Respekt, da waren die Marketing-Leute von Stellantis schnell mit dem Rechenstift: Erst am Samstagvormittag wurde verkündet, dass der Umweltbonus am Sonntagabend um Mitternacht ausläuft, und schon am Montagmorgen drauf hatte der Konzern ein Gegenmittel parat: Stellantis garantiert den Umweltbonus für Privatkunden.

Das Beispiel wird nun von immer mehr Marken nachgeahmt: Mercedes und Smart gaben am Montagnachmittag ähnliche Aktionen bekannt, am Abend folgten Toyota, Tesla und Nissan dem Beispiel. Am heutigen Dienstag gaben auch Subaru, VW, Seat/Cupra, MG Motor, Hyundai und andere entsprechende Rabattaktionen bekannt. 

Stellantis: Rabatt für alle E-Autos, von Abarth bis Peugeot 

Das Stellantis-Angebot gilt bis einschließlich 31.12.2023 für Elektrofahrzeuge, die nach den bisherigen Bafa-Richtlinien förderberechtigt sind. Das gilt für Privatkunden, die ihr bereits bestelltes vollelektrisches Fahrzeug der Marken Abarth, Citroën, DS, Fiat, Jeep, Opel oder Peugeot bis zum 31.12.2023 zulassen. 

Auch wer die Elektroauto-Prämie bislang noch nicht beantragt hat, erhält also von Stellantis einen Rabatt in Höhe des Umweltbonus. Und der beträgt nach bisheriger Regelung bis zu 4.500 Euro. Mit dem Herstelleranteil und der Mehrwertsteuer sind es sogar 7.178 Euro. Wie hoch der Rabatt genau ist, gibt Stellantis in seiner Pressemitteilung nicht an.

Für bereits bestellte Autos, die erst nach dem Jahreswechsel zugelassen werden, garantiert der Konzern den geplanten, reduzierten Umweltbonus für 2024, also bis zu 3.000 Euro. Dieses Angebot gilt für Zulassungen bis Ende Februar 2024. Auch hier wird ein Preisnachlass in der entsprechenden Höhe gewährt. 

"Gemeinsam mit unseren Handelspartnern lassen wir unsere Kundinnen und Kunden nicht im Regen stehen", sagt Stellantis-Deutschland-Chef Lars Bialkowski. "Wir haben die Entscheidung, den Umweltbonus mit weit weniger als 48 Stunden Vorlauf zu beenden, mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen."

Stellantis hat derzeit 24 batterieelektrische Modelle (BEV) im Portfolio. Zu den beliebtesten gehören der Fiat 500 Elektro und der Opel Corsa Electric. 2024 soll nochmal die gleiche Anzahl an BEV-Modellen hinzukommen.

Mercedes: 2024 weniger großzügig als Stellantis

Auch Mercedes gewährt 2023 noch Rabatte in Höhe der Elektroauto-Förderung: Für Lieferungen und Zulassungen zwischen dem 18. und dem 31.12.2023 übernimmt Mercedes neben dem Herstelleranteil auch den bisherigen staatlichen Anteil – wenn der Antrag zu spät beim BAFA einging, um noch die Staatsförderung zu bekommen. 

Anders als bei Stellantis wird bei Mercedes ab 2024 aber nur der (reduzierte) Herstelleranteil als Preisnachlass gewährt, nicht die geplante Bundesförderung: Für Autos, die im Jahr 2024 ausgeliefert werden, und für Neuaufträge ab 1. Januar 2024 zahlt Mercedes den Herstelleranteil auf Basis der für 2024 ursprünglich vorgesehenen Förderhöhe, schreibt der Hersteller. Wie lang das Angebot gilt, wird nicht mitgeteilt. Ob es weitere Maßnahmen geben wird, prüft Mercedes noch. Es ist also denkbar, dass bald auch die Staatsförderung übernommen wird. 

Smart: Volle Förderung 2023 und 2024 

Anders als Mercedes gewährt Smart auch 2024 noch einen Rabatt in Höhe von Herstelleranteil und Staatsförderung. Für Fahrzeuge mit Zulassung bis zum 31. Dezember übernimmt Smart die bis volle Förderung (Herstelleranteil und Staatsanteil). Für Fahrzeuge mit Zulassung ab dem 1. Januar erhalten Privatkunden, die bis Ende des Jahres bestellen bzw. schon bestellt haben, die ursprünglich ab Januar 2024 geplante reduzierte Förderung. Das schließt den Umweltbonus und den Herstelleranteil ein. Dieser Ausgleich wird ebenfalls als Preisnachlass gewährt.

Toyota und Lexus: Bis Jahresende 2023 volle Prämie 

Auch Toyota hat sich zum Ausgleich der weggefallenen Prämie entschlossen. Alle Kunden, die ein förderungsfähiges Elektrofahrzeug bestellt haben, erhalten von Toyota und Lexus eine Prämie von bis zu 6.750 Euro, entsprechend den bisherigen Regelungen der staatlichen Förderung.

Darüber hinaus bietet Toyota und Lexus allen Kunden, die bis einschließlich 31. Dezember 2023 ein Elektrofahrzeug aus dem verfügbaren Bestand kaufen, die Prämie an. Die Höhe ist abhängig vom Nettolistenpreis des jeweiligen Elektrofahrzeugs. Auch bei einer Zulassung nach dem 1. Januar 2024 wird diese Prämie gewährt.

Tesla kündigt ebenfalls Übernahme der Prämie an

Wie zu erwarten, ist auch Tesla bemüht, eine Nachfragedelle kurz vor dem Jahresende zu vermeiden. Schließlich will Elon Musk die versprochene Auslieferungszahl von 1,8 Millionen Fahrzeugen im Gesamtjahr erreichen. So kündigte der Hersteller an, die abgeschaffte Förderung zu übernehmen, und zwar für alle Model 3 und Y, die bis Jahresende ausgeliefert werden. Das umfasst auch den Herstelleranteil, wie es in dem Posting heißt: 

 

Nissan: Übernahme der Förderung für bestellte E-Autos

Nissan übernimmt die Umweltprämie für bereits bestellte Elektroautos. Die Regelung gilt für alle bis einschließlich 17. Dezember von Privatkundinnen und -kunden bestellten und ab dem 18. Dezember erstzugelassenen Nissan Ariya, Leaf und Townstar EV. Voraussetzungen sind, dass die Fahrzeuge nach den bisherigen Richtlinien förderfähig waren und die Prämie beim BAFA noch nicht beantragt wurde. Gewährt wird ein Preisnachlass in Höhe der kompletten bisherigen Förderung (Staats- und Herstelleranteil). Für Erstzulassungen ab dem 1. Januar 2024 gilt die ursprünglich geplante, reduzierte Umweltprämie.

Volkswagen: Komplette Förderung wie vom Bund geplant 

Die Marke Volkswagen übernimmt für Privatkunden, die bereits vor dem 15. Dezember ein förderfähiges Fahrzeug aus der ID-Familie bestellt haben, die komplette Förderung, also Herstelleranteil und den bisherigen staatlichen Anteil. Werden die Fahrzeuge noch 2023 ausgeliefert und zugelassen, erhält man einen Rabatt von bis zu 6.750 Euro. Erfolgen Auslieferung und Zulassung hingegen erst im neuen Jahr, und zwar bis zum 31. März 2024, zahlt VW eine Prämie von bis zu 4.500 Euro, wie sie ursprünglich von der Bundesregierung in Aussicht gestellt worden war.

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