Lucid Air Sapphire nun auch bei uns erhältlich – für 250.000 Euro
Elektrische Supersport-Limousine sprintet in 2,0 Sekunden auf 100 km/h, erreicht 330 km/h und hat fast 700 km Reichweite
Die aktuell höchste WLTP-Reichweite, ultraschnelles Laden und sehr niedrige Stromverbräuche dank guter Aerodynamik: Der Lucid Air gehört technisch wohl zu den feinsten Elektroautos auf dem Markt. Mit der Sapphire-Variante zeigt der US-Hersteller, dass er auch Supersport kann. Bislang gab es die 920 kW starke Limousine nur in Amerika, nun kann man den Lucid Air Sapphire auch bei uns bestellen. Er kostet die Kleinigkeit von 250.000 Euro.
Der Antriebsstrang des Lucid Air Sapphire beruht auf drei von Lucid selbst entwickelten und produzierten Elektromotoren, die zusammen 920 kW und 1.940 Nm Drehmoment erzeugen. Die beiden Motoren an der Hinterachse ermöglichen eine aktives Torque Vectoring. Dank des traktionsstarken Allradantriebs beschleunigt der Sapphire in nur 2,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Bildergalerie: Lucid Air Sapphire
Damit erledigt das Auto den Normsprint schneller als das Tesla Model S Plaid (2,1 Sekunden, mit Rollstart). Außer dem Rimac Nevera R (1,8 Sekunden) fällt uns kein Serienmodell ein, das noch schneller sprintet. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 330 km/h angegeben, die WLTP-Reichweite mit 694 Kilometern – nicht so viel wie beim Lucid Air Grand Touring (bis 960 km), aber immer noch sehr gut und deutlich mehr als beim Plaid (600 km).
Der WLTP-Stromverbrauch ist mit 19,1 kWh/100 km allerdings höher als der Wert, den Tesla angibt (18,7 kWh/100 km). Wie bei allen Lucid Air hat der Wagen ein 900-Volt-System für schnelles Laden. Die Batteriekapazität verrät Lucid wie gewohnt nicht, inoffiziell wird von 112 kWh netto ausgegangen.
Der Doppelmotor an der Hinterachse passt angeblich sogar in einen Flugzeugtrolley
"Der Lucid Air Sapphire ist das vielseitigste und leistungsfähigste Elektrofahrzeug der Welt", sagt Lucid-Europachef Lawrence Hamilton voller Stolz. Da der Sapphire von Beginn an einkalkuliert wurde, bietet er die gleichen Tugenden wie die schwächeren Modelle – darunter eine gute Beinfreiheit, ein geräumiger Kofferraum und Frunk sowie eine beeindruckende Effizienz, ergänzt Entwicklungschef Eric Bach.
Zu den Besonderheiten des Sapphire gehören ein auf Abtrieb und Effizienz bei hohen Geschwindigkeiten optimiertes Gesamtfahrzeug. Ausschließlich in der dunkelblauen Lackierung Sapphire Blue Metallic erhältlich, bietet das sportliche Topmodell außerdem Details in Carbon-Optik sowie Zierleisten im Stealth-Look. Die Räder aus geschmiedetem Aluminium werden serienmäßig mit Reifen vom Typ Michelin Pilot Sport 4S bestückt, optional gibt es Pirelli P Zero Trofeo RS für die Rennstrecke.
Innen besitzt der Sapphire eigens für dieses Modell entwickelte Sportsitze mit Sitzheizung, -kühlung und Massagefunktion. Der Air Sapphire verfügt über vier Fahrmodi: Smooth, Swift, Sapphire und Track. Die Modi beeinflussen das Verhalten von Aufhängung, Lenkung, Bremsen, Drehmomentverteilung, Spitzenleistung und -drehmoment sowie die Temperaturregelung. Dabei verfügt der Track Mode über die drei Untermodi Dragstrip, Hot Lap und Endurance.
Zur Serienausstattung gehören adaptive Dämpfer, neue Carbon-Keramik-Bremsen (420 mm vorne, mit 10-Kolben-Bremssätteln, hinten 390 mm mit 4-Kolben-Bremssätteln), spezielle Räder aus geschmiedetem Aluminium (20 Zoll vorne, 21 Zoll hinten), ein Alu-Dach zur Reduzierung des Gesamtgewichts und zur Schwerpunktsenkung, beheizte und belüftete Sportsitze vorne mit Massagefunktion, Softclose-Türen, elektrisch bediente Kofferraumklappe und Fronthaube (Frunk).
Das 34-Zoll-Display hat einen speziellen Sapphire-Look. Hier werden auch die vier Fahrmodi gewählt.
Stets an Bord sind auch Fahrerassistenzpaket DreamDrive Pro mit über 30 Funktionen und einem Lidar-Sensor, ein Audiosystem mit 21 Lautsprechern und Dolby-Atmos-Kompatibilität.
Der Lucid Air Sapphire erscheint bereits im deutschen Konfigurator. In Deutschland liegt der Verkaufspreis des Lucid Air Sapphire bei 250.000 Euro – bei Vollausstattung. Bestellungen können auf der Website oder vor Ort in einem der Lucid-Studios getätigt werden. Die Auslieferung beginnt im dritten Quartal, also frühestens im Oktober.
Bildergalerie: Lucid Air Sapphire
Unter dem Strich
Der Lucid Air Sapphire ist was für Feinschmecker(innen). Das Model S Plaid von Erzkonkurrent Tesla kommt bei Reichweite und Sprintwert nicht mit, beim Laden ohnehin nicht, denn der Lucid arbeitet standardmäßig mit über 900 Volt. Erstaunlicherweise ist der WLTP-Stromverbrauch allerdings etwas höher. Und während es den Plaid schon für rund 120.000 Euro gibt, verlangt Lucid mehr als das Doppelte.
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