Die Renault Group und das französische Kommissariat für Atomenergie und alternative Energien CEA haben bekannt gegeben, dass man gemeinsam ein bidirektionales Ladegerät für Elektrofahrzeuge entwickeln will, welches zum Ende des Jahrzehnts in einem Modell von Renault zum Einsatz kommen soll.

Mit dem Gerät sollen die Energieverluste beim Laden um 30 Prozent reduziert werden. Der positive Nebeneffekt bei der Verringerung von Ladeverlusten ist zudem, dass sich eine Fahrzeugbatterie deutlich schneller mit Strom versorgen lässt. Außerdem wird es Vehicle-to-Grid-tauglich sein und Energie aus dem Akku in das Stromnetz zurückspeisen können, um den Netzbetrieb zu optimieren und die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen. 

Renault und CEA entwickeln bidirektionales Bordladesystem für E-Autos

Im Mittelpunkt des bidirektionalen Ladegeräts steht eine neue Architektur für elektronische Stromrichter, die direkt in das Ladegerät des Fahrzeugs integriert ist. Sie besteht aus neuen Materialien und ist kompakter als bisherige Systeme. Die neue Architektur, die auf Halbleitermaterialien mit breitem Bandabstand wie Galliumnitrid oder Siliziumkarbid (wird schon im 800-Volt-System von Kia EV6, Hyundai Ioniq 5 oder Genesis GV60 eingesetzt) basiert, ermöglicht es, die Energieverluste bei der Spannungsumwandlung um 30 Prozent zu verringern und die Wärmeentwicklung zu reduzieren, was wiederum die Kühlung des Systems erleichtert. 

Darüber hinaus konnten die Entwicklungsteams der Renault Group und des CEA durch die Optimierung der Halbleiter und Kondensatoren das Volumen und die Kosten des Ladegeräts reduzieren.

Jean-François Salessy, Vice-President Advanced Engineering der Renault Group, sagt: "Das Gemeinschaftsprojekt mit dem CEA hat unsere Erwartungen übertroffen, denn es hat bestätigt, dass wir die erwarteten Leistungen in Bezug auf Effizienz und Kompaktheit erreichen können. Es eröffnet gute Perspektiven für die Leistungselektronik, die im Elektrofahrzeug eine echte Herausforderung darstellt, um die Kapazitäten der Batterien optimal zu nutzen. Mit der bidirektionalen Aufladung unterstützt das Fahrzeug das Stromnetz und ermöglicht dem Endverbraucher, die Energiekosten zu senken."

"Wir sind stolz darauf, die Renault Group bei dieser Entwicklung zu unterstützen", sagt Sébastien Dauvé, CEO des Forschungsinstituts CEA-Leti. "Wir konnten die Systemvision der Renault Group für die Elektrifizierung des Fahrzeugs und des Antriebsstrangs mit den Kompetenzen unserer Teams für Umrichterarchitekturen und Komponenten zusammenbringen. Am Ende haben wir eine Architektur realisiert, die an die Bedürfnisse angepasst ist und einen hohen Mehrwert bietet."