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Lancia Gamma wird ab 2026 im italienischen Melfi gebaut

Basis ist STLA Medium wie bei Peugeot 3008/5008, Opel Grandland und Jeep Compass

Lancia Gamma (Teaserbild von 10/24)
Bild von: Lancia

Der Lancia Gamma wird ab 2026 im Werk Melfi produziert. Das gibt Stellantis nun offiziell bekannt, nachdem Reuters die Meldung schon am Freitag verbreitet hatte. Das Modell basiert auf der Konzernplattform STLA Medium, die auch den Peugeot 3008/5008, den Opel Grandland und den kommenden Jeep Compass sowie Citroen C5 Aircross trägt. 

Das Teaserbild, das Stellantis seiner Pressemeldung beigibt (unser Titelbild), zeigt ein Detail des Hecks. Zu erkennen ist das große "A" am Ende des Lancia-Schriftzugs, der wie beim Ypsilon in gesperrten Lettern am Heck prangt. Zudem sieht man eine horizontale Lichtlinie mit einem vertikalen Segment. Weiter unten erscheint der Modellname Gamma.  

Je nach Quelle soll es sich beim Lancia Gamma um eine Liftback-Limousine (also ein Schrägheckmodell mit sehr flach liegender Heckscheibe) oder einen Crossover handeln. Unsere Kollegen von Motor1 haben bereits im Frühjahr 2024 ein Rendering erstellt, welches den Wagen als Liftback zeigt:

Lancia Gamma (2026) als Rendering

Manche Beobachter erwarten so etwas wie ein Gegenstück zum Citroen C5 X, der allerdings auf der älteren EMP2-Plattform basiert. Als Derivat von STLA Medium könnte es den Gamma auch als Mildhybrid und Plug-in-Hybrid geben, denn es handelt sich um eine Multi-Energy-Plattform. Die Technik der Elektroversion(en) dürfte ähnlich ausfallen wie beim Peugeot E-3008 und E-5008 sowie Opel Grandland Electric. Zu erwarten sind wohl Frontriebler und Allradler, sowie Reichweiten von bis zu 700 km.

Bildergalerie: Stellantis-Werk in Melfi

Das Stellantis-Werk Melfi liegt rund 100 Kilometer östlich von Neapel in Süditalien. Die Produktion im heimischen Italien dürfte auch die rechtsgerichtete Regierung von Giorgia Meloni besänftigen, die sich für mehr heimische Autoproduktion ins Zeug legt, wie unter anderem mit einem Protest gegen die Modellbezeichnung Alfa Romeo Milano für das in Polen produzierte Auto. Melfi habe zudem eine strategische Bedeutung für die Fertigung von Elektroautos von Stellantis. 

Das 1994 eröffnete Werk Melfi, wo derzeit Jeep Compass und Renegade gefertigt werden, wird für die Produktion des Lancia Gamma umfassend modernisiert. In Melfi sollen insgesamt fünf neue Mittelklassemodelle auf Basis von STLA Medium entstehen. Dazu gehören der Jeep Compass und ein neues DS-Modell, wie Stellantis kürzlich bekanntgab. 

Teaserbild vom kommenden Jeep Compass

Teaserbild vom kommenden Jeep Compass

Während der Lancia Gamma erst 2026 startet, plant Lancia zuvor ein Comeback in Deutschland mit dem neuen Ypsilon, der in Italien schon 2024 startet, aber erst Mitte 2025 zu uns nach Deutschland kommt. Für 2028 ist dann noch ein Lancia Delta geplant, wie bereits offiziell angekündigt. Ob der Nachfolger des Anfang 2026 in Rente gehenden Konzernchefs Carlos Tavares bei diesen Plänen bleibt, ist abzuwarten.

Stellantis sieht sich insbesondere mit seinen italienischen Marken Fiat, Abarth, Lancia und Maserati heftiger Kritik wegen der nachlassenden Produktion in Italien ausgesetzt. Wie Reuters berichtet, dürfte die italienische Autoproduktion in diesem Jahr unter 500.000 Fahrzeuge sinken, während es 2023 noch 751.000 Stück waren. Das heißt, Italien würde ein Drittel weniger Autos bauen als bisher. Zwischen Januar und September sei die Produktion in den italienischen Stellantis-Werken um mehr als 30 Prozent zurückgegangen, in Melfi betrug der Rückgang sogar 62 Prozent, teilte die Gewerkschaft FIM-CISL mit.

Unter dem Strich

Allmählich wird klar, welche Modelle auf der Stellantis-Plattform STLA Medium basieren werden. Dazu gehören die bereits vorgestellten Modelle Peugeot 3008 und 5008 sowie Opel Grandland und der als Studie bekannte Citroen C5 Aircross. Noch nicht präsentiert wurden der 2025 startende Jeep Compass, der Lancia Gamma. Während die Peugeot-Modelle im französischen Werk Sochaux gebaut werden und der Opel aus Eisenach kommt, werden der Lancia und der Jeep im italienischen Melfi produziert, genauso wie zwei namentlich noch nicht bekannte DS-Modelle.