Audi und Chinas staatlicher Automobilhersteller SAIC Motor haben bestätigt, dass sie eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei Elektroauto-Projekten für den chinesischen Markt getroffen haben.

Audi teilte deshalb am 20. Juli mit, dass man eine Vereinbarung mit SAIC getroffen hat, die es den beiden Unternehmen ermöglichen wird, die Elektrifizierung ihrer Portfolios auf dem schnell wachsenden chinesischen Markt zu beschleunigen. Die beiden Unternehmen haben keine weiteren Details zu ihrer Partnerschaft bekannt gegeben, aber Audi ist Berichten zufolge daran interessiert, eine Plattform zu nutzen, die SAICs Premium-EV-Marke IM Motors gehört. 

Die EV-Architektur unterstützt sowohl Heck- als auch Allradantrieb und wird derzeit von SAICs IM Motors für die L7-Limousine und das LS7-SUV verwendet. Es wird gemunkelt, dass Audi plant, die EV-Plattform von SAIC für die Serienvarianten der Konzepte Activesphere, Urbansphere, Skysphere und Grandsphere zu nutzen.

Zu Sijie, Chefingenieur bei SAIC, sagte gegenüber Reportern, dass der Autohersteller seine Zusammenarbeit mit Audi vertiefen wolle und fügte hinzu, dass Lizenzierung und gemeinsame Entwicklung Optionen für zukünftige Projekte seien.

Übrigens: Die Muttergesellschaft von Audi (der Volkswagen-Konzern) hat bereits ein Joint Venture mit SAIC namens SAIC-Volkswagen, das benzinbetriebene Autos in China baut.

Bildergalerie: Audi Urbansphere Concept

Der Ingolstädter Hersteller steht unter dem Druck, seine Verkaufszahlen vor allem in China zu verbessern, nachdem sein Vorstoß in die Elektromobilität aufgrund von Verzögerungen bei der Softwareentwicklung des VW-Konzerns ins Stocken geraten ist. 

Der Audi Q6 e-tron, der auf der Premium Platform Electric (PPE) basiert, wurde auf 2024 verschoben und der VW-Konzern hat auch das Artemis-Projekt von Audi für ein selbstfahrendes EV-Flaggschiff abgesagt. Auch die von VW entwickelte Scalable Systems Platform (SSP) hat sich aufgrund von Softwareproblemen verzögert.

Wie Bloomberg berichtet, markiert die Entscheidung von Audi, bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen mit SAIC Motor zusammenzuarbeiten, einen Wendepunkt in der chinesischen Automobilindustrie, die nicht mehr von ausländischen Herstellern lernen, sondern ihre eigene Technologie entwickeln will.

Der Audi-SAIC-Deal kommt Wochen nach der Ankündigung, dass Audi den Vorstandsvorsitzenden Markus Duesmann mit Wirkung zum 1. September 2023 durch den VW-Konzernveteranen Gernot Döllner ersetzen wird. Der neue Vorstandschef muss Herausforderungen wie die schleppende Elektrifizierung und die Einführung neuer Modelle angehen.

Audi wurde im ersten Quartal des Jahres weltweit von Tesla überholt und der Marktanteil von Audi in China schrumpft aufgrund fehlender E-Modelle.