Europäisches MG-Werk in Spanien, Ungarn oder Tschechien?
Entscheidung über Standort soll bis Ende September fallen – wegen der EU-Strafzölle
Ähnlich wie Chery und BYD will auch MG ein Werk in Europa haben. Auf einen Standort hat man sich aber noch nicht festgelegt. Spanien, Ungarn und Tschechien sollen in der engeren Wahl sein. Bis zum 30. September will sich Mutterkonzern SAIC entscheiden.
Nach chinesischen Medienberichten verhandelt SAIC schon mit dem spanischen Industrieministerium, berichtet CarNewsChina. Aber auch Ungarn und die Tschechische Republik sind noch im Rennen, denn hier sind die Arbeitskosten besonders niedrig.
Unangefochtener Bestseller von MG in Europa: Der MG4 Electric
SAIC ist mit MG von den EU-Strafzöllen betroffen; die Firma muss sogar 37,6 Prozent zahlen, also den höchsten Satz. Für SAIC wurde damit der höchste Strafzoll festgesetzt. Denn der Konzern habe zwar mit der EU kooperiert, aber wichtige Informationen verschwiegen, darunter Batteriedaten, so der Bericht. Die Strafzölle sollen jedenfalls der Grund dafür sein, dass MG nun die Errichtung eines Werks in Europas forciert. Die ersten Fahrzeuge sollen allerdings erst im vierten Quartal 2027 produziert werden, denn zuerst muss die Fabrik errichtet werden.
MG exportiert unter den China-Marken am meisten Elektroautos in die EU. In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2024 rund 11.000 neue BEVs (batterieelektrische Fahrzeuge) zugelassen. Das ist deutlich mehr als andere Marken wie BYD (knapp 1.200 Stück), GWM (knapp 900), Nio (rund 230), Xpeng (31) oder Aiways (23). SAIC-Chef Wang Xiaoqiu sagte schon auf der letzten Hauptversammlung, dass er das Europa-Geschäft nicht wegen Strafzöllen aufgeben wolle.
In der neuen Fabrik sollen der ID.3-Konkurrent MG4 Electric und möglicherweise auch das kürzlich angekündigte SUV-Modell MG S5 gebaut werden. Dabei handelt es sich um ein 4,48 Meter langes Elektro-SUV. Ebenfalls in Frage kommt der Nachfolger des Elektrokombis MG5 Electric (der in China Roewe Ei5 heißt).
Die EU-Zölle traten am 5. Juli in Kraft, allerdings zunächst provisorisch. Seither müssen die Hersteller die Zölle auf ein EU-Konto überweisen, wo das Geld bis zum endgültigen Entschluss im November gesperrt bleibt. Neben chinesischen Marken sind auch westliche Firmen betroffen, die in China produzieren oder produzieren lassen, darunter Tesla, Dacia, BMW, Smart, Volvo und Polestar. Je nach Firma liegen die Strafzölle zwischen 17,4 und 37,6 Prozent; sie kommen zu den bisherigen Einfuhrzöllen in Höhe von 10 Prozent hinzu.
MG feierte kürzlich beim Goodwood Festival of Speed seinen 100. Geburtstag: Das erste Modell wurde 1924 in Großbritannien eingeführt. Aus diesem Anlass präsentierte die britisch-chinesische Marke unter anderem eine geschlossene Version des MG Cyberster und.
Unter dem Strich
An einem Streit mit der EU-Behörden ist den chinesischen Herstellern wohl nicht gelegen; bei einem Handelskrieg zwischen China und der EU würden sowohl westliche wie chinesische Marken getroffen. Strafzölle aber will man natürlich auch nicht zahlen, also plant man neue Werke in der EU. Vielleicht nimmt die Kommission das ja als Zeichen des guten Willens und sieht von der endgültigen Einführung der Zölle ab?
Bildergalerie: MG in Goodwood 2024
Quelle: CarNewsChina
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