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Renault plant Level-4-Fahrzeug für öffentlichen Verkehr
Ans autonome Fahren mit dem Pkw glaubt der Hersteller nicht

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
16. Mai 2024 um 07:59 Uhr
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Die Renault Group kündigt ein Shuttle-Fahrzeug an, das autonom auf Level 4 fahren soll. Das Fahrzeug soll "zeitnah" im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden. Prototypen sollen schon ab Ende Mai Gäste durch Paris chauffieren. Der Fahrservice soll beim Tennisturnier Roland-Garros (ab 20. Mai) Gäste vom Bois-de-Boulogne zum Roland-Garros-Stadion bringen und wieder zurück.
Der Konzern entwickelt derzeit eine elektrisch angetriebene "miniBus-Plattform" auf der Basis des neuen Renault Master. Diese wird mit verschiedenen Automatisierungslösungen von Spezialisten wie EasyMile oder Milla aufgerüstet. Zu den Partnern kommt nun WeRide hinzu. Die Firma hat in Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika bereits über 700 autonome Fahrzeuge im Einsatz, darunter 300 Minibusse. Mit Renault sollen die Aktivitäten auf Europa ausgeweitet werden.
Bildergalerie: Renaults autonomes Level-4-Shuttle

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Die internationale Skala des autonomen Fahrens umfasst sechs Level, von L0 bis L5. Die allermeisten Fahrzeuge beherrschen heute das Fahren auf L2 und L2+. Dazu gehören neben dem Abstandstempomat (ACC) und dem Spurhalteassistent auch fortgeschrittene Funktionen wie der automatisierte Spurwechsel (zum Beispiel im BMW i5). Trotz der Assistenten liegt die Verantwortung hier nach wie vor bei der Person am Steuer.
Schon beim nächstfolgenden Level 3 werden die technischen Anforderungen deutlich höher, da das Fahrzeug hier auch in komplexen Verkehrssituationen sicher unterwegs sein muss. Angesichts der Kosten sieht Renault höchstens geringfügige Nachfrage für L3-Pkws.
Anders schätzt der französische Hersteller die Lage im öffentlichen Nahverkehr ein. Der jährliche Bedarf werde in den kommenden Jahren auf mehrere tausend Minibusse steigen, denn allein in Europa werden sich über 400 Großstädte schrittweise zu Niedrigemissionszonen entwickeln, so Renault.
Autonome Minibusse können dann eine flexible Ergänzung zu U-Bahn, Straßenbahn und Bus sein. Die Kosten für die Automatisierung sollen durch den Wegfall des Fahrpersonals kompensiert werden. Die Renault-Shuttles sollen das Autonomie-Level 4 erreichen. Dabei können sich Fahrzeuge innerhalb eines definierten Bereichs mit Fernüberwachung selbstständig bewegen, ohne dass eine Fahrerin oder ein Fahrer an Bord ist. Geplant ist, "noch vor Ende dieses Jahrzehnts eine Reihe von autonomen, kohlenstoffarmen Kleinbussen anzubieten", sagte Renault-Entwicklungsvorstand Gilles Le Borgne.
Um die beste Lösung für den autonomen öffentlichen Nahverkehr zu finden, führt der Konzern seit Jahren Versuche durch. Dazu zählt auch das 2023 angekündigte Projekt Mach 2. Es soll 2026 zu einer Flotte automatisierter elektrischer Kleinbusse führen. Diese sollen ins öffentliche Verkehrsnetz der französischen Kleinstadt Châteauroux in Zentralfrankreich integriert werden.
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Unter dem Strich
Anders als viele Hersteller sieht Renault keine Perspektive für autonom fahrende Pkw. Statt auf Pkw-artige Robotaxis wie etwa Tesla oder Hyundai mit seinem Ioniq 5 setzt der französische Hersteller ausschließlich auf Shuttles, die den öffentlichen Nahverkehr ergänzen sollen. Diese könnten immer dann eingesetzt werden, wenn so wenige Leute transportiert werden müssen, dass sich ein Stadtbus nicht lohnt – zum Beispiel in der Nacht oder am Stadtrand.
Quelle: Renault
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