Nio EL8 lädt bei Test schneller als Hyundai Ioniq 9 und Kia EV9
Offenbar kann man beim DC-Laden mit einem 400-Volt-System auch mal schneller sein als mit 800-Volt-Autos.
Kann ein 400-Volt-Auto schneller beim DC-Laden sein als 800-Volt-Modelle? Ja, das geht. Und wir reden nicht von den ziemlich langsam ladenden 800-Volt-Versionen des Leapmotor C10, sondern vom Hyundai Ioniq 9 und dem Kia EV9, beide mit großer Batterie. Diese beiden wurden nun vom Nio EL8 geschlagen.
Der Lade-Vergleichstest stammt von Björn Nyholm, einem erfahrenen Elektroauto-Tester aus Norwegen mit thailändischen Wurzeln. Auf seinem Youtube-Kanal zeigt er den Ladevorgang der drei Modelle parallel. Danach wurde von 10 bis 100 % geladen. Für den häufiger verwendeten Ladehub von 10 auf 80 Prozent brauchte der Nio EL8 brauchte 22 min 14 Sekunden, der Kia EV9 benötigte 24 min 16 Sekunden für seine 100-kWh-Batterie, und beim Hyundai Ioniq 9 dauerte es 24 min 44 Sekunden, um den 110-kWh-Akku zu laden.
| Ladeleistung (Hersteller) |
im Test | Ladedauer (Hersteller) |
im Test | |
| Hyundai Ioniq 9 (800V) | 233 kW | 228 kW | 24 min | 24:44 min |
| Kia EV9 (800V) | 210 kW | 206 kW | 24 min | 24:16 min |
| Nio EL8 (400V) | 240 kW (660 A) |
242 kW | 20 min (660 A) |
22:16 min |
Nio gibt für den EL8 verschiedene Ladeleistungen und Ladedauern an, abhängig von der Stromstärke, welche die Säule maximal abgibt. Bei 660 Ampere sollen es 240 kW sein, womit ein Standard-Ladevorgang schon nach 20 Minuten beendet sein soll.
Hier eine tabellarische Übersicht über die ungefähre Ladeleistung bei vier "runden" Ladeständen (SoC):
| SoC | 20 % | 40 % | 60 % | 80 % |
| Hyundai Ioniq 9 | 215 kW | 222 kW | 214 kW | 100 kW |
| Kia EV9 | 195 kW | 200 kW | 194 kW | 75 kW |
| Nio EL8 | 241 kW | 196 kW | 166 kW | 113 kW |
Der Nio EL8 legt gleich zu Beginn schnell los, während die beiden koreanischen Modelle sich mit dem Ramp-up etwas Zeit lassen. So lädt der Nio schon nach 2 min 30 schon mit fast 240 kW, während der Kia hier nur mit 190 kW lädt, der Hyundai sogar nur mit etwa 170 kW. Später, ab etwa 35 Prozent Ladestand (SoC), ist die Ladeleistung des Hyundai und des Kia größer, aber damit machen sie den Vorsprung des Nio nicht mehr wett.
Björn streitet ab, dass die Batterien der beiden Korea-Modelle zu kalt waren. Er habe beide Akkus vorkonditioniert, wobei sie etwa 20 Grad erreichen, aber nicht mehr.
Der Hyundai hat stets eine höhere Ladeleistung als der Kia; die beiden Ladekurven weisen die gleichen Stufen auf und verlaufen nahezu parallel, obwohl es sich um verschiedene Akkus handelt – der des Ioniq 9 ist ja etwa zehn Prozent größer.
Unter dem Strich
Beim Schnellladen gibt es immer wieder Überraschungen. Dass ein 400-Volt-Auto schneller laden könnte als ein 800-Volt-Modell, kommt selten vor, aber hier ist ein Beispiel: Der Nio EL8 lud bei dem Test von Björn Nyland von 10 bis 80 Prozent in etwa 22 Minuten, der Hyundai Ioniq 9 und der Kia EV9 brauchten etwa 24 Minuten.
Möglich macht es offenbar die hohe Stromstärke der Ladesäule. Um welches Modell es sich handelt, teil Björn leider nicht mit, aber vermutlich liefert es mehr als 500 Ampere. Der Sieger des Lade-Vergleichstests steht jedenfalls für Björn fest: Es ist der Nio. Und die neue Generation des EL8, die in China als ES8 schon vorgestellt wurde, soll sogar mit 600 kW laden können, wie der Kollege erzählt.
Anmerkung am Rande: Die eingangs erwähnten 800-Volt-Varianten des C10 laden mit maximal 180 kW und brauchen 22 min zum Laden ihres 82-kWh-Akkus. Das entspricht einer Ladegeschwindigkeit von 1,9 kWh/min. Damit laden sie genauso schnell wie der VW ID.4 mit der altbekannten 77-kWh-Batterie mit 400 Volt.
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