Nun haben wir es Schwarz auf Weiß: Die Neuzulassungen bei Elektroautos gehen in Deutschland tatsächlich zurück, und zwar deutlich. Während der Gesamtmarkt im ersten Quartal 2024 zulegte, gingen die Verkaufszahlen der batterieelektrischen Fahrzeuge (BEVs) um 14 Prozent zurück. 

Der Gesamtmarkt, also die Neuzulassungen über alle Antriebsarten hinweg, wuchs in den ersten drei Monaten des Jahres auf knapp 695.000 Autos. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das ein Plus von 4,2 Prozent. Dagegen gingen die Elektroauto-Verkäufe um 14,1 Prozent zurück auf rund 81.000 Stück. Im ersten Quartal 2023 waren es noch 94.736 Stück gewesen.

So lag auch der BEV-Marktanteil im ersten Quartal bei nur noch 11,7 Prozent, berichtet der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2023 lag er noch bei 18,3 Prozent.

Im Monat März sanken die BEV-Verkaufszahlen sogar um fast 29 Prozent (gegenüber März 2023). Dabei hatte der Monat dieses Jahr sogar drei Arbeitstage mehr als letztes Jahr. 

Reinhard Zirpel, der einstige Chef der Renault-Presseabteilung und noch bis Juni amtierender VDIK-Präsident (danach übernimmt Ex-Opel-Chef Michael Lohscheller), meinte, "der zweistellige Rückgang bei den Elektrofahrzeugen" sei besorgniserregend. "Leider ist das Vertrauen der Kunden in den BEV-Markt durch den Ende 2023 abrupt entschiedenen Wegfall des Elektrobonus mehr als beeinträchtigt. Kontraproduktiv sind auch die aktuellen Diskussionen zu einem möglichen Aus des für 2035 von der EU geplanten Verbrenner-Ausstiegs," so Zirpel.

Anders als die Elektroautos legten Plug-in-Hybride (PHEVs) spürbar zu: Von Januar bis März 2024 wurden knapp 45.000 Neuzulassungen verzeichnet. Das ist ein deutliches Plus von 19,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Deutscher Auto-Gesamtmarkt (Monatschart)

Welche Elektroauto-Modelle sich im ersten Quartals am besten verkauften, geht weder aus der Pressemitteilung des VDIK noch aus der fast gleichzeitig ausgesandten Meldung des Kraftfahrtbundesamts (KBA) hervor. Dazu müssen wir die gewöhnlich ein paar Tage später veröffentlichte KBA-Statistik FZ10 abwarten. Bisher lagen das Tesla Model Y, der VW ID.4/ID.5 und der Skoda Enyaq auf den ersten Plätzen. Die ersten beiden Plätze dürften unverändert bleiben, doch spannend wird es auf Platz 3, denn im Jahr 2023 saßen der Fiat 500 Elektro und der VW ID.3 dem Skoda im Genick.  

Unter dem Strich

Bei den Monatsmeldungen vom Januar und Februar waren wir noch skeptisch – bei einzelnen Monaten spielen auch statistische Effekte eine Rolle, da geht es auch mal darum, ob ein Auto-Transportschiff ein paar Tage früher oder später anlegt. Doch auf Quartalsbasis mittelt sich das wohl heraus. So ist nun klar: Der Elektroauto-Verkauf in Deutschland zeigt wirklich Schwäche. Und das trotz all der Rabatte, mit denen die Autohersteller den Absatz hoch halten wollen.