Der letzte Mercedes auf Basis einer reinen Verbrenner-Plattform wird die 2023 startende neue E-Klasse sein. Das sagte nun Mercedes-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer gegenüber der Automobilwoche.

Bisher hat Mercedes stets angekündigt, man werde spätestens 2030 nur noch batterieelektrische Autos bringen – allerdings nur dort, "wo es die Marktbedingungen zulassen", womit wohl Europa gemeint ist, nicht aber Schwellenländer.

"Nach heutigem Stand ist die E-Klasse mit ihren Derivaten das letzte Modell von Mercedes-Benz, das auf einer reinen Verbrenner-Plattform entsteht." (Markus Schäfer)

Die neue Generation der Mercedes E-Klasse soll Ende 2022 vorgestellt werden und im Frühjahr 2023 auf den Markt kommen. "Damit ist das Kapitel dieser Plattform beendet und hat viele Millionen Fahrzeuge getragen. Aber natürlich tun wir alles dafür, dass diese Plattform noch bis Ende des Jahrzehnts zertifizierungsfähig bleibt", so Schäfer weiter.

Das bedeutet: Die Plattform der E-Klasse, auf der laut Automobilwoche auch die C- und S-Klasse basieren, soll bis maximal 2030 für Verbrennermodelle benutzbar bleiben. Das bedeutet auch, dass die Motoren weiterentwickelt werden, so dass sie die kommende Euro-7-Norm einhalten.

Aber nach 2023 werden keine neuen Modelle auf dieser Basis mehr eingeführt. Neuvorstellungen sollen nicht mehr auf reinen Verbrenner-Plattformen basieren. Das schließt Multi-Antriebs-Plattformen nicht unbedingt aus. Die Automobilwoche schreibt allerdings, alle Neuvorstellungen nach 2023 basierten auf "Architekturen, die eigens für den Batterieantrieb konzipiert wurden", ohne dies mit einem Zitat zu belegen.

Derzeit hat der Stuttgarter Hersteller zahlreiche Elektroautos auf Verbrenner-Plattformen auf dem Markt, so den EQA auf Basis des GLA, den EQB auf Basis des GLB, den EQC auf Basis des GLC und den EQV auf Basis der V-Klasse. Auf der reinen Elektroplattform EVA basieren dagegen der EQE und der EQS samt deren SUV-Versionen.

Geplant ist die Einführung von zwei neuen Plattformen: die Mercedes Modular Architecture (MMA) für die Kompaktmodelle und die Electric Architecture (EA) für die größeren Autos. Erste Autos auf Basis von MMA und EA sollen schon 2024 starten.

Die Zahl der Motorvarianten soll sinken, so dass nicht so viele Versionen auf Euro 7 umgestellt werden müssen. Neuentwicklungen soll es nicht mehr geben. Auch die von Renault übernommenen Motoren für Kompaktautos sollen auslaufen; stattdessen will Mercedes ein eigenes Aggregat entwickeln. Die Zukunft liege "sicher nicht in zehn verschiedenen Antrieben", so Schäfer.

Auch für den Brennstoffzellen-Antrieb sieht Schäfer keine große Zukunft, zumindest bei Pkw: "Bei Stückkosten, bei Energieeffizienz und dem benötigten Bauraum für die Tanks sehen wir erhebliche Nachteile." Für Lkw auf der Langstrecke sei die Brennstoffzelle dagegen sinnvoll.

Unser Titelbild zeigt ein Rendering der neuen Mercedes E-Klasse von Kolesa.ru, das wir von Motor1 übernommen haben.