Die Hyundai Motor Group (HMG), zu der Hyundai, Kia und Genesis gehören, errichtet ihr erstes eigenes Elektroauto-Werk in den USA. Auch Anlagen zur Batterieproduktion sollen errichtet werden. Dafür investiert der koreanische Konzern 5,5 Milliarden Dollar.

Die Fabrik entsteht im Bryan County (Bundesstaat Georgia) auf einem rund 2.900 Hektar großen Gelände. Die Grundsteinlegung soll Anfang 2023 erfolgen, die Produktion dann in der ersten Hälfte des Jahres 2025 beginnen. Die Jahreskapazität soll anfangs bei 300.000 Einheiten liegen. Das bezieht sich offenbar auf die Fahrzeuge.

Produziert werden soll "eine breite Palette vollelektrischer Fahrzeuge für US-Kunden"; Näheres wurde noch nicht verraten. Laut HMG-Manager José Muñoz könnten bis zu sechs Modelle dort gefertigt werden, und zwar nach erfolgreichem Ramp-up bis zu 500.000 Stück jährlich. Dazu sollen der Hyundai Ioniq 7 (ab 2025), Elektro-Pick-ups von Hyundai und Kia (ab 2026) und ein Elektroauto von Genesis zählen, so ein Insider gegenüber Automotive News (via InsideEVs.com). 

Hyundai Ioniq 5 (rechts), Ioniq 6 (links) und Ioniq 7 (Bild von August 2020)
Ioniq 6, 7 und 5 auf einem Teaserbild von 2020

Die Produktionsanlage für die Batterien wird zusammen mit einem strategischen Partner errichtet; Genaueres soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden, so die HMG. Demnach handelt es sich wohl um eine Batteriezellen-Fertigung, denn zum Zusammensetzen der Batteriepakete bräuchte der Konzern keinen Partner.

Hyundai Seven Concept
Hyundai Seven Concept: Die Studie für den 2024 startenden Ioniq 7

Batterielieferant der HMG ist bisher SK Innovation. Auch die Batterie für den Ioniq 7 soll von SKI kommen, berichtet Reuters unter Berufung auf einen Insider. Der koreanische Akkuhersteller hat bereits zwei Werke in Georgia. Das erste hat im ersten Quartal 2022 die Produktion aufgenommen und beliefert hauptsächlich den VW-Konzern. Das zweite Werk soll ab Anfang 2023 Ford beliefern.

Das neue HMG-Werk hat Zugang zu den Highways I-95 und I-16 und ist weniger als 50 Kilometer vom Hafen von Savannah entfernt, dem größten Containerhafen der USA. In West Point (Georgia) befindet sich zudem ein Kia-Autowerk.

Mit der Produktion von E-Autos und Batterien in den USA wollen die Koreaner den Zugang der US-Kunden zu E-Autos der drei Marken verbessern. Mit der angeschlossenen Batterieproduktion wird zudem die Versorgungssicherheit mit Stromspeichern gewährleistet. So will der Konzern bis 2026 einer der drei führenden Elektroauto-Anbieter in den USA werden.

Insgesamt plant die HMG, bis 2025 nicht weniger als 10 Milliarden Dollar in den USA für Mobilitätsthemen zu investieren, so der Konzern in einer separaten Pressemitteilung vom Sonntag. Dabei geht es auch um Themen wie das autonome Fahren, Roboter oder moderne Luftfahrzeuge.