Der VW-Aufsichtsrat hat das neue Produktionswerk für den 2026 startenden Trinity genehmigt. Die neue Fabrik soll in Wolfsburg entstehen. Bisher war noch unklar gewesen, ob sie auf dem bisherigen Werksgelände oder nebenan auf der grünen Wiese errichtet wird.

Nun hat sich VW offenbar für Letzteres entschieden – den so genannten Greenfield-Ansatz, wie das Bauen auf der grünen Wiese neudeutsch heißt (im Gegensatz zum Brownfield-Ansatz). Durch diesen Ansatz wird die laufende Serienproduktion sowie die in den nächsten Jahren anstehenden Neuanläufe wichtiger Modelle wie Tiguan, Tayron und der Produktaufwertung des Golf nicht gestört, erklärt VW.

Für die neuen Produktionsanlagen investiert der Konzern nicht weniger als zwei Milliarden Euro. Die Bauarbeiten im Stadtteil Wolfsburg-Warmenau sollen im Frühjahr 2023 beginnen. Ab 2026 soll dann "mit innovativsten Fertigungsmethoden" und bilanziell CO2-neutral das Modell mit dem (internen) Namen Trinity vom Band laufen.

Ziel: Produktionszeit von 10 Stunden pro Auto

Bei der Produktion des Trinity will VW effizienter arbeiten als bisher – das Vorbild ist offenbar Tesla. Das Ziel ist eine Produktionszeit von 10 Stunden pro Auto. Möglich werden soll das mit weniger Varianten, weniger Bauteilen und mehr Automatisierung. Ob VW wie Tesla (und Volvo) auch die berühmte Gigapress von Elon Musk einsetzen will, ist bislang nicht bekannt. Die Fabrik soll jedenfalls zum Vorbild für den schrittweisen Umbau des Stammwerk werden. Ab 2030 soll die moderne Fertigung auf der SSP-Plattform auch in das Stammwerk integriert werden. Die Trinity-Fabrik soll auch allen weiteren Volkswagen-Werken zum Vorbild dienen.

Der Trinity basiert auf der neuen Scalable Systems Platform (SSP), die hier erstmals im Volumensegment zum Einsatz kommen soll. Auch die Entwicklung der Plattform soll in Wolfsburg geschehen, und zwar im neuen Campus Sandkamp. Dieses Entwicklungszentrum will VW für 800 Millionen Euro errichten, und zwar offenbar westlich des bisherigen Betriebsgeländes.

Volkswagen

Trinity ist laut VW "der neue Leitstern" der Elektroautos von Volkswagen: Mit deutlich reduzierter Ladezeit und mehr als 700 Kilometern Reichweite, bilanziell CO2-neutral gefertigt und bereits für das autonome Fahren auf Level 4. Basis dafür ist SSP. Auf dieser Plattform sollen über die gesamte Lebensdauer konzernweit mehr als 40 Millionen Fahrzeuge entstehen.

Zum Trinity ist außerdem noch bekannt, dass er einen Einstiegspreis von rund 35.000 Euro haben wird. "Es wird ein dynamisches und flaches Auto mit etwas über vier Meter Länge, das es so in unserer aktuellen Modellplatte noch nicht gibt", so VW-Markenchef Ralf Brandstätter im Januar 2021.or einem Jahr hatte VW zudem die obige Skizze der Trinity-Silhoeuette veröffentlicht.

Bereits im Dezember hatte der Aufsichtsrat im Rahmen der Planungsrunde 70 die Produktion des Trinity in Wolfsburg bestätigt, jedoch noch nicht das neue Werk auf der grünen Wiese. Damals war auch schon entschieden worden, dass Wolfsburg ab 2023 einen Teil des ID.3 fertigen soll.