Elektrischer Porsche-911-Jäger von Mercedes: "Emotional gesehen, ja, das sollten wir tun"
Wenn der Markt groß genug ist, könnte Mercedes-Benz in einen elektrischen Sportwagen investieren
Elektrofahrzeuge befinden sich derzeit in einer seltsamen Lage. Gerade teure, sportliche und leistungsstarke Modelle haben es nach wie vor sehr schwer. Das bedeutet aber nicht, dass die Hersteller große Batterien zugunsten durstiger Motoren komplett aufgeben. Bei Mercedes-AMG steht der AMG GT XX kurz vor der Markteinführung. Und es könnte sogar eine zweitürige Variante her folgen - wenn man die Investition rechtfertigen kann.
AMG-Chef Michael Schiebe sagte Autocar auf der Münchener IAA: "Emotional gesehen, ja, wir sollten das tun. Die Frage ist, ob es einen Markt gibt, der groß genug ist, um die notwendigen Investitionen zu rechtfertigen".
Schiebe ist also nicht per se dagegen, ein performantes Aushängeschild zu bauen, wenn es nötig ist. Er sagte der Publikation, dass man manchmal ein Fahrzeug bauen muss, das "wichtig für die Marke ist, und man muss es tun, weil es die Marke prägt."
Wann ein solches Auto - wenn überhaupt - kommen könnte, wollte Schiebe nicht sagen, er fügte jedoch hinzu: "Wir versuchen im Moment zu verstehen, was auf dem Markt passiert. Und dann definieren wir das Zielbild für dieses ganz bestimmte Auto."
AMG hat die Flexibilität zu entscheiden, wann ein solcher Gegenspieler zu einem Porsche 911 oder einem Maserati GranTurismo Folgore grünes Licht für die Produktion bekommt.
"Wir wollen technologisch und leistungsmäßig, aber auch wirtschaftlich erfolgreich sein", und die Marke ist so flexibel, weil "wir unser Portfolio ständig überprüfen und uns damit auseinandersetzen".
Autohersteller ziehen sich bei E-Fahrzeugen zurück
Mercedes bereitet zwar seine neue Limousine vor, aber der Markt nimmt leistungsstarke und hochpreisige Elektrofahrzeuge noch immer nicht so recht an. In den letzten Monaten haben die meisten Autohersteller ihre Elektrifizierungspläne angepasst, Projekte gestrichen und zukünftigen Produkte überdacht.
Lamborghini könnte sein erstes Elektrofahrzeug, das inzwischen auf 2029 verschoben wurde, letztlich sogar zum Hybrid umwandeln. Und Koenigsegg hat von seinen Kunden gelernt, dass sie wenig Interesse an einem elektrischen Hypercar haben. Ram hat erst letzte Woche bekannt gegeben, dass sein elektrischer Pickup gestrichen wurde.
Mercedes-AMG wird sich gut überlegen, ob es gerade der richtige Zeitpunkt für ein extremes Elektro-Coupé ist. Aber wenn wir eins wissen, dann, dass die Marktgegebenheiten sich auch ganz schnell wieder ändern können.
Quelle: Autocar
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