Elektroautos und PHEVs weltweit: 18% mehr Verkäufe im Januar
Dem Plus gegenüber Januar 2024 steht ein Minus im Vergleich zum Dezember gegenüber
Etwa 1,3 Millionen Elektroautos (BEVs) und Plug-in-Hybride (PHEVs) wurden im Januar 2025 weltweit verkauft. Das ist zwar ein Rückgang von über einem Drittel gegenüber dem Dezember 2024, aber im Vergleich zum Januar 2024 wuchs der Markt um 18 Prozent.
Von den 1,3 Millionen entfiel mit 0,7 Millionen der Großteil der Verkäufe auf China (+12 Prozent gegenüber Januar 2024, -43 Prozent gegenüber Dezember). In Europa wurden 250.000 Stück verkauft, was einem starken Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet. Hier macht sich möglicherweise der neue CO2-Flottengrenzwert für 2025 bemerkbar. Im Vergleich zum Dezember wurden allerdings 19 Prozent weniger Stromer verkauft.
In den USA und Kanada wurden 130.000 PHEVs und BEVs ausgeliefert (+22% gegenüber Januar 2024, -28 Prozent gegenüber Dezember). Genauso viel, also ebenfalls etwa 130.000 Stück, wurden im Rest der Welt verkauft (+50 bzw. -4 Prozent). Das geht aus einer Untersuchung des Londoner Elektroauto-Analyseunternehmens Rho Motion hervor.
Die Daten in der Übersicht (im Vergleich zum Januar 2024 bzw. Dezember 2024):
- Weltweit: 1,3 Millionen, +18 % (-35 %)
- China: 0,7 Millionen, +12 % (-43 %)
- EU, EFTA und Großbritannien: 0,25 Millionen, +21 % (-19 %)
- USA und Kanada: 0,13 Millionen, +22 % (-28 %)
- Rest der Welt: 0,13 Millionen, +50 % (-4 %)
In den meisten europäischen Ländern wuchsen die Elektroauto-Verkäufe gegenüber dem Vorjahresmonat. In Deutschland stiegen die Verkäufe von PHEVs und BEVs um über 40 Prozent und die BEV-Verkäufe sogar um über 50 Prozent. Hier dürfte sich allerdings die Streichung der Förderung im Dezember 2023 niederschlagen, die zu besonders niedrigen BEV-Verkäufen im darauffolgenden Januar 2024 führte. Deshalb sieht das Plus bei den Neuzulassungen optisch gut aus:
Diagramm: Elektroauto-Neuzulassungen in Deutschland nach Monaten 2023 bis 2025, nach Monaten (Daten: KBA)
In Frankreich sank der PHEV- und BEV-Absatz um 52 Prozent im Vergleich zum Vormonat und um 15 Prozent im Jahresvergleich. Dies führt das Analyseunternehmen auf die Einführung einer Steuer auf schwere PHEVs zurück, die im Januar 2025 in Kraft trat und im Dezember zu einer Torschlusspanik führte.
In China machte sich die Ausweitung der Inzahlungnahme von Gebrauchtwagen verstärkt bemerkbar. Im Vergleich zum Dezember waren die Verkäufe aber auch hier schwach. In China sind Januar und Februar allerdings generell schwach – wegen der chinesischen Neujahrs-Feiertage.
In den USA ist die Steuergutschrift von bis zu 7.500 Dollar für viele BEVs und ein PHEV derzeit noch verfügbar, auch wenn Präsident Donald Trump die Voraussetzungen für das Jahr 2025 verschärft hat: Elektroauto-Batterien müssen zu einem größeren Teil in den USA oder einem Handelspartner-Land produziert werden. Mehrere Modelle erfüllen diese Bedingungen nicht, was den Markt voraussichtlich für den Rest des Jahres unter Druck setzen wird.
Analyst Charles Lester von Rho Motion sagte, wegen der strengeren Emissionsstandards in Europa richteten "sich alle Augen auf den Eröffnungsmonat der Region, der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein ermutigendes Wachstum von 21 Prozent zeigt." Alles in allem sei es ein guter Jahresauftakt für den BEV- und PHEV-Weltmarkt, "auch wenn dies nicht lange so bleiben wird.“
Unter dem Strich
Rho Motion hat Daten zum Weltmarkt für den Januar 2025 veröffentlicht. Leider machen diese keinen Unterschied zwischen BEVs und PHEVs. Bei batterieelektrischen Autos (BEVs) alleine wären die Zahlen natürlich niedriger, aber die relativen Veränderungen dürften ähnlich sein. Danach fiel der Januar im Vergleich zum Dezember schwach aus, im Vergleich zum Vorjahresmonat aber stark.
Mit Bezug auf Deutschland ist es genauso, wie unsere Grafik zeigt. Wir haben wir lange überlegt, ob wir überhaupt über die Zulassungszahlen vom Januar 2025 berichten sollen. Obwohl wir gespannt sind, wie sich der Elektroauto-Verkauf hierzulande weiter entwickelt, ob Tesla weiter zurückfällt und so weiter. Aber die journalistische Sorgfaltspflicht gebietet hier Zurückhaltung.
Denn die Zulassungszahlen für einen Monat in Deutschland sind klein, bei der Deutung läuft man Gefahr, ein Opfer des statistischen Rauschens zu werden. Unserer Meinung nach ist es daher fehl am Platze, über die Neuzulassungen von einzelnen Modellen in einem einzigen Monat zu berichten – dazu müssen es mindestens zwei, besser drei Monate sein. Wir wollen niemand verwirren und bitten um Geduld.
Quelle: Rho Motion, KBA
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