Neuer Porsche Cayenne S Electric mit 490 kW und 653 km Reichweite
Die neue Motorisierung schließt die Lücke zwischen Basismodell und Turbo. Er bietet sogar mehr Reichweite als die Einstiegsvariante.
Porsche legt beim Cayenne Electric nach. Zum Bestellstart, der gleichzeitig mit der Vorstellung am 19. November 2025 stattfand, waren nur die Einstiegsversion mit 325 kW und der 850 kW starke Turbo verfügbar. Nun kommt der Cayenne S mit 490 kW hinzu; das ist die Leistung bei aktivierter Launch Control.
Wie die Startversionen hat die neue Version Allradantrieb. Der Normsprint dauert 3,8 Sekunden, die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 653 km. Das bedeutet, dass die neue Variante sogar zehn Kilometer weiter kommt als die schwächere Einstiegsversion mit der gleichen Batterie. Möglich macht das der etwas geringere Verbrauch.
Der Preis des Cayenne S Electric liegt bei 126.400 Euro. Damit liegt das neue Modell preislich näher am Einstiegsmodell, das 105.200 Euro kostet, während der Turbo mit 165.500 Euro zu Buche schlägt. Der Cayenne S Electric hebt sich durch modifizierte Schürzen vorne und hinten von den Schwestermodellen ab. Sie sind in "Vulkangraumetallic" lackiert, Einleger und Diffusor sind in Exterieurfarbe gehalten.
Bildergalerie: Porsche Cayenne S Electric (2026)
Für den Cayenne S sind Sonderausstattungen verfügbar, die bis dato dem Turbo vorbehalten waren, darunter das Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus) für mehr Fahrdynamik, das aktive Highend-Fahrwerk Porsche Active Ride, die Keramikbremse (Porsche Ceramic Composite Brake, PCCB) mit gelben Sätteln sowie das Sport Chrono Paket.
Antriebe | Batterie und Laden | Exterieur | Interieur
Antriebe
Mit der neuen Version stehen nun drei Allradantriebe zur Wahl; alle drei bekommen die gleiche 108-kWh-Batterie. Hier die wichtigsten Daten:
| Porsche Cayenne Electric | Porsche Cayenne S Electric | Porsche Cayenne Turbo Electric | |
| Antrieb | AWD 300–325 kW | AWD 400–490 kW | AWD 630–850 kW |
| Max. Drehmoment | 835 Nm | 1.090 Nm | 1.500 Nm |
| 0-100 km/h / Vmax | 4,8 Sek. / 230 km/h | 3,8 Sek. / 250 km/h | 2,5 Sek. / 260 km/h |
| WLTP-Verbrauch |
19,7–21,8 kWh |
19,5–21,6 kWh | 20,4–22,4 kWh |
| Akku netto / brutto | 108 / 113 kWh | 108 / 113 kWh | 108 / 113 kWh |
| WLTP-Reichweite | 576–643 km | 588–653 km | 564–624 km |
| Max. DC-Ladeleistung | 390 kW | 390 kW | 390 kW |
| DC-Ladedauer 10–80 % |
16 min | 16 min | 16 min |
| Preis | 105.200 Euro | 126.400 Euro | 165.500 Euro |
Für den Antrieb kommen ausschließlich Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSMs) zum Einsatz. Bei den Leistungsdaten haben wir die normale Leistung und die Leistung bei aktivierter Launch Control zu einem Von-bis-Wert zusammengefasst. Während der Unterschied bei der Basisversion noch gering ist, steigt er bei den stärkeren Versionen.
Der neue Cayenne S verfügt wie der Turbo über einen PSM mit innovativer Öl-Direktkühlung an der Hinterachse, was die Wärmeabfuhr verbessert. Zudem wird an der Hinterachse ein stromsparender Siliciumcarbid-Inverter verwendet.
Der Cayenne Turbo Electric stellt im normalen Fahrbetrieb bis zu 630 kW zur Verfügung. Mittels Push-to-Pass-Funktion können auf Knopfdruck für zehn Sekunden zusätzliche 130 kW aktiviert werden, also 760 kW. Bei Aktivierung der Launch Control entwickelt der Allradantrieb sogar bis zu 850 kW Leistung und bis zu 1.500 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der Wagen in 2,5 Sekunden auf 100 km/h, in 7,4 Sekunden auf 200 km/h.
Bei der Rekuperation speist der Cayenne Electric bis zu 600 kW in den Akku zurück. Im Alltag lassen sich damit fast alle Bremsvorgänge bewerkstelligen, die mechanische Reibbremse greift nur selten ein.
Batterie und Laden
Die elektrische Cayenne-Baureihe erreicht in der Spitze eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 653 Kilometern. Damit schafft es das große SUV nicht unter die Elektroautos mit der größten Reichweite. Dank 800-Volt-Technologie lässt sich die Batterie aber mit bis zu 390 kW aufladen. Damit soll man den Ladestand in 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent erhöhen können. Dazu ist eine Schnellladesäule mit mindestens 390 kW, 850 Volt und 520 Ampere nötig.
