Haben Elektroauto-Fans Sinn für Offroad-Lametta? Würden sie einen Elektro-Allradler mit Elementen wie Kuhfänger, dicken Offroad-Reifen und Zusatzscheinwerfer kaufen? Das versucht VW derzeit auf dem ID.-Treffen in Locarno auszuloten – mit der Studie ID. Xtreme.

Basis ist der 220 kW starke VW ID.4 GTX. Ein "Performance-Antrieb" an der Hinterachse sowie Softwareanpassungen bei der Antriebssteuerung erhöhen die Systemleistung auf 285 kW, also um knapp 30 Prozent.

Bildergalerie: VW ID. Xtreme (Studie, 2022)

Ansonsten besitzt der Xtreme eine Art Kuhfänger, fünf Zentimeter verbreitere Kotflügel aus dem 3D-Drucker, 18-Zoll-Offroadräder, einen komplett geschlossenen Aluminium-Unterboden und ein höher gelegtes "Rallye-Fahrwerk". Ein Blickfang ist auch der Dachträger mit LED-Zusatzbeleuchtung.

Außerdem wurde speziell für das Konzeptfahrzeug ein künstlich erzeugtes Fahrgeräusch entwickelt. Es wird über einen Soundgenerator im Radhaus nach außen abgegeben. Innen besitzt die Studie zahlreiche Alcantara-Applikationen, eine modifizierte Sitzanlage und orangefarbene Elemente.

"Für viele unserer Kunden ist das Fahrzeug weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel", glaubt Silke Bagschik, Leiterin Baureihe MEB. "Wir sind gespannt, wie die Fans der Elektromobilität auf das Fahrzeug reagieren. Auf Basis des Feedbacks unserer Community werden wir entscheiden, wie es mit dem Projekt weitergeht", so die Fachfrau weiter.

Bildergalerie: VW ID.5 GTX Xcite (Studie, 2022)

Und noch eine Studie zeigt VW am Lago Maggiore: Der ID. 5 GTX Xcite wurde von den Azubis von VW Sachsen auf die Räder gestellt. Ein Jahr lang haben 14 der besten Nachwuchskräfte unter fachkundiger Anleitung an dem Einzelstück gearbeitet – vom ersten Entwurf über die Anpassung der Karosserie und Lackierung bis zur technischen Inbetriebnahme.

Außen wurden die Radläufe verändert, die Schweller verbreitert und die Stoßfänger vorn und hinten modifiziert. Der Wagen ist in einer Kombination von Matt- und Glanzlackierung gehalten. Auch die schwarzen 22-Zoll-Schmiedefelgen mit Pulverbeschichtung sind eine Einzelanfertigung.

Innen wurde Alcantara und veganes Leder verwendet. Die Sitze und Türinnenverkleidungen tragen orangefarbene Kontrastnähte. Das Projektlogo wurde auf die vorderen Kopfstützen gestickt. Es besteht aus dem ID-Schriftzug und einer Acht – passend für die Anzahl der bisherigen Azubi-Fahrzeugprojekte. Für die Akustik sorgt ein eigens konstruiertes Soundsystem mit zehn Lautsprechern, einem Subwoofer und 2.000 Watt Gesamtleistung. Zu den Highlights gehört auch ein elektrisches Skateboard im Kofferraum.

Das ID.-Treffen in Locarno (6. bis 10. September) findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Das Event könnte ein Elektroauto-Äquivalent zum GTI-Treffen am Wörthersee werden, hofft VW. Das Treffen wird vom ID. Drivers Club des Konzerns veranstaltet. Experten aus dem Unternehmen sind vor Ort und geben Einblicke in die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Elektromobilität.