Hyundai Nexo: Neues Brennstoffzellen-SUV als Erlkönig
Zweite Generation wird so eckig wie die Studie und startet noch 2025
Hyundai Nexo und Toyota Mirai: Die in Deutschland erhältlichen Brennstoffzellen-Autos sind schnell aufgezählt. Interessiert sich überhaupt noch jemand dafür? Das hängt wohl davon ab, ob ein Game-Changer die Karten neu mischt. Könnte die neue Generation des Hyundai Nexo einer sein? Sehen wir uns die neuen Erlkönigbilder an und rekapitulieren wir, was zu dem neuen Modell bekannt ist.
Zugegeben: Die neuen Bilder des Hyundai Nexo zeigen kaum mehr als die vom September, als wir das Wasserstoff-SUV erstmals zu Gesicht bekamen. Damals schrieb der Kollege ganz richtig, dass sich die Form deutlich verändert – weg vom rundlich-gefälligen Modell und hin zu einer Keil-Form. Das untermauern die folgenden Vergleichsbilder:
Hyundai Nexo der 2. Generation als Erlkönig
Hyundai Nexo (2021): Das rund 77.000 Euro teure Mittelklasse-Modell ist schon nicht mehr bestellbar
Aber sehen wir uns den Erlkönig nochmal genauer an. Der Wagen ist noch stark getarnt. Die schlanke A-Säule ist schon gut erkennbar. Sie leitet in einem scharfen Knick über zum Dach – was uns entfernt an den (ausgelaufenen) Kia e-Soul erinnert. Das Dach fällt anders als beim rundlichen Vorgänger kaum nach hinten ab, nur die schwarz gerahmten Fenster werden kleiner. Das trägt weiter zu der Keil-Optik bei. In der Seitenansicht fällt hinten ein großer "Rucksack" auf: Offenbar will Hyundai die Gestaltung des Hecks noch geheim halten. Ganz so massig, wie es die Bilder suggerieren, wird es aber wohl nicht ausfallen.
Die Keilform sowie der schwarze Rahmen um die Fenster erinnern stark an die im Oktober enthüllte Studie Initium, die laut Hyundai einen Ausblick gibt "auf ein neues Serienfahrzeug, das Hyundai in der ersten Jahreshälfte nächsten Jahres [also 2025] präsentieren wird", und in das die Wasserstofftechnologie des Herstellers einfließen soll. Das kann wohl nur bedeuten, dass es sich um eine Studie des nächsten Nexo handelt. So gibt der Initium auch einen Hinweis darauf, wie das Heck aussehen wird:
Vergleichen wir noch die beiden Seitenansichten. Hier fällt auf, dass die auffällige Parallelogramm-Form der Seitenfenster-Front nicht in die Serie übernommen wird. Stattdessen hat der Serien-Nexo relativ normale C-Säulen:
Die noch stark getarnte Heckansicht ist wenig interessant. Hier stechen allenfalls die dicken Eiskrusten links und rechts am Unterboden ins Auge: Hier dürfte das Wasser austreten, das sich in der Brennstoffzelle aus dem mitgeführten Wasserstoff und dem Sauerstoff der Luft bildet. Die Bilder entstanden offenbar bei strenger Kälte. Auf einem Schild im Hintergrund konnten wir "Arjeplog" entziffern, ein Ort in Nordschweden, der für seine Eis-Seen bekannt ist.
Dicke Eiskrusten am Unterboden verraten, wo das Wasser herauskommt
An der Front ist die Tarnung noch zu stark, um Einzelheiten zu erkennen. Immerhin scheint die Lichtsignatur wie bei der Studie aus waagerechten Strichen zu bestehen:
Der Hyundai Nexo kam 2018 auf den Markt; er war der Nachfolger des iX35 FCEV. Die 2025 startende, zweite Nexo-Generation soll sich bei Antriebsleistung, Verbrauch und "Nutzererlebnis" verbessern. Bisher bot der Nexo einen 120-kW-Frontantrieb, wobei der Stack aber nur 95 kW abgeben konnte. Dazu kam eine Pufferbatterie, die weitere 40 kW liefern konnte. Allerdings war der Akku gerade mal 1,56 kWh groß, so dass die Maximalleistung wohl nur kurzzeitig zur Verfügung stand. Drei zylindrische Glasfaser-Tanks mit 700 bar Druck speicherten zusammen 6,3 Kilo Wasserstoff. Damit waren 666 km nach WLTP möglich.
Die Studie sollte 650 km weit kommen, also auch nicht weiter als der Vorgänger. Durch verbesserte Brennstoffzellen wurde die Leistungsabgabe des Stacks verbessert, so dass nun bis zu 150 kW Antriebsleistung möglich sind. Zudem wurde die Speicherkapazität der Pufferbatterie erhöht, so Hyundai.
Bildergalerie: Hyundai Nexo als Erlkönig (1/25)
Unter dem Strich
Brennstoffzellen-Autos (FCEVs) haben genau wie batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) einen Elektroantrieb. Aber die Zahl der FCEV-Modelle liegt seit Jahren bei zwei Komma null, während sie bei BEVs schon dreistellig ist. Das Pro und Contra ist bekannt: Für Wasserstoff spricht das schnelle Tanken, dagegen die schlechte Infrastruktur und der geringe Gesamtwirkungsgrad. Die vermutlich rund 650 km des neuen Hyundai Nexo rufen auch keine Ehrfurcht mehr hervor – das reichweitenstärkste BEV-Modell schafft 960 km.
Quelle: Automedia
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