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Polestar 4 (2025): Alle Daten und Preise der Version von 2025

Seit Kurzem gibt es den heckscheibenlosen Crossover auch als Hecktriebler

Polestar 4 (2024): Das Exterieur

Update vom 12. Mai 2026: Der bisherige Polestar 4 heißt nun Polestar 4 Coupé und erhielt deutliche technische Änderungen.

Der Polestar 4 liegt von der Karosserie her zwischen der Limousine Polestar 2 und dem großen SUV Polestar 3, wobei Polestar 3 und 4 praktisch gleichzeitig starteten: Der Polestar 3 wird seit Juli 2024 ausgeliefert, der Polestar 4 seit August 2024.

Technische Basis ist anders als beim Polestar 3 (der auf der Scalable Product Architecture II beruht) die wandlungsfähige Sustainable Experience Platform (SEA) von Konzernmutter Geely. Hier streckt sie sich auf 4,84 Meter.

Zum Vergleich: Der Polestar 2 (der noch auf der Plattform CMA basiert) misst 4,61 Meter, der Polestar 3 ist mit 4,90 Meter nur sechs Zentimeter länger. Mit 1,53 Meter ist der Polestar 4 aber rund acht Zentimeter niedriger als der gar nicht mal so hohe Polestar 3 (1,61 Meter). So kann man den Wagen wohl am passendsten als Crossover oder Coupé-SUV einstufen. 

Vorgestellt wurde der Polestar 4 im April 2023, seit Januar 2024 ist er bestellbar und im Juli 2024 wurden die ersten Exemplare in Deutschland zugelassen. 

Antriebe und Akku

Angeboten werden ein Hecktriebler mit 200 kW und ein Allradler mit 400 kW. Damit erhält der Wagen die gleichen Antriebe wie der Zeekr 001, der auf der gleichen Plattform basiert. Alle Motoren sind Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSM). Beim Allradler wird eine Trennkupplung eingebaut, um die Vorderachse abzukoppeln, wenn nicht die volle Leistung gebraucht wird. Im Reichweitenmodus ist ohnehin nur der hintere Motor aktiv, während im Performancemodus beide Maschinen arbeiten.

Beide Varianten erhalten die gleiche Batterie mit 100 kWh brutto und etwa 94 kWh netto für Reichweiten um die 600 km. Laut EV-Database soll es sich dabei um die Qilin-Batterie von CATL mit prismatischen Zellen und einer NCM811-Chemie handeln. Die Qilin-Batterie hat ein Cell-to-Pack-Konzept, bei dem die Zellen seitlich gekühlt werden, und nicht wie üblich von unten per Kühlplatte – das soll die Kühlfläche vervierfachen. Die Batteriekonfiguration wird mit 110s1p angegeben.

 

Polestar 4 Long Range Single Motor

Polestar 4 Long Range Dual Motor
Antrieb RWD 200 kW, 343 Nm AWD 400 kW, 686 Nm
0-100 km/h 7,1 Sek. 3,8 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h 200 km/h
WLTP-Stromverbrauch 17,8-18,1 kWh 18,7-21,7 kWh
Akku brutto/netto 100 / ca. 94 kWh 100 / ca. 94 kWh
WLTP-Reichweite 620 km 590 km
Max. Ladeleistung AC/DC 11 (optional 22) / 200 kW 11 (optional 22) / 200 kW
DC-Ladedauer (10-80%) 30 min 30 min
DC-Ladegeschwindigkeit ca. 2,2 kWh/min ca. 2,2 kWh/min
Preis 61.900 Euro 69.900 Euro
Rabattiert 57.900 Euro 65.900 Euro
Rabattiert mit Überführung 59.200 Euro 67.200 Euro

Aufgeladen wird die Batterie serienmäßig mit bis zu 11 kW Wechselstrom oder bis zu 200 kW Gleichstrom. 200 kW sind so ziemlich das Maximum, was mit 400-Volt-Technik und heutigen DC-Ladern machbar ist, denn diese sind meist auf 500 Ampere limitiert, und 400 Volt mal 500 Ampere ergeben 200 kW.

Im Optimalfall soll sich der Akku in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen lassen.  Daraus errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von 2,2 kWh/min. Für ein 400-Volt-Auto ist das ein sehr guter Wert. Positiv auch, dass es einen 22-kW-Lader optional gibt (als Bestandteil des "Plus"-Pakets).

