Der MG Cyberster ist in Großbritannien schon konfigurierbar; der Elektro-Roadster soll aber auch zu uns nach Deutschland kommen. Nun überrascht MG mit einer geschlossenen Version, die auf dem Goodwood Festival of Speed bewundert werden kann. 

Eine Pressemitteilung dazu gibt es (noch) nicht, doch Autocar berichtet, dass es sich um einen 2+2-Sitzer handelt, der möglicherweise schon 2025 auf den Markt kommt – rechtzeitig zum 60. Jubiläum seines Vorgängers MG B GT.

Bildergalerie: MG Cyber GTS in Goodwood

Für den Cyber GTS – so der offizielle Name –  hat MG offenbar das Textilverdeck gestrichen und so Platz für zwei zusätzliche Sitze hinten geschaffen. Diese sollen mehr sein als nur Mantel-Ablagen und genug Platz für zwei Passagiere bieten. Um genug Kopffreiheit hinten zu ermöglichen, wurde die Dachlinie etwas angehoben. Ansonsten soll sich die Karosserie kaum vom offenen Cyberster unterscheiden. Sogar die Scherentüren wurden beibehalten.

Der Cyberster wurde nach Angaben der Designer von Anfang an auch als Coupé konzipiert, verrieten die beiden Top-Designer von MG, Jozef Kaban und Carl Gotham. Offiziell handelt es sich bei der gezeigten Version noch um eine Studie, die jedoch seriennah wirkt. Die Reaktion des Publikums solle darüber entscheiden, ob der Prototyp in Serie geht, so Kaban und Gotham.

Der Innenraum ist in Goodwood nicht zu sehen, dürfte aber ähnlich aussehen wie beim Roadster. Damit dürfte es hinter dem Lenkrad drei Displays geben, die dicht nebeneinander angeordnet sind: 

MG Cyberster 2024: Das Cockpit der offenen Version

Das Cockpit des offenen MG Cyberster

Zum Datum der Markteinführung wollten die Designer nichts sagen, wiesen aber auf das 60-jährige Jubiläum des B GT hin, das 2025 ansteht. Der MGB GT (Wikipedia) war die geschlossene Version der Roadster-Ikone MGB und kam 1965 auf den Markt.

Kaban, der bis kurz nach dem Wechsel an der VW-Konzernspitze Chefdesigner in Wolfsburg war, trat in Goodwood erstmals für die Marke MG auf. Er sagte, der GTS sei kein reines Retro-Modell, sondern so etwas wie ein "logischer Nachfolger" des MGB GT. Bei der Entwicklung habe man darauf geachtet, dass der Wagen für einen breiteren Kundenkreis "zugänglich" bleibe. Laut Kaban handelt es sich eher um einen Gran Turismo als um ein Sportcoupé oder einen Supersportwagen. Allerdings zeigen die Bilder einen Zweitürer.

MG Cyberster: Der Elektro-Roadster mit den Scherentüren

Der offene Cyberster hat spektakuläre Scherentüren

Den offenen MG Cyberster gibt es in Großbritannien ab knapp 55.000 Pfund (rund 65.000 Euro). Dafür erhält man den 250 kW starken Hecktriebler. Für etwa 60.000 Pfund oder 71.000 Euro gibt es den Allradler mit 400 kW. Beide besitzen eine 74-kWh-Batterie für 507 bzw. 443 km WLTP-Reichweite. Man darf davon ausgehen, dass das Coupé die gleichen Motoren und den gleichen Akku erhält. Die Preise dürften auf einem ähnlichen Niveau liegen wie beim Roadster. 

Neben dem Cyber GTS zeigt MG in Goodwood noch die neue Generation des Kompakt-SUVs MG HS (mit Verbrenner) sowie das EXE 181 Concept, einen serienfernen Prototypen für Geschwindigkeitsrekord-Fahrten.

Unter dem Strich

MG überrascht mit einer geschlossenen Version des Cyberster. Wie schon der Roadster dürfte das Auto vor allem auf das Imagekonto der britisch-chinesischen Marke einzahlen – man will nicht als Billigheimer gelten. Ob viele Exemplare von den beiden Modellen verkauft werden, ist deshalb wohl sekundär.