Es läuft wieder, oder fast. Tesla Giga Berlin in Grünheide kann im wahrsten Wortsinne wieder ans Netz gehen: Ein Brandanschlag kappte vergangene Woche die Stromversorgung der Fabrik und sorgte für Stopp der Produktion.

Es wird noch ein paar Tage dauern, bis der Normalbetrieb wiederhergestellt ist, aber das mit der Schadensbehebung beauftragte Energieversorgungsunternehmen behauptet, das Werk wieder an das Netz angeschlossen zu haben. "Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis die Produktion vollständig wieder aufgenommen werden kann, aber der wichtigste Schritt ist getan", sagt der Leiter des Werks, Andre Thierig. 

Bildergalerie: Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg 2021

Nun wird der amerikanische Hersteller die Anlagen schrittweise wieder hochfahren, auch wenn die Folgen des Stopps bereits spürbar sind: Experten schätzen einen Rückgang der Auslieferungen von 489.000 auf 421.000 Einheiten im ersten Quartal. In Grünheide wird das Model Y gefertigt.

Am Morgen des 5. März war in der Nähe des deutschen Tesla-Werks ein Feuer ausgebrochen. Die Fabrik war ohne Strom und musste die Produktion einstellen. Unmittelbar nach dem Vorfall fanden die Behörden Hinweise auf extremistische Umweltschützer, die gegen die Erweiterung der Fabrik waren.

Tatsächlich hatte sich am Nachmittag eine Organisation, die sich Vulkan-Gruppe nennt, in einem online veröffentlichten Brief zu dem Brandanschlag bekannt. "Heute haben wir Tesla sabotiert", hieß es in dem Schreiben, ohne jedoch die Verantwortlichen zu nennen.

Der Erweiterungsplan für Giga Berlin

Die Polizei hatte auch berichtet, dass sie einen Anruf erhalten hatte, in dem vor einem brennenden Strommast in der Nähe des Werks gewarnt wurde. Die Flammen hatten das Tesla-Werk nicht erreicht, das jedoch aus Sicherheitsgründen evakuiert worden war, während die Produktion unterbrochen wurde. Die Kosten der Unterbrechung - so hatte der Hersteller angekündigt - lagen im neunstelligen Bereich.

Der Bau der Gigafactory bei Berlin war immer wieder umstritten. Umweltschützer waren sofort gegen den Bau, weil dafür ein großer Teil des Waldes abgeholzt werden würde.

Außerdem ist das Wasser, aus dem die Fabrik gespeist wird, trinkbar, und es wird befürchtet, dass es für die Autoproduktion und nicht für die Verteilung an die Bevölkerung in der Nähe verwendet wird und dass das Grundwasser selbst durch die Fabrik verschmutzt werden könnte.

Aber Tesla hat seine Gigafactory trotzdem gebaut und plant, sie zu erweitern. Derzeit liegt die Kapazität bei etwa 500.000 Elektroautos pro Jahr, und das Ziel ist, diese zu verdoppeln. Die Bürgerinnen und Bürger in den benachbarten Gebieten sind damit nicht einverstanden und haben kürzlich einen Antrag gegen die Erweiterung abgelehnt. Um die Erweiterung zu verhindern, haben hundert Umweltschützer in den letzten Tagen mit der Errichtung von Baumhäusern und Plattformen auf dem Boden protestiert.