Mercedes V-Klasse EQ als Erlkönig mit kleinen Fenstern
2027 startender Elektrotransporter bekommt flächenbündige Türgriffe und neue Lichtsignatur
Mercedes bezeichnet seine Transporter traditionell als "Vans", was im Deutschen leicht irreführend ist, aber nichts anderes als die englische Bezeichnung für Transporter darstellt. Ab 2026 sollen die größeren "Vans" (das heißt, die oberhalb des Citan) auf der neuen Plattform Van.EA basieren. Das erste Elektromodell soll die "V-Klasse mit EQ-Technologie" sein, also der Nachfolger des EQV. Diese soll auf unseren neuen Erlkönigbildern zu sehen sein.
Erste Erlkönigbilder von der V-Klasse EQ haben wir bereits im April 2023 veröffentlicht, doch das Auto darauf hatte völlig andere Proportionen. Vor allem sind die Seitenfenster deutlich kleiner. Die älteren Bilder zeigten offenbar ein so genanntes "Mule" (Maultier) mit der neuen Technik, aber der Karosserie des EQV:
Mercedes V-Klasse EQ-Technologie (Automedia-Erlkönigbild vom April 2023)
Mercedes EQV (2024)
Im Oktober nämlich präsentierte Mercedes selbst Bilder eines getarnten Van.EA-Transporters (ohne zu verraten, um welches Modell es sich handelte). Die Proportionen stimmen gut mit unseren neuen Fotos überein, nur scheint es sich bei den offiziellen Bildern um die verblechte Version zu handeln, also den Vito EQ, während unsere eine verglaste Variante zeigen, also die V-Klasse EQ oder den Vito Tourer EQ.
Mercedes-Bilder eines getarnten Van.EA-Transporters
Erlkönigbild von Automedia
Die neuen Bilder entstanden offenbar im tiefsten skandinavischen Winter bei viel Schnee. Das Wort "Viltbutik" (Spieleladen) an einem Gebäude im Hintergrund deutet auf Norwegen hin. Das Auto ist zuerst neben einem größeren Mercedes-Transporter zu sehen, offenbar einem Sprinter (siehe kleines Bild oben rechts). Im Vergleich ist die V-Klasse deutlich niedriger und wirkt lang gestreckt. Die Dachlinie fällt nach hinten leicht ab und die Überhänge sind kurz, zumal für ein Nutzfahrzeug.
An der Front gibt es statt der diagonalen und ziemlich flächigen Leuchten des aktuellen EQV einen fast waagerechten "Lidstrich" als Tagfahrlicht und kleine Scheinwerfer darunter. Der große "Grill" mit Querrippen scheint erhalten zu bleiben; unter dem Nummernschild (das seltsamerweise kein "E" enthält) gibt es einen echten Lufteinlass.
Am Heck sind Rücklichter zu sehen, die offensichtlich ein schlecht gemachter Fake sind: Die runden Rückleuchten stehen sogar von der Karosserie ab. Die Serienleuchten dürften eher filigran sein und sich senkrecht neben der Heckklappe nach oben ziehen, vermuten wir.
Ansonsten ist noch zu sehen, dass Mercedes die Bügelgriffe des EQV durch flächenbündige Türgriffe ersetzt, die bei Bedarf ausfahren:
Mercedes V-Klasse EQ als Erlkönig
Die Plattform Van.EA für wurde bereits 2021 vorgestellt. Ab 2026 will Mercedes seine mittelgroßen und großen Nutzfahrzeuge auf diese neue Basis stellen. Los geht es mit dem mittelgroßen Transporter. Die Van Electric Architecture ist "konsequent nur für Elektrofahrzeuge konzipiert". Streng genommen schließt das fossil angetriebene Versionen nicht aus.
Bildergalerie: Mercedes V-Klasse EQ als Erlkönig (1/25)
Zur Technik ist noch nicht viel bekannt. Klar ist nur, dass die V-Klasse in der Basis Frontantrieb hat, denn laut Mercedes enthält das "Frontmodul" den Elektroantrieb. Das in der Länge variable "Mittelmodul" enthält die Batterie. Das "Heckmodul" schließlich gibt es in zwei Varianten: mit Elektromotor (für die Allradvarianten) und ohne Motor (für die Fronttriebler).
Mercedes eATS 2.0 (Bild vom Oktober 2020)
Offiziell bekannt ist auch, dass der Wagen 800-Volt-Technik erhält, also wohl schnell laden kann. Mit Wechselstrom werden 22 kW möglich sein. Den Antrieb übernimmt ein "eATS" (elektrisches Antriebssystem). Vermutlich ist damit das eATS 2.0 gemeint, das ein Zweigang-Getriebe sowie Siliciumcarbid-Inverter enthält und auch im neuen Mercedes CLA verbaut wird. Dieses enthält statt der bisher verwendeten, wenig effizienten Asynchronaggregaten Permanentmagnet-Maschinen.
Sowohl die mittelgroßen als auch die großen Transporter soll es in privaten Versionen (Van.EA-P) und gewerblichen Varianten (Van.EA-C) geben. Die privaten sollen Maximalreichweiten "weit über 500 Kilometer" bieten und das teilautonome Fahren auf Level 2, später auf Level 3 bieten. Die gewerblichen Nützlinge bieten ebenfalls zum Start Level 2, später sogar Level 4.
Bildergalerie: Mercedes Van.EA-Auto als Erlkönig (10/24)
Unter dem Strich
Die neuen Erlkönigbilder haben uns zunächst ziemlich verwirrt: Laut Automedia sollten sie von der V-Klasse EQ stammen, aber sie zeigten aber ein anderes Auto als die Bilder vom April 2023. Erst als wir die von einem Kollegen geschriebene News zu einem "offiziellen" Mercedes-Erlkönig entdeckt hatten, fanden wir des Rätsels Lösung: Die Fotos von 2023 zeigten offenbar einen "Mule" mit der Karosserie des EQV. Das ist plausibel, denn der Wagen soll ja erst 2027 starten, so dass die endgültige Karosserie vier Jahre davor vielleicht noch nicht zur Verfügung stand. Die neuen Fotos zeigen dagegen die (getarnte) Serienversion mit neuen Proportionen.
Quelle: Automedia, Mercedes (10/24)
Auch interessant
Mercedes VAN.EA Erlkönige (2024) zeigen sich offiziell
Neuer Mercedes-AMG GT 4-Türer: Elektro-Coupé mit bis zu 860 kW
Mercedes V-Klasse mit EQ-Technologie (Van.EA) als Erlkönig
Ferrari Luce (2026) noch üppig getarnt erwischt
Mercedes EQV Facelift bringt vor allem ein neues Cockpit
Skoda Epiq: Erste Bilder ohne Tarnung und Preise ab 25.900 Euro
Mercedes: Kleine Elektrotransporter sollen Palette abrunden