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Jaguar Type 00 sieht sogar auf der Straße irreal aus

Videos von der Paris Fashion Week zeigen auch die unverglaste Hecktür und das Öffnen der Türen

Jaguar Type 00 in mattem Blau bei der Paris Fashion Week
01:27

Ende 2024 machte Jaguar mit einer pinken Studie auf der Miami Art Week ordentlich Furore. Bei dem in Rosa und Hellblau vorgestellten Type 00 Concept handelte es sich um einen großen Gran Turismo mit Elektroantrieb. Nun zeigte sich das Auto auf der Paris Fashion Week, und zwar in mattem Blau.

Schauspieler Barry Keoghan fuhr mit dem Wagen vor (siehe Video oben). Auf den Aufnahmen sieht das Auto genauso irreal aus wie auf den bisher bekannten Fotos. In mattem Blau lackiert, wirkt der Wagen wie ein Rendering einfacher Qualität. Das liegt daran, dass die Lackierung keine Spiegelungen erzeugt. 

In einem weiteren Youtube-Video von Beast of the Road ist die geöffnete Heckklappe zu sehen. Sie schwingt nicht nach oben auf, sondern legt sich auf das Dach. Daher ist "Klappe" wohl der falsche Ausdruck. Die "Hecktür" ist unverglast. Für den Blick nach hinten gibt es seitlich angebrachte Rück-Kameras. Diese verbergen sich hinter den kleinen rechteckigen Messingteilen hinter den Vorderrädern. Diese fahren nur bei Bedarf aus, also wohl beim Einlegen des Rückwärtsgangs. Ob das legal und praktisch ist, lassen wir dahingestellt. So wird der gelegentliche Blick auf den rückwärtigen Verkehr während der Fahrt unmöglich. 

Jaguar Type 00 Concept (2024)

Auf den Messingteilen erscheint der Leaper

Bilder von: Jaguar
Jaguar Type 00 Concept (2024)

Die Rückkameras fahren nur bei Bedarf aus

Offizielle Erlkönigbilder von dem Fahrzeug hatte Jaguar schon im November präsentiert. Diese waren als Teaser für die Vorstellung der Studie Anfang Dezember (Motor1) gedacht. Allerdings hatte diese Version vier Türen. Laut Motor1 soll diese Variante ein Jahr nach dem Coupé starten, Autocar dagegen schreibt, es würde nur die viertürige Version gebaut.

Elektro-Jaguar als getarnter Prototyp (11/24)

Elektro-Jaguar als offizieller Erlkönig mit 4 Türen 

Bilder von: Jaguar
Jaguar Type 00 Concept (2024)

Jaguar Type 00 als Studie

Der Wagen ist mindestens fünf Meter lang, rollt auf großen 23-Zoll-Rädern und hat eine extrem lange Motorhaube sowie einen sehr kurzen vorderen Überhang. An der aerodynamisch nicht gerade günstig wirkenden Front gibt es schlitzartige Scheinwerfer und statt der springenden Raubkatze (dem "Leaper") nur den Markenschriftzug. Das Heck ist coupéartig geformt und wie erwähnt komplett geschlossen. Als Rückleuchten gibt es rote Lichtstreifen oben und unten.

Jaguar Type 00 Concept (2024)
Bild von: Jaguar

Im puristisch designten Interieur gibt es trotz der gewaltigen Länge nur zwei Sitze. Diese werden von einer hohen Mittelstrebe getrennt. Deswegen sind auch die Displays in zwei Teile aufgeteilt, es gibt also keinen mittigen Touchscreen. Außer zwei pedalen und dem ovalen Lenkrad sind keine Bedienelemente erkennbar. Statt den Fahrmodus per Hebel oder Schalter auszuwählen, wirft man zum Losfahren eine Messingmünze in einen Schlitz in der Mittelkonsole.

Technische Details sind bislang Mangelware. Basis ist die Jaguar Electric Architecture (JEA), die insgesamt drei Modelle tragen soll. Die anderen beiden Modelle sind ein großes SUV und eine Limousine. Hybride oder gar Verbrenner sind nicht geplant.

Laut einem aktuellen Autocar-Artikel ist für den Type 00 eine Antriebsleistung von 986 bhp zu erwarten, also 725 kW. Außerdem strebt Jaguar eine Reichweite von bis zu 690 km nach WLTP-Norm an. Dafür wird vermutlich eine Batterie von rund 100 kWh nötig sein. Zudem soll man in 15 Minuten Strom für 321 Kilometer nachladen können, was auf ein 800-Volt-System hindeutet. Die Serienversion soll noch 2025 vorgestellt werden und 2026 auf den Markt kommen. Die Preise sollen bei rund 140.000 Euro beginnen.

Bildergalerie: Jaguar Type 00 Concept (2024)

Unter dem Strich

Jaguar plant mit seinen neuen Elektroautos eine komplette Neupositionierung der Marke. Die Fahrzeuge sollen deutlich teurer werden und dadurch auch wesentlich exklusiver. Auf Mitteklassefahrzeuge und die dazugehörige Kundschaft kann man verzichten. Ein riskantes Experiment, zu der sich die Marke wohl nur entschlossen hat, weil sie sonst chancenlos gewesen wäre.