Porsche verschiebt geplantes Elektro-SUV K1 in die 30er-Jahre
Das große SUV kommt zunächst nur als Verbrenner und PHEV, der 718 erhält optional einen Verbrenner.
Porsche hat am gestrigen Freitagabend einen deutlichen Strategieschwenk verkündet: Künftig will die VW-Premiumtochter mehr auf Verbrenner setzen. So kommt das große SUV mit dem internen Kürzel K1 nicht als Elektroauto, sondern zunächst nur als Verbrenner und Plug-in-Hybrid. Und der 718 Boxster/Cayman wird optional auch mit Verbrenner erhältlich sein. Die geänderte Strategie kostet Porsche Milliarden.
Vorstand und Aufsichtsrat haben wesentliche Anpassungen des Produktportfolios im mittel- und langfristigen Zeitraum beschlossen, so die offizielle Verlautbarung. Die bisher nur mit batterieelektrischem Antrieb geplante neue SUV-Baureihe oberhalb des Cayenne mit dem Kürzel K1 soll zunächst ausschließlich als Verbrenner- und Plug-in-Hybridmodell angeboten werden. Unser Titelbild zeigt den Wagen als Rendering.
Verbrenner-Offensive: Das D-SUV, also der K1, soll zunächst nur als Verbrenner (ICE) und als PHEV starten, der neue 718 wird auch als Verbrenner angeboten und ein kleineres SUV mit Verbrenner ist auch geplant.
Als technische Basis des großen SUVs mit dem Kürzel K1 sollte eine Variante der Premium Platform Electric mit der Bezeichnung "SSP 61 Sport" dienen, berichtet Autocar. Die Entwicklung wurde jedoch zunächst eingestellt. Sie wurde auf "weit in die 2030er Jahre" verschoben, sagte Blume bei einer Telefonkonferenz. Das betrifft auch die Nachfolger von Panamera und Taycan, die ebenfalls auf SSP 61 Sport basieren sollten.
Bildergalerie: Porsche-Produktpläne (9/2025)
Panamera und Cayenne sollen länger mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybrid erhältlich sein – bis weit in die 2030er Jahre hinein. Sogar entsprechende Nachfolgemodelle sind geplant. Die bestehende Elektropalette werde jedoch kontinuierlich weiterentwickelt. "Mit den Modellen Taycan, Macan, Cayenne und dem zukünftigen zweitürigen Sportwagen im 718-Segment wird es ein attraktives BEV-Angebot geben", verspricht der Hersteller.
"Wir beobachten einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach rein batterieelektrischen Autos und tragen dem Rechnung", erklärte Porsche-Chef Oliver Blume. Mit dem Strategieschwenk gehe man "auf neue Marktrealitäten und Kundenbedürfnisse ein."
Durch die Verschiebung der neuen Plattform für Elektrofahrzeuge werden Abschreibungen und Rückstellungen in Höhe von etwa 1,8 Milliarden Euro nötig, so die Firma. Insgesamt rechnet Porsche sogar mit außerordentlichen Aufwendungen von etwa 3,1 Milliarden. Deshalb wird nur noch eine operative Umsatzrendite von bis zu 2 Prozent erwartet – statt 5 bis 7 Prozent wie in der letzten Prognose. Langfristig sollen die Maßnahmen den Gewinn aber wieder in den zweistelligen Bereich heben, so Porsche. Außer durch den langsameren Hochlauf der E-Mobilität wird Porsche auch durch die US-Importzölle und den Marktrückgang im chinesischen Luxussegment belastet.
Der Porsche-Bestseller Macan lief im Sommer 2025 wegen EU-Regularien zur Cybersicherheit aus. Er sollte durch den wenig später gestarteten Macan Electric ersetzt werden, doch dieser verkauft sich nicht so gut wie erhofft. Demnächst startet der Cayenne Electric, der wie der Macan Electric auf der Plattform PPE basiert. Dem Macan Electric soll laut Autocar ein ähnlich großes Verbrenner-Modell auf Basis der Verbrenner-Plattform PPC an die Seite gestellt werden, das mit dem Kürzel M1 bezeichnet wird und ein Äquivalent zum Audi Q5 sein soll.
Unter dem Strich
Wir haben noch eine Aussage von Oliver Blume im Ohr, nach der es falsch finde, bei jedem Gegenwind den Kurs zu ändern. Nun ist der Gegenwind offenbar zu stark geworden. Deshalb steuert Kapitän Blume das Konzern-Schiff jetzt um.
In Bezug auf den K1 kann man das nachvollziehen, denn das über fünf Meter lange Modell wäre wohl primär für die USA gedacht gewesen, und da ist die Elektromobilität stark in der Defensive. Und beim 718 können Elektroautofans den von ihnen bevorzugten Antrieb wählen, während die Petrol Heads ebenso bedient werden.
Also alles in Butter? Nun ja, für die Energiewende ist der Schwenk von Porsche nicht förderlich. Ohne Bezug darauf zu nehmen, schrieb Ex-VW-Chef Herbert Diess in der Wirtschaftswoche, es sei falsch, bei Zukunftstechnologien "Gas raus zu nehmen". Das helfe nur der Konkurrenz aus China.
Auch interessant
Porsche Taycan Turbo GT Manthey stellt neuen Nürburgring-Rekord auf
Ferrari Luce (2026) noch üppig getarnt erwischt
Die E-Autos mit der größten Anhängelast (2026) sind dicke SUVs
Skoda Epiq: Erste Bilder ohne Tarnung und Preise ab 25.900 Euro
Porsche Cayenne Turbo Electric (2026): 850-kW-Rakete im Test
Stellantis: Neue günstige City-Stromer ab 2028 geplant
Neuer Porsche Cayenne S Electric mit 490 kW und 653 km Reichweite