Auch im ersten Halbjahr 2024 setzte sich die Nachfrageschwäche bei Elektroautos fort. Von Januar bis Juni wurden rund 184.000 batterieelektrische Autos in Deutschland abgesetzt; das waren etwa 36.000 Fahrzeuge oder 16,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2023.

Die Gesamtzahl aller Neuzulassungen wuchs dagegen: In der ersten Hälfte des Jahres 2023 wurden 1.396.870 Neuwagen zugelassen, im ersten Halbjahr 2024 waren es 1.471.641 Stück, also fünf Prozent mehr. Damit sank der Anteil der BEVs von 15,8 auf nur noch 12,5 Prozent. Das geht aus den offiziellen Statistiken des Kraftfahrtbundesamts (KBA) hervor.

Wenn man sich die einzelnen Marken ansieht, fällt erneut der scharfe Rückgang bei den Tesla-Verkäufen auf: Es wurden fast 42 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. VW musste auch leiden, musste aber "nur" 15 Prozent minus einstecken. Wie schon in den ersten fünf Monaten des Jahres überrundete deshalb VW den US-Konkurrenten und landete auf Platz 1.

Marke BEV-Verkäufe 1. Halbjahr 2024 BEV-Verkäufe 1. Halbjahr 2023 Differenz
1. VW 29.213 34.414 -15%
2. Tesla 21.249 36.384 -42%
3. BMW 18.312 12.845 +42%
4. Mercedes 15.494 16.913  -8%
5. Audi 11.570 14.415 -20%
6. MG 11.023 7.705 +43%
7. Skoda 9.629 7.769 +24%
8. Smart 8.549 8.268 +3%
9. Hyundai/Genesis 8.371 12.097 -31%
10. Volvo 7.909 4.095 +93%
Alle Marken 184.125 220.244 -16,3%

So stark wie Tesla nachließ, so stark holte BMW auf: Um gleich 42 Prozent lag die Münchner Marke im Plus. Nach wie vor liegt BMW damit vor den Erzkonkurrenten Mercedes und Audi, die unverändert auf den Plätzen 4 und 5 liegen. Auf Platz 6 aber landet nicht mehr Skoda, sondern MG: Die Marke überrascht mit einem Plus von 43 Prozent und macht damit drei Plätze gut. Über 80 Prozent der BEV-Verkäufe des britisch-chinesischen Fabrikats entfallen auf den MG4 Electric; von dem Kompaktwagen wurden allein im Juni 4.492 Stück verkauft.

Skoda legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum ebenfalls deutlich zu, muss sich nun aber mit Rang 7 zufriedengeben. Smart rutscht durch den Aufstieg von MG auf Platz 8 ab,  Hyundai/Genesis und Volvo landen wie gehabt auf den Plätzen 9 und 10. Bemerkenswert: Hyundai verliert über 30 Prozent. Volvo indes hat das Verkaufsvolumen gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt; der neue EX30 macht mit rund 4.900 Stück über 60 Prozent der BEV-Verkäufe der Marke aus.

Tesla Model Y (2023): Fahraufnahme von schräg vorne

Tesla Model Y: Absatzminus von 40 Prozent

Das meistgekaufte Elektroauto Deutschlands ist nach wie vor das Tesla Model Y mit 16.662 Neuzulassungen im ersten Halbjahr. Der bundesweite BEV-Bestseller musste aber gewaltig Federn lassen, denn im Vorjahreszeitraum wurden noch 27.825 Stück verkauft – das ist ein Minus von 40 Prozent.

Nummer zwei bei den Bestsellern ist überraschend nun der VW ID.3 mit 13.310 Stück, der den ID.4 (11.119 Stück) und etliche andere Modelle überholt hat. Im ersten Quartal 2024 lag das Kompaktmodell noch auf Rang 7. Der Grund ist offenbar eine Leasingaktion, bei der das ID.3 für unter 200 Euro im Monat angeboten wird, wie die Automobilwiche berichtet. Vermutlich ist auch das große Plus beim MG4 Electric auf eine Verkaufsförderung zurückzuführen. Vermutlich hat es mit den Firmenkunden zu tun, auf die beim MG4 nicht weniger als 81 Prozent der Verkäufe entfallen.  

Unter dem Strich

Nach wie vor werden weniger Elektroautos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Das Minus scheint sich nun auf rund 16 Prozent zu stabilisieren, was ziemlich genau der Prognose des VDA fürs Gesamtjahr entspricht (-17 Prozent). Besonders stark leiden Tesla und Hyundai, während MG und Volvo deutlich zulegten.