Mercedes CLA EQ kann nicht mit 400 Volt geladen werden
Das 800-Volt-Modell lässt sich an 800-Volt-Säulen sehr schnell laden, an 400-Volt-Säulen derzeit aber überhaupt nicht.
Am 29. April schaltete Mercedes den Online-Konfigurator für den neuen CLA mit EQ-Technologie scharf. Zu den Besonderheiten der Elektro-Limousine gehört das 800-Volt-System. Doch nun stellt sich heraus, dass der CLA ausschließlich 800-Volt-Säulen nutzen kann – 400-Volt-Säulen werden derzeit nicht unterstützt.
Das Mercedes-Portal MBPassion meldete das bereits vor ein paar Tagen und schrieb dazu, das werde auf der Mercedes-Website auch so vermerkt. Da wir die Stelle nicht gefunden haben, blieben wir skeptisch, doch der Kollege hatte Recht: Das Auto kann nur an Schnellladesäulen geladen werden, die mindestens 800 Volt unterstützen:
Der Hinweis findet sich, wenn man im Konfigurator eine Variante auswählt, "Technische Daten und Serienausstattung" anklickt, im erscheinenden Fenster weiter nach unten scrollt und unter "Serienausstattung/Highlights" den Bildlink "Gleichstrom-Ladesystem (DC-Laden mit 800 V)" auswählt.
Mercedes hat den Sachverhalt bestätigt. Es wird kein Booster verbaut, der die Spannung einer 400-Volt-Säule auf die Spannungslage der Traktionsbatterie hebt. Da es auch kein Bankladen gibt wie bei der PPE-Plattform von Audi und Porsche, kann der Akku nicht an 400-Volt-Säulen geladen werden.
Laut Mercedes berücksichtigt das Navi diesen Umstand – bei der Ladeplanung werden 400-Volt-Säulen also nicht eingeplant. Außerdem soll "zu einem späteren Zeitpunkt" ein Booster für die DACH-Region (Deutschland, Österreich und die Schweiz) angeboten werden, wenn auch nur optional.
Versionen und Preise
Der Mercedes CLA mit Elektroantrieb wurde bereits im März vorgestellt, konfigurierbar ist der Wagen aber erst seit dem 29. April. Die Preise beginnen bei 55.859 Euro. Dafür gibt es den Hecktriebler mit 200 kW und bis zu 792 km WLTP-Reichweite.
Die beiden Elektroversionen im Konfigurator(Screenshot)
Die zweite Motorisierung, der 260 kW starke Allradler mit 771 km Maximalreichweite kostet 60.381 Euro. Inzwischen werden auch rabattierte Preise ausgewiesen, die rund 3.000 Euro niedriger liegen. Hier sind die wichtigsten Daten und die Preise:
| Mercedes CLA 250+ EQ | Mercedes CLA 350 4Matic EQ | |
| Antrieb | RWD 200 kW, 335 Nm | AWD 260 kW, 515 Nm |
| 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit | 6,7 Sek. / 210 km/h | 4,9 Sek. / 210 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 12,2-14,1 kWh/100 km | 12,5-14,7 kWh |
| Akku netto | 85 kWh (NMC) | 85 kWh (NMC) |
| WLTP-Reichweite | 694 - 792 km | 672 - 771 km |
| DC-Ladedauer (10-80%) | 22 min | 22 min |
| Listenpreis | 55.859 Euro | 60.381 Euro |
| Rabattiert | 53.066 Euro | 57.362 Euro |
Die Preise für den CLA liegen deutlich unter denen des größeren Mercedes EQE. Für diesen verlangt Mercedes in der Basis 67.187 Euro, also fast 12.000 Euro mehr als für das CLA-Basismodell. Dabei hat der EQE 300 praktisch die gleiche Antriebsleistung (195 kW) und deutlich weniger Reichweite (664 km) – von den schlechteren Ladeeigenschaften gar nicht zu reden.
Im Vergleich zum 400-Volt-Konkurrenten BMW i4 liegt der CLA 250+ EQ ebenfalls günstig: Den 210 kW starken i4 eDrive35 gibt es ab 57.500 Euro, die Reichweite liegt hier bei maximal 500 km. Der etwas größere Audi A6 Sportback e-tron mit 800-Volt-Technik und 210-kW-Heckantrieb sowie 627 km Maximalreichweite ist mit knapp 64.000 Euro ebenfalls teurer.
Bildergalerie: Mercedes CLA (2025)
Ausstattung
Zur Serienausstattung gehört der Grill mit hinterleuchtetem großem Stern und den vielen kleinen Mercedes-Sternchen und ein Panoramaglasdach. Ebenfalls Standard sind LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Assistent, 17-Zoll-Alufelgen, ein Navi, eine Ein-Zonen-Klimaautomatik, das 10,25-Zoll-Instrumentendisplay und der 14-Zoll-Touchscreen, anklappbare Außenspiegel, Sitzheizung, eine Selfie- und Videokamera mit Gesichtserkennung, vier USB-C-Anschlüsse, eine Rückfahrkamera und eine Wärmepumpe. Zu den serienmäßigen Assistenzsystemen gehören ein Abstandstempomat (ACC), ein Spurhalteassistent sowie ein Totwinkel-Assistent.
Bei Bestellung bis zum 30. September kann man ein Start-Paket ordern, welches das "Advanced Plus"-Paket mit Ambientebeleuchtung, Armlehne im Fond, kabellosem Handy-Laden, ausfahrbaren Türgriffen und Keyless-Go (Entriegeln mit dem Schlüssel in der Tasche) sowie darüber hinaus das Memory-Paket, das Park-Paket und eine Smartphone-Integration enthält. Es kostet 2.091 Euro und bietet laut Hersteller einen Preisvorteil von 35 Prozent gegenüber den einzelnen Extras.
Außerdem wird ein Design-Paket für 12.501 Euro angeboten sowie die so genannten "Styles" AMG Line, AMG Line Plus und Night-Paket, diverse Ausstattungspakete sowie zahlreiche Einzeloptionen. Was die Lacke angeht, so ist Schwarz die einzige Serienfarbe. Gegen Aufpreis gibt es Weiß, Blau, Grau und Rot.
Unter dem Strich
Der elektrische Mercedes CLA beeindruckt mit fast 800 km Reichweite und schnellem Laden. Dass die Nutzung von 400-Volt-Säulen nicht möglich ist, befremdet aber extrem. Nach unseren Informationen sind noch etwa zwei Drittel der DC-Säulen nicht 800-Volt-fähig. Es ist dringend, dass Mercedes hier nachbessert und den fehlenden DC-DC-Aufwärtswandler zumindest optional anbietet. Davon abgesehen ist der CLA EQ attraktiv. Der Preis ist niedriger als wir im Vorfeld dachten. Wegen der teureren 800-Volt-Komponenten hatten wir mit über 60.000 Euro gerechnet.
Quelle: CLA-Konfigurator, MBPassion, Mercedes
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