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Sono Motors insolvent: Jetzt auch Solargeschäft gescheitert

Nach dem Aus für den Sion endet nun auch das Solargeschäft. Die Marke Sono Solar und die Technologie stehen zum Verkauf.

Sono Sion ist nun offiziell tot

Sono Motors ist nun offenbar endgültig pleite. Nachdem das Elektroauto Sono Sion bereits 2023 offiziell für tot erklärt wurde, ist die Firma nun auch mit ihrem Solargeschäft gescheitert. Trotz intensiver Investorengespräche konnte man sich keine tragfähige Finanzierung sichern, meldet die Firma nun. Die Marke Sono Solar sowie das dazugehörige Zulieferer-Geschäft mit Solarpaneelen für Fahrzeughersteller stehen zum Verkauf.

Das Sanierungsverfahren wurde notwendig, nachdem die Muttergesellschaft Sono Group N.V. im März 2026 ihren Rückzug aus der Solarsparte bekannt gab. Die Geschäftsführer Denis Azhar und Jan Schiermeister wollen nun das geistige Eigentum verkaufen, insbesondere die Technologie zur Integration von Solarmodulen in Fahrzeugkarosserien.

Das Aus für den Sion kam im Februar 2023. "Trotz der mehr als 45.000 Reservierungen und Vorbestellungen für den Sion waren wir gezwungen, auf die anhaltende Instabilität der Finanzmärkte zu reagieren und unser Geschäft zu verschlanken", sagte damals Laurin Hahn, Mitbegründer und CEO von Sono Motors.

Der damals beabsichtigte Verkauf des Sono-Projekts scheiterte offenbar, obwohl "die wichtigsten Meilensteine bereits erreicht wurden", wie die Firma damals schrieb. So waren 18 Validierungsfahrzeuge fertiggestellt worden und mit Valmet Automotive war ein erfahrener Auftragsproduzent gefunden worden. Gefehlt hatte es aber offenbar am nötigen Kapital.

Das 2016 gegründete Unternehmen hatte immer wieder vor dem Aus gestanden. Ende 2019 hatte man bei einer Crowdfunding-Aktion rund 50 Millionen Euro an Zahlungszusagen eingesammelt. Ende 2021 hatte sich Sono Motors dann frisches Kapital durch einen Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq besorgt. Der Kursverfall war allerdings dramatisch: Zum Börsenstart lag der Kurs bei bis zu 38 Dollar je Aktie, inzwischen werden nur noch 62 Cent gezahlt.

Ende 2022 wackelte die Finanzierung erneut. Die Firma überlegte bereits, das Sion-Programm aufzugeben und sich auf das weniger kapitalintensive B2B-Solargeschäft zurückzuziehen. Zuvor wollte man aber noch versuchen, gegen eine Anzahlung weitere Reservierungen für den Sion einzusammeln. Die angestrebte Zahl von 3.500 Kunden und Kundinnen wurde aber offenbar nicht erreicht.

Bis Februar 2023 hatte das Unternehmen etwa 22.000 private Anzahlungen erhalten. Diese sollten nach dem Aus für das Projekt zurückgezahlt werden. COO Thomas Hausch trat 2023 zurück, 300 Arbeitsplätze mussten abgebaut werden. 

Der Sion kostete 29.900 Euro. Die 4,47 Meter lange Schräghecklimousine sollte eine Außenhaut mit 456 nahtlos integrierten Solarzellen erhalten. Diese sollten die Reichweite um bis zu 245 Kilometer pro Woche erhöhen. Die 54 kWh große Lithium-Eisenphosphat-Batterie selbst sollte für eine Reichweite von 305 km sorgen. Für den Antrieb war ein 120-kW-Elektromotor an der Vorderachse eingeplant.

Unter dem Strich

Nach dem Aus für das Elektroauto Sono Sion sind nun auch die Pläne gescheitert, die ungewöhnliche Technologie mit flexibel einbaubaren Solarmodulen als Zulieferer anzubieten. Aus heutiger Sicht ist das nicht weiter verwunderlich: Solarmodule auf Elektroautos haben sich nicht durchgesetzt. Das dürfte daran liegen, dass sich die Investition für die Autokundschaft kaum rechnet.