In Europa sollen in den nächsten Jahren etwa 40 neue Batteriefabriken entstehen. Aber auch in Nordamerika (vor allem in den USA und Kanada) geht man immer mehr dazu über, eigene Batterie-Gigafactories zu bauen – statt wie bisher Zellen von asiatischen Herstellern wie CATL, Samsung oder Panasonic zu importieren. Wir geben eine Übersicht über die geplanten neuen Projekte.

Zuletzt gab Stellantis den Standort für eine neue Batteriefabrik bekannt: Sie wird in der kanadischen Stadt Windsor entstehen, die am Detroit River direkt gegenüber dem amerikanischen Detroit liegt. Die 45-GWh-Fabrik wird gemeinsam mit LG Energy Solution (LGES) errichtet und soll 2024 in Betrieb gehen. Das Werk ist die zweite Gigafactory von Stellantis in den USA. Partner für das andere Projekt ist Samsung, wie Stellantis im Oktober 2021 mitteilte. Das Werk soll 40 GWh jährlich produzieren; der Standort wurde noch nicht mitgeteilt, aber die Produktion soll 2025 beginnen.

Auch die Pläne von LG Energy Solution gehen über die Kooperation mit Stellantis hinaus. Die koreanische Firma will ihre bestehende Fabrik für Pouch-Zellen in Holland (Michigan) von 5 auf 25 GWh ausbauen, wie InsideEVs.com kürzlich meldete. Zudem ist ein neues Werk in Queen Creek (Arizona) für zylindrische Zellen geplant, wie LGES Ende März mitteilte. Die Fabrik soll ab 2024 arbeiten und dann 11 GWh pro Jahr produzieren.

LGES will zudem mit General Motors zwei weitere Gigafabriken bauen: eine in Lordstown (Ohio) und die andere in Spring Hill (Tennessee). Produktionsstart soll 2022 bzw. 2023 sein. Ein drittes Werk, das ab 2024 ebenfalls die Pouch-förmigen Ultium-Zellen produzieren soll, wird in Lansing (Michigan) stehen.

Die GM-Investitionen im Detail
Lansing: GM gab im Januar den Standort für seine dritte Ultium-Cells-Fabrik bekannt

GM-Konkurrent Ford investiert mit Partner SK Innovation 11,4 Milliarden Dollar in drei neue Batteriewerke: eine in Stanton (Tennessee) und zwei in Glendale (Kentucky). Alle sollen 2025 ihre Tore öffnen und jedes der drei Werke soll 43 GWh jährlich bauen.

Toyota hat Ende 2021 ein Unternehmen namens Toyota Battery Manufacturing North Carolina (TBMNC) gegründet, wie der Hersteller im Dezember vermeldete. Die Firma soll ab 2025 ein Batteriewerk an der Greensboro-Randolph Megasite betreiben, das zunächst Batterien für 1,2 Millionen elektrifizierte Autos herstellen soll – vermutlich handelt es sich dabei aber vor allem um Akkus für Hybridautos.

Panasonic sucht derzeit einen Standort für eine Batteriefabrik in den USA, wie Bloomberg Mitte März meldete. Im Gespräch sind Oklahoma und Kansas; diese beiden Bundesstaaten liegen nicht allzu weit entfernt von Elon Musks neuer Autofabrik in Austin (Texas). Dort sollen schon ab 2024 die von Tesla favorisierten 4680-Zellen gebaut werden.

Bloomberg berichtete kürzlich auch über eine 80-GWh-Batteriefabrik von CATL, die irgendwo in Nordamerika (USA, Kanada oder Mexiko) entstehen soll. Das Investitionsvolumen soll mit fünf Milliarden Dollar riesig sein.

Hersteller Standort Kapazität Produktionsstart
Stellantis und LGES Windsor, Ontario (Kanada) 45 GWh 2024
Stellantis und Samsung (noch unklar) 23-40 GWh 2025
CATL Kanada, Mexiko oder USA 80 GWh (noch unklar)
Ford und SK Innovation Stanton, Tennessee (USA) 43 GWh 2025
Ford und SK Innovation Glendale, Kentucky (USA) 43 GWh 2025
Ford und SK Innovation Glendale, Kentucky (USA) 43 GWh 2025
General Motors und LG Chem Lordstown, Ohio (USA) 30+ GWh 2022
General Motors und LGES Spring Hill, Tennessee (USA) 30+ GWh 2023
General Motors und LGES Lansing, Michigan (USA) (noch unklar) 2024
General Motors und LGES (noch unklar) (noch unklar) (noch unklar)
LGES Holland, Michigan (USA) 25 GWh (Ausbau) (noch unklar)
LGES Queen Creek, Arizona (USA) 11 GWh 2024
Panasonic Oklahoma oder Kansas (USA) (noch unklar) (noch unklar)
SK-Innovation Georgia (USA) 9,8 GWh 2022
SK-Innovation Georgia (USA) 11,7 GWh 2023
Toyota Greensboro, North
Carolina (USA)
(noch unklar) 2025