Ein großes Batteriezellen-Werk in Arizona plant der koreanische Batteriehersteller LG Energy Solution (LGES). Geplant ist eine Jahreskapazität von insgesamt 43 Gigawattstunden. Davon entfallen 27 GWh auf zylindrische Zellen vom Typ 2170 für Elektroautos. 

Das Werk war ursprünglich schon vor einem Jahr angekündigt worden. Damals sollten 11 GWh zylindrische Lithium-Ionen-Batterien in Queen Creek (Arizona) gefertigt werden. Es ging um eine Investition von 1,4 Milliarden Dollar. Der erste Spatenstich sollte im zweiten Quartal 2022 erfolgen, die Serienproduktion dann ab der zweiten Jahreshälfte 2024. Doch kurz darauf legte LG das Projekt wegen sich verschlechternder Wirtschaftsaussichten auf Eis.

Am Freitag gab LGES nun bekannt, dass man das Batterieprojekt wieder aufnehmen und in größerem Umfang realisieren will, wie Reuters berichtet. Dabei haben offenbar die Subventionen durch den Inflation Reduction Act (IRA) von US-Präsident Joe Biden eine Rolle gespielt.

"Die Entscheidung des Unternehmens, die Investitionen zu erhöhen … beruht auf der steigenden Nachfrage von Elektroauto-Herstellern nach lokal hergestellten, hochwertigen Hochleistungsbatterien, um die Elektroauto-Steuergutschriften des Inflation Reduction Act zu erfüllen", schrieb LGES in einer Erklärung.

Schon im Oktober hatte LGES eine 4,4 Milliarden teure Batteriefabrik in Ohio angekündigt, die aber zusammen mit Honda gebaut wird. Dort soll die Jahreskapazität bei 40 GWh liegen. Die Zellen sind ausschließlich für Honda- und Acura-Fahrzeuge auf dem nordamerikanischen Markt bestimmt.

Das neue Werk wird aus zwei Teilen bestehen. Eine produziert zylindrische Batterien für Elektroautos, die andere baut Pouch-Zellen für stationäre Energiespeicher (ESS) mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP). Die Anlage für Elektroauto-Zellen soll 27 GWh jährlich produzieren können, die für die stationären Speicher 16 GWh.

Insgesamt sollen 5,6 Milliarden Dollar investiert werden; davon fließen 3,2 Milliarden in die Anlage für die zylindrischen Zellen. Für beide Teile des Werks soll der erste Spatenstich noch dieses Jahr erfolgen. Die Produktion der Elektroauto-Batterien soll 2025 beginnen, die für die stationären Speicher 2026.

Für welche Kunden die Zellen gedacht sind, geht aus dem Bericht nicht hervor. Im Januar hatte LGES jedoch gemeldet, dass es Gespräche mit Tesla und Elektroauto-Startups über die Lieferung von Batterien gebe. So vermutete nun ein Finanzanalyst, dass Tesla zu den Kunden für die 2170-Zellen zählt: "Als LGES seinen Arizona-Plan zum ersten Mal ankündigte, war Tesla wahrscheinlich nicht auf der Kundenliste des geplanten Werks, aber es ist jetzt wahrscheinlich auf der Liste und einer der Hauptgründe, warum die Investitionen stark gestiegen sind", sagte Rho Woo-ho von Meritz Securities.