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Italdesign EVX Project: Auch so könnte ein MEB-Fahrzeug aussehen

Auf der IAA als Hologramm präsentierte Studie soll offenbar Fremdmarken dazu bewegen, den MEB+ mit Frontantrieb zu kaufen.

Italdesign EVX Project
Bild von: Volkswagen

Das bekannte italienische Designerhaus Italdesign gehört zu Audi. Nun hat die Firma ein 2+2-sitziges Elektro-Coupé entworfen, das auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) in der neuen Version MEB+ mit Frontantrieb basiert. Damit beruht das Fahrzeug auf der gleichen technischen Basis wie die Electric Urban Car Family, also VW ID. Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq und VW ID. Cross. So will der Konzern zeigen, welche Formen auf dieser Basis möglich sind.

Das Fahrzeug existiert allerdings nur als 3D-Rendering. Auf dem IAA-Stand von Volkswagen wird es als Hologramm präsentiert. Es soll demonstrieren, wie flexibel und skalierbar der Baukasten ist. Deswegen bezeichnet Italdesign das Auto auch als "3D-Proportionsstudie".

Nach wie vor verkauft Wolfsburg seine Elektrokomponenten und den MEB auch an externe Hersteller. So kam der Auftrag für die Studie denn auch von Volkswagen Platform Business. Der Kundschaft will man jetzt zeigen, welche Formen aufgrund des VW-Baukastens möglich sind. Eine Serieneinführung ist nicht geplant.

Bildergalerie: Italdesign EVX Project

Der EVX ist laut Italdesign ein 2+2-sitziges Coupé mit drei Türen. Es ist 4,23 Meter lang, 1,82 m breit und 1,49 m hoch und hat einen Radstand von 2,6 m. Die Höhe von 1,49 Metern ist für ein MEB-Fahrzeug gering: Der ID. Polo ist 1,53 m hoch, der ID.3 misst sogar 1,56 Meter.

  Länge Breite Höhe Radstand
EVX Project 4,23 m 1,82 m 1,49 m 2,60 m
VW ID. Polo 4,05 m 1,82 m 1,53 m k.A.
VW ID. Cross Concept 4,16 m 1,84 m 1,59 m 2,60 m
Cupra Raval (getarnt) auf der IAA 2025

Der VW ID. Polo hat ähnliche Proportionen wie der brave Verbrenner-Polo.

Bild von: Volkswagen
VW ID. Polo (2026)

Der Cupra Raval wirkt sportlicher, hat aber ähnliche Proportionen wie der Polo.

Bild von: InsideEVs

Dass der MEB und seine Komponenten auch für Konkurrenten zum Verkauf stehen, hat der VW-Konzern bereits Anfang 2019 verkündet, noch vor dem Start des ersten Modells, dem VW ID.3. Zum Genfer Autosalon 2019 zeigte der Konzern dann auch gewagte Fahrzeuge auf MEB-Basis wie einen Strandbuggy

Der VW ID. Buggy, eine Studie von 2019, ging nie in Serie

Der VW ID. Buggy, eine Studie von 2019, ging nie in Serie

Bild von: Volkswagen

Bisher ist VW beim Verkauf des MEB nur mittelmäßig erfolgreich. Der größte Coup war sicher die Kooperation mit Ford: Der Explorer und der Capri basieren auf dem MEB; es handelt sich um Varianten des VW ID.4 bzw. ID.5. Eine Ausweitung der Kooperation auf die Electric Urban Car Family erschien Ford-Europa-Chef Martin Sander im Jahr 2023 immerhin denkbar; so könnte der als Verbrenner ausgelaufene Fiesta auf Basis von MEB+ wieder erstehen.

Nur einzelne Komponenten des MEB stecken in den "Born Electric"-Modellen von Mahindra. Diese sollen auch die Einheitszelle erhalten, die ab 2026 in Salzgitter, ein Jahr später dann in Valencia produziert werden soll. Darüber hinaus gibt es noch Pläne für Elektroboote mit MEB-Antrieb.

Unter dem Strich

Den MEB-Baukasten bzw. Teile davon hat VW erfolgreich an Ford und Mahindra verkauft; nun will man dasselbe mit dem MEB+ mit Frontantrieb schaffen. Ford käme auch hier als Kunde infrage. Doch die Kölner Marke hat bereits ein Elektroauto in dieser Klasse: Der Puma Gen-E ist 4,21 m lang und 1,56 m hoch. Doch ein elektrischer Ford Fiesta stünde der Marke aber gut zu Gesicht. Dass sich die Plattform für ein 4,05 Meter langen Kleinwagen eignet, zeigt der Konzern mit dem ID. Polo und dem Raval.

Mit dem EVX will VW wohl andere Marken ansprechen, die sich von dem eher biederen Polo eher abgestoßen fühlen. Das 2+2-sitzige Elektro-Coupé zeigt, dass auch sportliche Modelle auf dieser Basis möglich sind.