Seit Kurzem ist der Polestar 4 bestellbar. Das Modell lässt sich schwer einordnen; wie würden ihn als Crossover zwischen Limousine und SUV bezeichnen. Mit 4,84 Meter tritt der Wagen in der Mittelklasse an. Wir vergleichen den Neuling mit Konkurrenten.

Der Polestar 4 ist etwa so lang wie ein Mercedes EQE SUV, aber die Höhe beträgt nur 1,54 Meter, während der Mercedes fast 1,70 m misst. Die Limousine Hyundai Ioniq 6 andererseits ist mit 1,50 m doch etwas niedriger, das Tesla Model 3 misst sogar nur 1,44 m. Insgesamt finden wir, dass diese drei Modelle noch am ehesten mit dem Polestar 4 vergleichbar sind.

Basisversion mit 200 kW im Vergleich

Wir beginnen mit der 200 kW starken Basisversion mit Heckantrieb. Ähnliche Versionen mit rund 200 kW gibt es auch von den drei Rivalen, der Hyundai allerdings ist etwas schwächer (deutlich bessere Werte gefettet):

  Polestar 4 Single Motor Long Range Mercedes EQE 350+ SUV Tesla Model 3 Hyundai Ioniq 6
77 kWh RWD
Länge 4,84 m 4,86 m 4,69 m 4,86 m
Höhe 1,54 m 1,69 m 1,44 m 1,50 m
Antrieb  RWD 200 kW RWD 215 kW RWD 208 kW RWD 168 kW
0-100 km/h 7,1 Sek. 6,7 Sek. 6,1 Sek. 7,4 Sek.
Stromverbrauch 17,7-18,1 kWh 17,7-20,8 kWh 13,2 kWh 14,3 kWh
Akku 100 kWh 91 kWh ca. 60 kWh 77 kWh
Reichweite 610 km bis 628 km bis 554 km bis 614 km
DC-Ladedauer
(10-80%)
30 min 32 min k.A. 18 min
Preis 61.900 Euro 86.811 Euro 43.970 Euro 54.000 Euro

Im Vergleich sieht man, dass der Polestar 4 recht ordentliche Daten bietet. Doch der Stromverbrauch ist deutlich höher als bei den Limousinen von Tesla und Hyundai; je nach Ausstattung erreicht er fast den Wert des viel höheren und daher aerodynamisch ungünstigeren Mercedes. Dieser hat eine ähnliche Reichweite und vergleichbare Ladeeigenschaften, ist aber fast 25.000 Euro teurer.

Der Tesla bietet den niedrigsten Stromverbrauch, aber wegen der kleinen Batterie schafft er rund 60 km weniger als die Rivalen. Dafür sprintet er am schnellsten und hat den mit Abstand niedrigsten Preis. Auch der Hyundai ist relativ günstig. Er kombiniert einen relativ geringen Verbrauch mit einer recht großen Batterie und bietet so eine ähnliche Reichweite wie der Polestar und der Mercedes. Der große Vorteil des Modells aber ist das extrem schnelle Laden.

400-kW-Allradler im Vergleich

Sehen wir uns nun den 400-kW-Allradler an. Angesichts der Leistung müssen wir hier den Hyundai austauschen, denn er bietet maximal 239 kW. Wir nehmen stattdessen den Kia EV6 GT mit 430 kW. Er ist mit 4,68 Meter deutlich kürzer, aber die Höhe von 1,55 m passt zum Polestar 4.  

  Polestar 4 Dual Motor Long Range Mercedes-AMG EQE 43 4Matic SUV Tesla Model 3 Long Range Kia EV6 GT
Antrieb AWD 400 kW AWD 350 kW AWD 366 kW AWD 430 kW
0-100 km/h 3,8 Sek. 4,3 Sek. 4,4 Sek. 3,5 Sek.
Stromverbrauch 18,6-21,0 kWh 22,9-25,4 kWh 14,0 kWh 20,6 kWh
Akku 100 kWh 91 kWh ca. 79 kWh 77 kWh
Reichweite 580 km bis 474 km bis 679 km 424 km
DC-Ladedauer
(10-80%)
30 min 32 min k.A. 18 min
Preis 71.400 Euro 124.920 Euro 52.970 Euro 72.990 Euro

Auch in diesem Vergleich ist der Tesla das günstigste Modell, der Mercedes das weitaus teuerste – hier fehlt der Sternmarke eben noch der neue EQC SUV. Auch in Sachen Reichweite liegt der Tesla deutlich vorne, genauso wie beim Stromverbrauch. Der Polestar 4 bietet immerhin deutlich mehr Reichweite als der Mercedes oder der Kia. Letzterer punktet wieder mit seinem schnellen Laden und diesmal auch mit der kürzesten Sprintzeit.

Unterm Strich

Der Polestar 4 ist von den Daten her nicht so toll, dass er alternativlos wäre. Bei der Basisversion wie beim Allradler finden wir die Preise zu hoch, vor allem im Vergleich zum Tesla Model 3. Vermutlich kaufen jetzt alle, die die Optik und das ungewöhnliche Heck unwiderstehlich finden; wem es auf die Technik ankommt, wird wohl günstigere Preise abwarten.