben anderen Mittelklassefahrzeugen gefertigt, die ebenfalls auf der Plattform CLAR (CLuster ARchitecture) basieren: dem 3er, dem 3er Touring, dem M3 und dem technisch eng verwandten 4er Gran Coupé. Diese Fahrzeuge haben reine Verbrennungsantriebe oder Plug-in-Hybrid-Antriebe. Die Mischproduktion von Autos mit verschiedenen Antrieben aber gehört zu den wichtigsten Säulen von BMWs "Wir-bleiben-flexibel-Strategie".

Für die Integration der i4-Produktion in das fast 100 Jahre alte Werk München investierte BMW 200 Millionen Euro. Das Fahrzeug ist ein wichtiger Wegbereiter für die Neue Klasse, die ab Mitte des Jahrzehnts auch im Werk München Einzug halten wird. Diese neue Plattform ist primär auf elektrische Antriebe ausgerichtet, kann aber wohl auch Verbrenner-Antriebe tragen – bei CLAR ist es noch umgekehrt.