Baltimore, Chicago, Dallas, Kansas City, Nashville, Phoenix, San Diego, Seattle oder St. Louis: Wer in diesen US-Städten etwas bei Amazon bestellt, bekommt das Paket wahrscheinlich von einem Elektro-Transporter von Rivian geliefert. Die Zahl der Städte, in denen der Rivian EDV (Electric Delivery Van) Dienst tut, soll bis Ende des Jahres auf 100 wachsen.

 Probeweise waren die Rivian-Lieferwagen schon im Februar 2021 in Betrieb, im Herbst 2021 wurden die ersten offiziell in den Amazon-Fuhrpark integriert. Wie viele EDV-Lieferwagen heute schon für Amazon fahren, ist nicht bekannt. Doch im Jahr 2030 sollen nicht weniger als 100.000 Stück davon über die Straßen der USA rollen. 

Bildergalerie: Rivian EDV (Electric Delivery Van)

2019 hatte Amazon die genannten 100.000 Transporter bei Rivian bestellt; sie sollen bis 2030 ausgeliefert werden. Ob das Startup so viele produzieren kann, ist allerdings noch nicht sicher. Schließlich hat Rivian bisher nur relativ geringe Stückzahlen des R1T und R1S gebaut. Im März hatte Rivian seine erwartete Produktion für 2022 von 50.000 auf 25.000 E-Autos (EDV, R1T und R1S zusammen) halbiert, wie InsideEVs.com damals berichtete.

Aber Rivian-Chef RJ Scaringe plant schon den nächsten Schritt in Richtung Massenproduktion: Nach dem EDV-700 für Amazon will er weitere Lieferwagen auf den Markt bringen. Ab 2030 sollen jedes Jahr Millionen Elektro-Lieferwagen in mehreren Rivian-Werken gebaut werden, so der Manager nun gegenüber Reuters. Die neuen Modelle sollen alle auf der RCV-Plattform basieren, die auch dem Amazon-Transporter zugrunde liegt. Man habe schon Gespräche mit verschiedenen Kunden geführt.

Insbesondere plane Rivian kleinere Nutzfahrzeuge, die sich Komponenten mit dem Elektro-Crossover namens R2 teilen könnten. Dieser Elektro-Crossover soll ab 2025 in einem neuen Rivian-Werk in Georgia gebaut werden.

Scaringe sagte, er erwarte immer noch, dass Rivian ab 2030 eine Million Elektrofahrzeuge pro Jahr bauen wird, und danach noch deutlich mehr. Dabei werde es um mehrere Fahrzeuge, unterschiedliche Plattformen und Größen gehen. Und letztendlich werde man weitere Werke haben, nicht nur die bestehende Fabrik in Normal und die angekündigte in Atlanta.