Aus den Ladedaten errechnet sich eine enorme Ladegeschwindigkeit von 108 kWh x 0,7/16 min = 4,7 kWh/min. Damit liegt der Wagen auf Platz 2 unserer Bestenliste. Für das Reichweite-Nachladen ergeben sich beim reichweitestärksten Modell, dem Cayenne S Electric, maximal 653 km x 0,7/16 min = 28,6 km/min. Das heißt, pro Minute Wartezeit kann man durchschnittlich Strom für fast 29 Kilometer nachladen. Damit liegt der Wagen derzeit auf Rang 4 unseres Rankings. Als erstes Elektroauto in Deutschland unterstützt der Cayenne Electric zudem optional das induktive Laden der Traktionsbatterie.
Exterieur
Der neue Cayenne Electric ist 55 Millimeter länger als das Verbrenner-Modell, er bleibt jedoch knapp unter der Fünf-Meter-Marke. Die Höhe ist 24 mm größer. Doch den größten Unterschied gibt es beim Radstand, der fast 13 cm länger als beim fossil angetriebenen Modell ist.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Cayenne Electric | 4.985 mm | 1.980 mm | 1.674 mm | 3.023 mm | 781-1.588 L + 90 L Frunk |
| Cayenne | 4.930 mm | 1.983 mm | 1.698 mm | 2.895 mm | 698-1.708 L |
| Macan Electric | 4.784 mm | 1.938 mm | 1.623 mm | 2.893 mm | 540-1.348 L + 84 L Frunk |
Die Fondsitze sind serienmäßig elektrisch verstellbar; so gibt es eine Komfortposition und eine Cargostellung. In der Cargo-Konfiguration fasst der Kofferraum 781 bis 1.588 Liter. Dazu kommt noch ein 90 Liter großer Frunk. Wenn das nicht reicht, kann man bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen.
Bildergalerie: Porsche Cayenne Electric und Turbo Electric (2026)
Das Design bestimmen die tiefe Fronthaube mit Scheinwerfern, welche die Breite betonen. Dazu kommen konturierte Kotflügel und die flach abfallende Dachlinie. Außerdem hat der Elektro-Cayenne rahmenlose Türen und Bügelgriffe. Die Seitenschweller sind beim Cayenne in Grau, beim Cayenne Turbo in Hochglanz-Schwarz lackiert. Am Heck gibt es ein horizontales Leuchtenband und einen illuminierten Porsche-Schriftzug. Optional wird ein Offroad-Paket angeboten.
Mit einem cw-Wert von 0,25 hat der Cayenne eine aerodynamisch günstige Form; die Stirnfläche verrät Porsche nicht. Zu den aktiven Aerodynamik-Elementen zählen bewegliche Kühlluftklappen vorne, der adaptive Dachspoiler sowie beim Turbo aktive Aeroblades, welche die seitlichen Abrisskanten am Heck verlängern. 13 Außenfarben sind bestellbar, weitere Farben gibt es über das Angebot der Porsche Exclusive Manufaktur. Zudem werden neun Rad-Designs von 20 bis 22 Zoll angeboten.
Interieur
Auch innen lässt sich der Cayenne stark personalisieren. So gibt es zwölf Interieur-Kombinationen, fünf Interieur- und fünf Akzentpakete. Mit den neuen Mood Modes kann man den Innenraum seiner Stimmung anpassen. Auch das Panorama-Schiebedach lässt sich in der Transparenz anpassen. Die neue Flächenheizung wärmt nicht nur die Sitze, sondern auch Kontaktflächen wie Armauflagen und Paneele.
Porsche Cayenne Electric: Das Cockpit mit dem Flow Display und dem optionalen Beifahrer-Monitor
Das Highlight der Display-Landschaft im Elektro-Cayenne ist das Flow Display – ein unten abgeknickter, senkrecht eingebauter Touchscreen. Dazu kommen ein 14,25-Zoll-Instrumentendisplay sowie optional ein 14,9 Zoll großes Beifahrer-Display und ein Head-up-Display. Für Klimatisierung und Audio-Lautstärke gibt es physische Bedienelemente. Die Sprachbedienung kann auch auf Onlinewissen zugreifen.
Das Fahrwerk basiert bei allen drei Modellen auf einer adaptiven Luftfederung mit einstellbaren PASM-Dämpfern. Beim S und beim Turbo kommt noch die Hinterachs-Quersperre Porsche Torque Vectoring Plus hinzu. Hier steht auch Porsche Active Ride (Porsche-Erklär-Seite) zur Verfügung – ein System, das Fahrbahnunebenheiten durch Hydraulikpumpen kompensiert. Alle Modelle lassen sich auch mit einer Hinterachslenkung ausstatten.
Unter dem Strich
Sehr hohe Antriebsleistungen, kurze Sprintzeiten sowie sehr schnelles Laden: Das sind wohl die Haupttugenden des Porsche Cayenne Electric. Bei der Reichweite dagegen schafft es der Wagen nicht unter die Top Ten. Letzteres ist irgendwie typisch Porsche, die Kundschaft will es wohl so. Aber ist der Cayenne nicht auch ein Autobahn-Auto für lange Strecken? Wer über 100.000 Euro zahlt, dürfte zumindest irritiert sein, wenn er hört, dass ein BMW iX3, ein Tesla Model 3 oder ein VW ID.7 weiter kommen.
Letzte Änderung am 10. März 2026: Neue Version Cayenne S hinzugefügt
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