Polestar 4 (2024): Das Exterieur

Statt einer Heckscheibe hat der Polestar 4 nur eine Kamera (oben am Dach) und einen kamerabasierten Innenspiegel

Interieur

Im Cockpit gibt es quer eingebautes Instrumentendisplay (10,2 Zoll) sowie einen 15,4-Zoll-Touchscreen in gleicher Orientierung, außerdem ein Head-up-Display. Zu den Besonderheiten des Modells gehört, dass es kein Heckfenster gibt. Durch den Verzicht auf die Heckscheibe reicht das serienmäßige Glasdach über die Köpfe der Fond-Insassen, was für ein besonderes Innenraumambiente sorgen soll. Zudem gibt es hinten elektrisch verstellbare Sitze und einen Bildschirm zwischen den Vordersitzen für die Medien- und Klimasteuerung.

Zur umfangreichen Serienausstattung gehören auch Wärmepumpe, schlüsselloser Zugang, elektrisch einstellbare und beheizte Vordersitze, ein 360-Grad-Rundumsichtsystem, Abstandstempomat und Dreizonen-Klimaautomatik.

Polestar 4 (2024): Das Cockpit

Anders als beim Polestar 2 und 3 wird der Touchscreen im Polestar 4 horizontal eingebaut

Preise, Rivalen und Tests des Polestar 4

Die Preise für den Polestar 4 begannen am 16. August 2024 noch bei 61.900 Euro. Davon geht eine Prämie von 4.000 Euro ab, wie aus der Polestar-Website hervorgeht; dazu kommt aber noch die Überführung mit 1.300 Euro, sodass man bei 59.200 Euro landet. Für die Dual-Motor-Variante werden ebenfalls 4.000 Euro Rabatt gewährt, die Überführung kostet auch hier 1.300 Euro, so dass man letztendlich 67.200 Euro zahlt. Diese Beträge erscheinen nur, wenn man auf "Finanzierungsoption ändern" und sich die "Preisspezifikation" ansieht. 

Screenshot von der Polestar-Website

Erste Tests kritisierten die fehlende Heckscheibe. Im Cockpit soll man sich eher wie in einem Coupé vorkommen als in einem SUV. Auf dem Touchscreen läuft Google-Software; die ziemlich großen Symbole sind mit dem Finger leicht zu treffen. Auch das integrierte Google Maps funktioniert gut. Dass die Lüftung per Touchscreen eingestellt werden muss, ist jedoch nicht jedermanns Sache. Die Materialien werden einhellig gelobt. 

Im Fond gibt es trotz der absinkenden Dachlinie viel Platz, aber es scheint ein wenig düster zu sein. Vor allem aber ist die Rundumsicht bescheiden. Der kamerabasierte Innenspiegel kann die fehlende Heckscheibe nicht ersetzen.

Schon der 200-kW-Hecktriebler wirkt angeblich trotz der mittelmäßigen Sprintzeit von 7,1 Sekunden sehr spritzig. Die Rekuperation kann per Touchscreen dreistufig eingestellt werden, wobei "Standard" dem One-Pedal-Driving entspricht. Wippen am Lenkrad wären allerdings besser, so das Urteil einer Testerin. Alles in allem finden die Tester abgesehen vom ungewöhnlichen Design keinen Pluspunkt, der den Nachteil der fehlenden Heckscheibe kompensiert.

Zu den Konkurrenten gehören der Porsche Macan, dem kommende Audi Q6 e-tron Sportback, das Tesla Model Y, der Mercedes EQE SUV und der Genesis GV60. Die 800-Volt-Modelle von Porsche, Audi und Genesis laden natürlich schneller. In unseren Konkurrenzvergleich haben wir jedoch auch Limousinen wie das Tesla Model 3 oder den Hyundai Ioniq 6 bzw. den Kia EV6 GT aufgenommen. Unser Fazit: Von den Daten her ist das Auto nicht so toll, dass er alternativlos wäre. Wenn man nur die technischen Werte ansieht, ist der Wagen zu teuer – vor allem im Vergleich zum Tesla Model 3. Dabei haben wir allerdings die Ausstattung außer Acht gelassen.

Technische Daten des Polestar 4

  • Heck- oder Allradantrieb mit Permanentmagnet-Motoren (PSM)
  • Systemleistung/Drehmoment: 200 bzw. 400 kW / 343 bzw. 686 Nm
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 7,1 bzw. 3,8 Sek. / 200 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 17,7-21,0 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 100 kWh brutto, ca. 94 kWh netto / 580-610 km
  • Ladeleistung: bis 22 kW AC, bis 200 kW DC
  • Ladedauer: 30 min (10-80%) mit DC
  • Maße: 4.840 mm Länge / 2.008 mm Breite (mit eingeklappten Spiegeln) / 1.534 mm Höhe
  • Radstand: 2.999 mm 
  • Kofferraum: 526-1.536 Liter plus 15 Liter Frunk

(Geringfügig aktualisiert am 31. Oktober 2024)