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BMW führt "Multi Contract Plug & Charge" Mitte 2023 ein

Erstmals lassen sich mehrere Stromanbieter integrieren

BMW führt Plug & Charge ein, allerdings erst Mitte 2023

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

12. Sep. 2022 um 10:23 Uhr

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Mercedes, Porsche und VW haben es schon, BMW führt es erst in einem Jahr ein: Plug & Charge, das praktische Aufladen ohne App und Karte. Dafür hat BMW die Nase vorn bei der Flexibilität: Während sich bei der Konkurrenz immer nur ein Ladetarif nutzen lässt, dürfen es bei BMW mehrere sein.

Ab Mitte 2023 steht "in ersten Modellen" eine Plug&Charge-Funktion zur Verfügung, so BMW. Welche Autos das sein werden, gibt der Hersteller nicht bekannt. Ab dem gleichen Zeitpunkt unterstützt BMW Charging das Feature. BMW Charging ist das Stromangebot von BMW; es wird von Digital Charging Solutions (DCS) bereit gestellt.

Neu ist jedoch, dass neben diesem Tarif auch andere Ladestrom-Anbieter integriert werden können – BMW bezeichnet das als Multi Contract Plug & Charge. Damit kann man mehrere Fahrstromverträge digital im Fahrzeug speichern. Laut BMW sind "mindestens fünf unterschiedliche Anbieter" möglich – möglicherweise ist die genaue Zahl modellabhängig. Dann kann man die Ladesäulen dieser Betreiber per Plug & Charge nutzen. Dazu nutzt BMW die Normen ISO-15118-2 und ISO 15118-20. Erstere definiert die erste Generation des Verbindungsprotokolls (von 2014), Letztere legt die zweite Generation fest (von 2019).

Bisherige Plug&Charge-Lösungen waren stets an einen einzigen, fest definierten Stromanbieter gebunden – meist den des Autoherstellers. Die BMW-Lösung erlaubt neben der Nutzung von BMW Charging auch andere Verträge. Voraussetzung: Die Anbieter müssen an das europaweite eRoaming-Netzwerk von Hubject angeschlossen sein. Laut Website des Unternehmens gehören dazu unter anderem die VW-Ladesparte Elli, EnBW, Enel X, Ewe Go, Innogy und Ubitricity.

Vor allem für Dienst- und Firmenfahrzeuge vereinfacht sich laut BMW das Laden. Denn damit kann man auch den Strom von Anbietern beziehen, mit denen der Arbeitgeber einen Ladevertrag geschlossen hat – zum Beispiel für Ladesäulen auf dem Firmengelände. Man wählt nach dem Anschluss des Ladekabels einfach den entsprechenden Vertrag und bestätigt, um den Ladevorgang zu starten.

Wie zum Beispiel vom Mercedes EQS bekannt, authentifiziert sich das Auto damit selbst an der öffentlichen Ladesäule. Man muss lediglich das Auto anstöpseln, und schon fließt der Strom. Über das Kabel werden auch die im Auto gespeicherten Vertragsdaten übermittelt. So erfolgt die Abrechnung vollautomatisch. Zusätzlicher Vorteil dieses Systems: Anders als bei der Aktivierung des Ladevorgangs per App ist bei der automatischen Authentifizierung durch das Fahrzeug keine Online-Verbindung am Standort der Ladesäule erforderlich. Das ist insbesondere in Tiefgaragen von Vorteil.

Erstmals gezeigt wird die Funktion Multi Contract Plug&Charge von BMW bei der Intercharge Network Conference, (12. und 13. September in Berlin).

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