Am 12. Oktober stellte Kia gleich drei neue Elektromodelle vor: den EV3, den EV4 und den EV5. Während die Informationen zum EV5 schon recht konkret waren, gab es zum EV3 und EV4 nicht ganz so viele Informationen. Nun gibt es Neues zur Markteinführung.

Der EV3 soll noch in der ersten Jahreshälfte gelauncht werden, während der EV4 auf Anfang 2025 verschoben wurde. Das habe Kia-Vizepräsident Woo-Jeong Woo während einer Telefonkonferenz gesagt, berichtet TheKoreanCarBlog. Ursprünglich sollte der EV4 noch 2024 starten. Der Grund für die Verzögerung des EV4 wurde nicht genannt.

Kia EV3 debütiert in Südkorea

EV3, EV4 und EV5 sind allesamt Elektroautos auf Basis der Plattform E-GMP, doch erstmals haben nicht alle Modelle ein 800-Volt-System und erstmals gibt es auch Fronttriebler. Der Kia EV3 soll ähnlich groß sein wie der Kia Niro; das wären rund 4,40 Meter Länge. Ob das bedeutet, dass der Niro Elektro, dessen aktuelle Generation in Deutschland erst 2022 startete, ausrangiert wird, müssen wir abwarten. Ansonsten gibt es bisher nur vage Informationen zum EV3, der als Studie vorgestellt wurde.

Kia EV4 Concept (2023)

Auch der Kia EV4 wurde nur als Studie präsentiert. Er wurde als eine Art elektrischer Nachfolger des Verbrenner-Modells Kia Stinger aufgefasst. Da letzterer rund 4,80 Meter lang war, dürfte der EV4 ein Konkurrenten des Hyundai Ioniq 6 und des Tesla Model 3 werden. 

Der EV4 soll nach Gerüchten einen Frontantrieb haben. Um einen günstigen Preis zu ermöglichen, könnte es eine Basisversion mit Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) und 400-Volt-System geben, wie sie in China im EV5 angeboten wird.

Kia EV5 (2024): Das Exterieur

Denn anders als EV3 und EV4 ist der EV5 keine Studie mehr, sondern kam schon Ende 2024 auf den chinesischen Markt. Dort gibt es drei Motor-Akku-Kombinationen, vom 160 kW starken Fronttriebler mit 64-kWh-Batterie über eine Long-Range-Version mit dem gleichen Antrieb aber einem 84-kWh-Akku bis hin zu einem 230 kW starken Allradler mit der großen Batterie. In Korea werden andere Akkus eingesetzt; welche Versionen nach Europa kommen, wurde noch nicht verraten. 

Die drei Modelle EV3, EV4 und EV5 sollen laut Kia zwischen 35.000 und 50.000 Dollar kosten, also etwa 32.000 bis 46.000 Euro. Damit sind die Neulinge günstiger als die bisherigen EV-Modelle: Den Kia EV6 gibt es in Deutschland ab rund 47.000 Euro, den EV9 erst ab 72.000 Euro. Produziert werden die neuen Modelle in Gwangmyeong, einem südöstlichen Vorort von Seoul. Das  Gwangmyeong-Werk 2, das zuvor den Kia Pride und den Stonic produzierte, wurde dazu in acht Monaten umgerüstet. Nun soll sie 150.000 Elektroautos pro Jahr bauen können.

2026 will Kia eine Million Elektroautos verkaufen und 2030 mehr als 1,6 Millionen. Das sind ambitionierte Ziele, denn letztes Jahr wurden erst 576.000 elektrifizierte Autos (Plug-in-Hybride und Elektroautos) abgesetzt. Über alle Antriebsarten hinweg verkaufte Kia 2023 weltweit rund 3,1 Millionen Autos.

Unterm Strich

Nach EV6 und EV9 baut Kia seine Elektroauto-Palette nun nach unten aus. Das passt zur veränderten Marktsituation für Elektroautos: Der Markt ist zum Käufermarkt geworden, und die Kundschaft akzeptiert keine allzu hohen Preise mehr. Das resultiert in der derzeit tobenden Rabattschlacht und in vielen Ankündigungen von günstigeren Modellen.