Mercedes verkaufte 2024 fast ein Viertel weniger Elektroautos
Über alle Antriebsarten hinweg war das weltweite Minus dagegen gering
Erschreckend: Mercedes verkaufte 2024 weltweit 23 Prozent weniger reine Elektroautos (BEVs) als im Jahr davor. Das geht aus dem neuen Geschäftsbericht hervor. Denn im letzten Jahr wurden rund 185.000 BEVs abgesetzt, während es 2023 noch knapp 241.000 Stück waren. Dabei sind die Fahrzeuge der reinen Elektromarke Smart schon inbegriffen.
Lieber verweist Mercedes auf die gestiegenen Verkaufszahlen bei den Plug-in-Hybriden (PHEVs), die von 161.000 auf 183.000 zulegten. Dadurch hielt sich das Minus für beide Antriebsarten zusammen mit neun Prozent in Grenzen (siehe rechter Teil unseres Titelbilds).
Insgesamt verkaufte die Mercedes-Benz Group (zu der die Marke Mercedes ohne die Nutzfahrzeugsparte Vans sowie Smart gehören) im Jahr 2024 drei Prozent weniger als 2023. Das heißt, die gesamten Fahrzeugverkäufe von Mercedes und Smart sanken deutlich weniger als der BEV-Absatz. Der BEV-Anteil sank von 11,8 auf 9,3 Prozent, also um zweieinhalb Prozentpunkte.
| 2024 | 2023 | Veränderung | |
| Mercedes-Benz Group insgesamt | 1.983.403 | 2.044.051 | -3% |
| BEVs | 185.059 | 240.668 | -23% |
| PHEVs | 182.551 | 161.275 | +13% |
| BEVs und PHEVs | 367.610 | 401.943 | -9% |
| BEV-Anteil | 9,3% | 11,8% | -2,5 %-Punkte |
Werfen wir zum Vergleich einen Blick auf die deutschen Zahlen, wie sie (näherungsweise) aus der Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamts hervorgehen:
| 2024 | 2023 | Veränderung | |
| Mercedes insgesamt | 257.888 | 277.352 | -7% |
| Mercedes-BEVs | 33.991 | 36.703 | -7% |
| BEV-Anteil von Mercedes | 13,2% | 13,2% | unverändert |
| Smart insgesamt | 12.463 | 17.418 | -28% |
| Smart-BEVs | 12463 | 17.416 | -28% |
| BEV-Anteil von Smart | 100,0% | 100,0% | unverändert |
| Mercedes und Smart insgesamt | 270.351 | 294.770 | -8% |
| BEVs von Mercedes und Smart zusammen | 46.454 | 54.119 | -14% |
| BEV-Anteil von Mercedes und Smart zusammen | 17,2% | 18,3% | - 1,1 %-Punkte |
Wie man sieht, sanken die Elektroauto-Verkäufe von Mercedes und Smart zusammen in Deutschland um 14 Prozent und damit lange nicht so stark wie weltweit. Verantwortlich war hierzulande das deutliche Minus von Smart, während sich die Marke Mercedes noch wacker hielt. Bemerkenswert ist auch der hohe BEV-Anteil der beiden Marken in Deutschland, auch wenn dieser etwas zurückging.
Im kommenden Jahr bringt Mercedes mit dem CLA EQ ein erfolgversprechendes, neues Elektromodell; daneben wird es auch eine Mildhybrid-Variante geben. Zur elektrischen Variante zeigte Mercedes-Chef Ola Källenius in seiner Präsentation zum Geschäftsbericht folgenden Chart:
Die meisten Daten dürften nichts Neues sein, doch die Leistungsspanne von 150 bis über 400 kW ist interessant. Bei der Vorstellung der technischen Daten im November hieß es nur, dass vorne eine 80-kW-Maschine und hinten ein 200-kW-Motor eingesetzt würden. Zur Systemleistung gab es keine Angabe. Wir vermuteten, dass die Basisversion einen 200-kW-Heckantrieb hat, und dass es daneben einen Allradler mit etwas weniger als 280 kW geben würde. Doch offenbar hat die Einstiegsversion nur einen 150-kW-Heckantrieb. Ebenfalls neu sind die über 400 kW, die wohl einem AMG-Modell zuzuordnen sind.
Verbrenner und Elektroautos sollen künftig ein einheitliches Design erhalten
Neben dem CLA kündigt Mercedes noch einen elektrischen GLC und eine elektrische C-Klasse an. Damit schließe man eine Portfoliolücke und baue das Angebot im "Core-Segment" aus, zu dem laut Mercedes auch eine neue vollelektrische E-Klasse gehören wird. Für 2027 strebt die Mercedes-Benz Group einen xEV-Anteil (BEVs und PHEVs zusammen) von mehr als 30 Prozent an. Das wäre eine starke Steigerung gegenüber den 18,5 Prozent von 2024.
Unter dem Strich
Mercedes hat im Jahr 2024 weltweit drei Prozent weniger Autos verkauft. Im Vergleich dazu ist das Minus bei den Elektroautos von 23 Prozent geradezu gigantisch. In Deutschland war der Unterschied lang nicht so krass: Bei Autos aller Antriebsarten gab es ein Minus von acht Prozent, bei Elektroautos waren es -14 Prozent. Neu sind auch Angaben zur Leistungsspanne des CLA EQ: Die Basisversion hat offenbar 150 kW, die Topvariante über 400 kW.
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