Der Mercedes EQV, also die V-Klasse mit Elektroantrieb, erhält ein Facelift. Dabei wird der Transporter (oder die Großraumlimousine, wie Mercedes das Auto nennt) noch deutlich nobler als bisher schon. Vor allem bekommt das Modell ein Cockpit wie bei den Pkws.

Da für Mercedes unter Ola Källenius Gewinn generell wichtiger ist als das Absatzvolumen, verfolgt der Hersteller auch beim EQV eine Premiumstrategie. Vollständig umgesetzt wird diese erst 2026, mit der Einführung der neuen Plattform Van.EA. Doch schon mit dem Facelift wird der EQV nun noch hochwertiger.

Mercedes-Benz EQV (2020) im Test

EQV von 2020

Mercedes EQV (2024)

Neuer Mercedes EQV

Äußerlich halten sich die Änderungen in engen Grenzen. Es gibt einen neuen Grill, der trotz der Chromlamellen nun komplett geschlossen zu sein scheint und bei manchen Versionen mit einem LED-Lichtband eingefasst ist. Außerdem gibt es einen einen anderen Front-Stoßfänger. 

Mercedes-Benz EQV (2020) im Test
Mercedes EQV (2024)

Das Heck schmückt eine neu geformte Chromleiste mit Mercedes-Schriftzug darüber und andere Rückleuchten mit schwarzem Rand. Zudem gibt es neue Aluräder in 17, 18 und 19 Zoll sowie vier neue Lackfarben.

Mercedes-Benz EQV (2020) im Test
Mercedes EQV (2024)

Die wichtigsten Änderungen gibt es im Cockpit, das nun deutlich moderner wird. Hier gibt es nun Displays, wie man sie zum Beispiel vom Mercedes EQA kennt. Zwei 12,3-Zoll-Monitore stehen direkt nebeneinander auf dem Armaturenbrett. Außerdem sind die mittleren Luftausströmer nun länglich statt rund und das neue Lenkrad verfügt über eine kapazitive Hands-Off-Erkennung.

Die Mittelkonsole enthält nun eine Schale zum kabellosen Laden von Smartphones. Außerdem kann das System nun per Knopf statt per Schlüssel gestartet werden, es gibt eine Lenkradheizung und serienmäßig auch links eine Schiebetür. Außerdem kann man nun per App die Türen verriegeln und die Fenster schließen. Erstmals verfügbar sind auch Matrix-LED-Scheinwerfer.

Wie bisher gibt es den EQV ausschließlich mit einem 150-kW-Motor vorne. Wählen kann man zwischen Batterien mit 60 und 90 kWh. Die entsprechenden Versionen wurden früher als EQV 250 bzw. EQV 300 bezeichnet:

  Mercedes EQV 60 kWh Mercedes EQV 90 kWh
Antrieb FWD 150 kW, 365 Nm
0-100 km/h / Spitze k.A. / 140 km/h (optional 160 km/h)
WLTP-Stromverbrauch 27,0-29,4 kWh 27,1-28,8 kWh
Akku / WLTP-Reichweite 60 kWh / 227-247 km 90 kWh / 344-365 km
Max. Ladeleistung AC / DC 11 / 80 kW (Serie) 11 / 110 kW (Serie)
Min. Ladedauer AC / DC 10h / 40 min (10-80%) 6h30 / 35 min (10-80%)
Basispreis (brutto) 75.282 Euro k.A.
Rabattierter Preis laut Konfigurator (brutto) 58.488 Euro 62.010 Euro

Die Zellen kommen laut Datenblatt vom chinesischen Hersteller CATL; sonst macht Mercedes dazu keine Angaben. Die Reichweite liegt mit dem großen Akku bei bis zu 365 Kilometer. Das ist laut Mercedes der effizienten Rekuperation und dem verbesserten Thermomanagement zu verdanken. Aufgeladen wird serienmäßig mit bis zu 11 kW Wechselstrom und je nach Variante mit 80 oder 110 kW Gleichstrom. Dabei wird Plug & Charge unterstützt.

Beide Akku-Versionen gibt es in einer langen und einer extralangen Version; sie haben serienmäßig sechs und optional bis zu acht Sitze:

Bestellbar ist der neue EQV schon seit Januar 2024. Mit der erweiterten Basisausstattung gibt es den Wagen nun ab einem Listenpreis von 75.282 Euro brutto. Der offizielle Konfigurator zeigt einen Basispreis von 58.488 Euro brutto für die "Lang"-Version mit 60 kWh an. Dabei handelt es sich nicht etwa um den Listenpreis der alten Version wie vermutet, sondern um einen rabattierten Preis, wie uns Mercedes im Nachgang mitteilte. Damit bekommt man den Wagen derzeit fast 17.000 Euro unter Listenpreis. Allerdings ist offen, wie lang das Auto dafür angeboten wird. 

Unter dem Strich

75.000 Euro für ein Elektroauto mit 250 km Reichweite? Das wäre arg viel, da mag die Ausstattung noch so gut sein. Doch de facto soll man das Auto derzeit schon ab rund 58.000 Euro bekommen, und damit wird der Mercedes attraktiv. Zum Vergleich: Der VW ID. Buzz Pro schafft 416 km und kostet rund 68.000 Euro. Aber in den ID. Buzz passen nur knapp 2,5 Kubikmeter Ladung, während der EQV (in der kleineren Version) 4,6 m3 schluckt. Ob der Buzz mit langem Radstand das überbieten kann, bezweifeln wir. Am 21. März soll es ein Update dazu geben.

Bildergalerie: Mercedes EQV (2024)