Die neue Nutzfahrzeug-Garde von Opel wurde im Herbst vorgestellt: der kleine Combo Electric, der mittelgroßen Vivaro Electric und den großen Movano Electric. Der Vivaro ist schon seit Dezember bestellbar, nun gilt das auch für die anderen beiden Nützlinge. Der neue Combo Electric hat einen Basispreis von 31.250 Euro netto (37.188 Euro brutto), der Movano Electric ist ab 55.800 Euro (66.402 Euro brutto) bestellbar.

Opel Combo Electric: Geliftet, aber mit altem 100-kW-Antrieb

Der Opel Combo Electric erhält hauptsächlich eine neue Optik und eine verbesserte Ausstattung. Erkennbar ist er an der modifizierten Front mit dem "Opel Vizor" – der glänzend schwarzen Blende. Neu sind auch die optional verfügbaren Matrix-LED-Scheinwerfer, der kamerabasierte Innenspiegel und die optionalen Infotainment-Systeme mit zwei 10-Zoll-Farbscreens.

Für den Antrieb sorgt dagegen der altbekannte 100-kW-Motor in Kombination mit der 50-kWh-Batterie. Die neu hinzugekommene Wärmepumpe und Verbesserungen am Antrieb lassen die Reichweite um rund 50 km auf 330 Kilometer steigen. Aufgeladen wird serienmäßig nur mit einphasigem Wechselstrom, für einen 11-kW-Lader zahlt man Aufpreis. alternativ lässt sich der Akku mit bis zu 100 kW Gleichstrom in rund 30 Minuten auf 80 Prozent bringen.

Auf der Opel-Website erscheint die neue Cargo-Version bereits, sie ist als zweisitziger Combo Cargo Electric in zwei verschiedenen Längen sowie mit Doppelkabine konfigurierbar. Die Pkw-Variante Opel Combo Life Electric erscheint auf der Website dagegen noch mit dem alten Grill.

Bildergalerie: Opel Combo Cargo Electric (2024)

Opel Movano Electric: Neuer Akku, neuer Antrieb

Zweiter Neuling ist der Opel Movano Electric der nun mit deutlich größerem Akku vorfährt: Statt wahlweise 37 oder 70 kWh sind es nun gleich 110 kWh. Damit erhöht sich die Reichweite von bisher 117 bzw. 224 Kilometer auf satte 420 Kilometer. Auch die Antriebsleistung steigt deutlich: Statt 90 sind es nun 200 kW, also mehr als doppelt so viel wie bisher.

Bildergalerie: Opel Movano Electric (2024)

Wie bei den meisten Stellantis-Elektroautos kann man zwischen drei Fahrmodi (Normal, Eco und Power) wählen, mit denen die Leistung mehr oder weniger begrenzt werden. Beim Kick-Down steht aber immer die volle Leistung zur Verfügung. Neu gegenüber vielen anderen Stellantis-Stromern sind die Lenkradwippen, mit denen man die Rekuperation vierstufig einstellen kann.

Ebenfalls nicht selbstverständlich bei Stellantis: Der Movano Electric hat serienmäßig einen dreiphasigen Bordlader für bis zu 11 kW Wechselstrom. Erstmals bei Opel lässt sich der Akku zudem nicht nur mit 100 kW Gleichstrom laden, sondern mit 150 kW. Wegen der großen Batterie dauert ein Ladehub auf 80 Prozent aber auch so noch 55 Minuten. Angenommen, die 110 kWh sind die nutzbare Kapazität, entspricht das einer eher mittelmäßigen Ladegeschwindigkeit von 1,6 kWh/min. 

Besonders stolz ist Opel auf die Assistenzsysteme: Der Transporter macht durch die Kombination aus Abstandstempomat (ACC) und Spurhalteassistent das teilautonome Fahren auf Level 2 möglich, allerdings nur bis 30 km/h. Auch Verkehrszeichenerkennung, Antikollisionssystem, Totwinkel-Assistent und ein kamerabasierter Innenspiegel sind verfügbar. Der neue Movano Electric ist auf der Opel-Website schon konfigurierbar. Es gibt ihn in etlichen Varianten mit unterschiedlichen Längen und Höhen. 

Unter dem Strich

Der Opel Combo Electric wurde in der Cargo-Version geliftet, die Pkw-Variante wartet noch darauf. Hoffen wir, dass beim neuen Combo Life zumindest optional der neue 115-kW-Antrieb und die größere Batterie eingebaut wird. Der elektrische Movano beeindruckt mit seiner starken Antriebsleistung und der deutlich gestiegenen Reichweite, nur das Schnellladen dauert noch länger als eine Standard-Mittagspause.